Eurosport
Ciro Immobile steuert mit Lazio Rom auf den Scudetto zu
Von
Publiziert 17/02/2020 um 16:15 GMT+1 Uhr
Einst ging sein Stern beim FC Turin auf. Mit 22 Toren wurde Ciro Immobile im Piemont 2014 Torschützenkönig. Borussia Dortmund schlug zu und verpflichtete den Stürmer als Nachfolger von Robert Lewandowski, doch Immobile kam unter Jürgen Klopp beim BVB nicht zurecht. Er fühlte sich in Deutschland unwohl und knipste nur selten. Seine Karriere schien auf Abwägen, bis er wieder in Italien aufschlug.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Ciro Immobile und Lazio Rom, das ist in der Saison 2019/20 eine Erfolgsgeschichte. Während in Italien alle vom Duell zwischen Juventus Turin und Inter Mailand sprechen, ist das Rennen um den Scudetto längst zu einem Dreikampf geworden.
Lazio Rom ist das Team der Stunde. Die Himmelblauen schlichen sich fast unbemerkt ins Titelrennen. Durch den 2:1-Heimsieg gegen Kontrahent Inter Mailand sind die Hauptstädter in der Tabelle sogar an den Nerazzurri vorbeigezogen und liegen nur noch einen Zähler hinter Tabellenführer Juve. Die Serie A ist so spannend wie seit Jahren nicht mehr - und Lazio hat daran großen Anteil.
Immobile steht für den Erfolg von Lazio Rom
Stellvertretend für den Aufschwung der Laziali steht Ciro Immobile. Im Schatten der Superstars Cristiano Ronaldo (Juventus) und Romelu Lukaku (Inter) hat sich der 29-Jährige an die Spitze der italienischen Torjägerliste katapultiert.
"Lukaku und Ronaldo sind phänomenal, aber mit meinen Mannschaftskameraden ist alles einfach", sagte Immobile nach dem 2:1-Sieg gegen Inter, bei dem er per Elfmeter zum zwischenzeitlichen 1:1 traf.
Immobile erzielte in 24 Ligaspielen für Lazio bereits 26 Treffer (Stand 17.02.2020) und führt damit im Ranking klar vor Ronaldo (20) und Lukaku (17). Dazu steuerte der Italiener sechs Torvorlagen bei, ist damit Topscorer aller europäischen Topligen – noch vor einem gewissen Erling Haaland (24 Tore/7 Vorlagen) von Borussia Dortmund.
Immobile kam unter Klopp beim BVB nicht zurecht
Apopos Dortmund: Auch im Ruhrgebiet erinnert man sich noch bestens an Immobile. Allerdings längst nicht so positiv wie in Italien. Die Schwarz-Gelben zahlten eins 18,5 Millionen Euro für den Torjäger, der beim FC Turin in der Saison 2013/14 mit 22 Treffern zum Torschützenkönig wurde. BVB-Trainer Jürgen Klopp zeigte sich damals unmittelbar nach dem Transfer begeistert:
In Dortmund sollte er den zum FC Bayern München abgewanderten Robert Lewandowski ersetzen. Doch Immobile kam unter Klopp kaum zum Zug. In seiner einzigen BVB-Spielzeit (2014/15) erzielte er in 24 Partien magere drei Tore, nur sechsmal durfte der Italiener über 90 Minuten ran.
Der Italiener stand beim BVB im Schatten von Pierre-Emerick Aubameyang, er fühlte sich zudem in Deutschland unwohl und plagte sich mit Sprachpoblemen herum. "Die Deutschen sind kalt, da kann man nichts machen", sagte Immobile im Februar 2015 dem Magazin "SportWeek" und fügte hinzu:
Immobile startet bei Lazio Rom wieder voll durch
Immobile wechselte daher im Sommer 2015 zum FC Sevilla, doch auch dort konnte er sich nicht durchsetzen (8 Ligaspiele, 2 Tore). Erst als er in der Rückrunde zu seinem Ex-Verein FC Turin ausgeliehen wurde, lief es wieder besser.
Seit 2016 läuft der 39-malige italienische Nationalspieler für Lazio Rom auf. Bei den Adlern genoss er von Beginn an das Vertrauen von Trainer Simone Inzaghi, der heute noch im Amt ist - und Immobile trifft wie er will. In bislang 165 Pflichtspielen für die Laziali traf der Goalgetter bereits 115 Mal und legte weitere 31 Treffer auf.
Nach seinem Dreierpack beim 5:1 gegen Sampdoria Genua Mitte Januar, feierte der "Corriere dello Sport" den 29-Jährigen als "König von Rom". Auf "Twitter" gibt es mittlerweile auch den Hashtag "KingCiro". Lazio, das 2019 italienischer Pokalsieger wurde, würde laut Immobile langsam "die Früchte der langen Arbeit mit unserem Trainer" ernten.
Lazio Rom peilt ersten Meistertitel seit 2000 an
Denn ohne namhafte Neuzugänge mischt Lazio in dieser Saison vor allem dank "KingCiro" die Liga auf. Die vergangenen 19 Partie wurden nicht verloren, 15 davon gewonnen. Zuhause ist die Biancocelesti in der Liga noch ungeschlagen, auch gegen Juventus behielt man beim 3:1 die Oberhand. Die letzte Niederlage datiert vom 25. September 2019 beim 0:1 bei Inter Mailand.
Im Rückspiel gelang nun die Revanche. Auf dem Weg zum ersten Meistertitel seit 2000 haben die Laziali zudem einen prominenten Fan. Jürgen Klopp drückt seinem Ex-Spieler Immobile die Daumen. "Ich feuere Lazio an", sagte der Liverpool-Coach in einem Interview mit "RaiSport" auf die Frage, wem er den Scudetto gönnen würde und nannte als einen Grund für seine Lazio-Sympathien seinen ehemaligen Schützling.
Sampdoria-Coach Claudio Ranieri, der mit Leicester City 2016 völlig überraschend die Premier League gewann, hält den Scudetto für die Biancocelesti möglich:
Zuzutrauen ist es den Römern allemal, denn anders als die Konkurrenten können sich die Hauptstädter komplett auf die Liga konzentrieren. In der Euro League kam das frühe Aus in der Gruppe mit Celtic Glasgow, Cluj und Rennes, im italienischen Pokal unterlag man im Viertelfinale beim SSC Neapel (0:1).
Ein Leicester 2.0 mit Immobile als Jamie Vardy, davon träumen die Lazio-Tifosi.
Das könnte Dich auch interessieren: Düsseldorf leiht Berisha von Lazio Rom aus
Werbung
Werbung