Antonio Conte haucht SSC Neapel neues Leben ein - Romelu Lukaku und Khvicha Kvaratskhelia blühen auf
Update 01/11/2024 um 19:27 GMT+1 Uhr
Die SSC Neapel befindet sich in der italienischen Serie A auf einem Höhenflug. Ein Szenario, das nach dem Absturz in der vergangenen Saison kaum vorstellbar war - doch durch Trainer Antonio Conte nun Realität ist. Der ehemalige italienische Nationaltrainer hauchte dem totgesagten Meister von 2023 neues Leben ein und lässt im Süden Italiens seine alte Liebe namens Romelu Lukaku wieder aufflammen.
Die SSC Neapel erlebt unter Antonio Conte wieder einen Aufschwung
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Es war ein Schlachtruf, den man seit langem nicht mehr aus den Reihen der SSC Neapel vernommen hat.
"E se ne va, la capolista se ne va", hallte es am Dienstagabend durch das sich bereits leerende San Siro. "Und er schreitet voran, der Tabellenführer ist auf und davon", lautet die freie Übersetzung.
Beim 2:0-Triumph über die AC Mailand unterstrich der Meister von 2023, dass er nach dem Absturz auf Platz zehn in der vergangenen Saison wieder zur italienischen Elite gehört. Acht Siege in zehn Spielen bedeuten die Tabellenführung in der Serie A, lediglich eine einzige Niederlage hat die SSC in dieser Saison zu beklagen.
Mit der zweitbesten Defensive in den Top-5-Ligen Europas (fünf Gegentore) und einer nahezu makellosen Bilanz setzen die Partenopei wieder einmal zum ganz großen Wurf an. Auch, weil Trainer Antonio Conte seine persönliche Muse wiedergefunden hat.
Conte und Lukaku: Zweite Liebe auf den ersten Blick
Harry Kane, Lautaro Martínez, Eden Hazard, Álvaro Morata oder Heung-Min Son - unter Conte stellte sich schon mancher großer Offensivspieler ins Rampenlicht.
Ein Stürmer sticht in den Statistiken aber besonders heraus und ist auch in Neapel einer der Erfolgsfaktoren im System des ehemaligen italienischen Nationaltrainers: Romelu Lukaku.
68 Tore und 22 Vorlagen steuerte der Belgier in den bislang 104 gemeinsamen Spielen für Inter Mailand und Napoli bei. Zahlen, an die kein anderer ehemaliger Torjäger von Conte herankommt.
Doch die Anziehung beruht auf Gegenseitigkeit. Immerhin erlebte Lukaku mit dem 55-Jährigen an der Seitenlinie die schillerndsten Momente seiner Karriere und netzte so oft wie unter keinem anderen Trainer zuvor.
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Romelu Lukaku von der SSC Neapel
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"Zwischen uns herrscht auf jeden Fall eine gewisse Empathie", gab Conte nach dem Sieg bei Milan zu Protokoll. "Er wollte unbedingt zu Napoli kommen."
Laut Conte war seine belgische Tor-Muse bei ihrem Wechsel im Sommer vom FC Chelsea dazu bereit, auf einen Teil seiner Gehaltsforderungen zu verzichten und lehnte sogar Angebote aus der Premier League ab, nur um mit seinem Förderer wiedervereint zu werden.
In dieser Saison steht der 31-Jährige, dessen Ablösesumme 30 Millionen Euro betrug, wieder bei vier Toren und fünf Vorlagen in neun Pflichtspielen.
So ließ Lukaku wenige Wochen nach seiner Ankunft im Süden Italiens Victor Osimhen, Napolis ehemaliger Meisterstürmer und heutiger Angreifer von Galatasaray Istanbul, schnell in Vergessenheit geraten.
Conte sorgt für Ruhe - und Kvaradona blüht wieder auf
Ein weiterer Grund für den himmelblauen Höhenflug ist das Wiedererstarken von Flügelstürmer Khvicha Kvaratskhelia.
Der Georgier, der im Stadio Diego Armando Maradona auf den liebevollen Spitznamen Kvaradona hört, steuerte in der laufenden Spielzeit fünf Tore und zwei Vorlagen bei und harmoniert mit Lukaku wie mit seinem einstigen kongenialen Partner Osimhen.
"Wir wissen, dass wir den Scudetto wieder gewinnen können", brachte Kvaratskhelia das durch Conte wiedergefundene Selbstverständnis zum Ausdruck. "Aber wir müssen noch hart arbeiten, weil wir erst am Anfang stehen."
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Khvicha Kvaratskhelia blüht bei der SSC Neapel wieder auf
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In der vergangenen Saison saßen mit Rudi Garcia, Walter Mazzarri und Francesco Calzona gleich drei Trainer auf der Bank der SSC. Die nun durch Conte eingekehrte Ruhe, könnte auch für einen Verbleib von Kvaratskhelia sorgen.
Der 23-Jährige wird seit geraumer Zeit mit einem Wechsel in Verbindung gebracht. Sein Vertrag läuft zwar noch bis Juni 2027, mit seinem Gehalt von knapp zwei Millionen Euro pro Jahr ist Kvaratskhelia aber nicht zufrieden. Bislang stocken noch die Verhandlungen.
Daran kann sich aber schon bald etwas ändern. Conte zeigte jüngst nämlich einen Drei-Jahres-Plan auf, der Napoli letztlich an die Spitze der Nahrungskette hieven soll.
Scudetto bleibt ein Tabu - oder doch nicht?
"Wir haben uns drei Jahre Zeit gegeben, um zu gewinnen", stellte Conte seine Vision vor. "Wir wollen, dass die Fans träumen und wir wollen ihre Träume nähren. Aber wir müssen ruhig bleiben."
Das Wort Scudetto ist demnach vorerst ein Tabu in der Napoli-Kabine. "Wir haben einen Weg vor uns. Wir versuchen ihn zu verkürzen, aber dieses Jahr wird sehr schwer", warnte Conte vor verfrühten Titelansprüchen.
Doch die Realität lässt die SSC-Herzen höherschlagen und die mahnenden Worte ihres Trainers in Rauch auflösen.
Nach dem Triumph über Milan grüßt Napoli nämlich mit vier Punkten Vorsprung auf Meister Inter von der Tabellenspitze. In den kommenden Wochen wird die Mannschaft von Conte, der mit Napoli, Inter, Juventus und Atalanta übrigens vier der aktuellen Top 5 der Serie A trainiert hat, gleich mehreren Härtetests unterzogen.
Am Sonntag treffen die Partenopei nämlich zu Hause auf Europa-League-Sieger Atalanta (12:30 Uhr im Liveticker), eine Woche später steht gegen Inter die Rückkehr ins San Siro auf dem Programm. In etwa zwei Wochen empfängt der dreimalige Meister schließlich die AS Rom.
Dann wird sich zeigen, ob aus dem Tabu vielleicht in dieser Saison bereits eine Ambition wird und der Spitzenreiter - wie von den Fans besungen - auf und davon ist.
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Quelle: SID
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