Protest gegen Rassismus in der Serie A: Sulley Muntari verlässt Spielfeld
Sulley Muntari von Delfino Pescara hat im Serie-A-Spiel gegen Cagliari Calcio (0:1) ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt, in dem er das Feld aus Protest noch während des laufenden Spiels verließ. Der Ghanaer hatte sich laut italienischen Medien über die Schmährufe erst bei Schiedsrichter Daniele Minelli beschwert und war dann vom Platz gegangen.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Erneuter Rassismus-Zwischenfall in der Serie A: Beim Spiel des nun endgültig als ersten Absteiger feststehenden Delfino Pescara gegen Cagliari Calcio (0:1) verließ Delfino-Profi Sulley Muntari in der 89. Minute den Platz, nachdem er rassistisch beleidigt wurde.
"Die Fans haben Unrecht getan und der Schiedsrichter hätte etwas anderes machen müssen, als mich zu beschuldigen", sagte Muntari:
Muntari verlässt Spielfeld nach Beleidigungen
Was war passiert?
In der 88. Minute sah man Muntari während einer Spielunterbrechung lebhaft mit Schiedsrichter Daniele Minelli diskutieren - der Ghanaer fühlte sich aus dem Zuschauerbereich des Stadio Sant'Elia rassistisch beleidigt. Medienberichten zufolge waren rassistische Äußerungen gegenüber Muntari während des gesamten Spiels zu hören gewesen.
Zwei Cagliari-Spieler kamen hinzu; der offensichtlich aufgebrachte Muntari stieß einen der beiden Gegenspieler weg und deutete immer wieder auf die Zuschauerränge. Als das Spiel schon wieder weiter lief, setzte Muntari seinen Protest beim Linienrichter fort, wurde aber von diesem ignoriert.
Daraufhin verließ Muntari das Spielfeld, um Fans zu konfrontieren.
Als er sich kurz vor Ablauf der 90. Minute unter gellenden Pfiffen der Zuschauer erneut an Minelli wandte, zeigte ihm der Schiedsrichter Gelb, weil er das Spielfeld verlassen hatte.
Ein Junge als Auslöser des Eklats
Medienberichte, wonach Minelli Muntari für das Verlassen des Feldes auch noch die Gelb-Rote Karte zeigte, bestätigten sich nicht. Im offiziellen Spielbericht ist eine zweite Gelbe Karte gegen den Spieler nicht vermerkt.
Muntari erklärte hinterher, er sei vor allem von einem Jungen permanent rassistisch beleidigt worden. Diesem zeigte er während seines Protest auch seinen linken Unterarm, schlug sich immer wieder drauf und sagte Berichten zufolge: "Ich bin schwarz, na und? Was willst Du? Ich bin schwarz..."
Nach der Partie sagte der 32-Jährige:
Muntari kritisiert Schiedsrichter
Muntari hatte den Schiedsrichter nach eigener Aussage aufgefordert, das Spiel zu unterbrechen.
Muntari bekam anschließend Rückendeckung von seinem Trainer Zdenek Zeman:
Trainer Zeman hofft auf Umdenken
Zeman weiter:
Rassistische Vorfälle sind in Italiens Profi-Fußball immer wieder an der Tagesordnung. Vor rund vier Jahren beendete beispielsweise Kevin-Prince Boateng ein Testspiel mit dem AC Mailand auf eigene Veranlassung vorzeitig, weil er rassistisch beleidigt wurde. Damals gingen seine Team-Kollegen mit ihm.
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/18/image-ec453673-a7e8-4c9b-a566-6689a5fb6276-68-310-310.jpeg)