Como 1907: Cesc Fàbregas als Magnet, Paris Saint-Germain als Beispiel - wie der lombardische Klub ein Großer werden will
Publiziert 18/07/2025 um 12:43 GMT+2 Uhr
Ein Jahr nach dem Aufstieg in die Serie A mischt Como 1907 den Transfermarkt auf - wieder einmal. Knapp 200 Millionen Euro investierte der lombardische Klub seit dem letztjährigen Sommer, nach einem erfolgreichen Einstand in der ersten Liga soll der nächste Schritt folgen. Der Name Cesc Fàbregas zieht, die Träume sind groß - und von Paris Saint-Germain schneidet sich Como eine dicke Scheibe ab.
Cesc Fàbregas und Como feilen an einer besonderen Erfolgsgeschichte
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Am südlichen Ende des Comer Sees liegt es, das Stadio Giuseppe Sinigaglia.
Neben den unzähligen Renaissancebauten und der Standseilbahn nach Brunate aus dem Jahre 1894 zählt die Heimstätte des Como 1907, die direkt an den See grenzt, zu den Hinguckern der Stadt. Mittlerweile ist die Lage aber nicht mehr der einzige Grund dafür.
Erstmals seit 2003 spielte Como in der vergangenen Saison in der Serie A. Auf Anhieb sammelten die Lariani 49 Punkte und landeten auf Platz zehn, mit einem attraktiven Fußball wurde selbst so manchem Großen ein Bein gestellt. Alles andere als ein klassischer Aufsteiger.
Dazu passt auch, dass der lombardische Klub, der vor sieben Jahren noch in der viertklassigen Serie D dümpelte, in den beiden vergangenen Spielzeiten mit knapp 200 Millionen Euro ordentlich Geld in Umlauf brachte. Was steckt hinter dem weiß-blauen Fußballwunder?
Cesc Fàbregas: Wenn der Trainer der Star ist
Raphaël Varane, Dele Alli oder Cesc Fàbregas: In den vergangenen Jahren sorgten einige Transfergeschäfte der Lariani für skeptische Blicke. Doch vor allem mit Fàbregas wurde in Como eine Entwicklung angestoßen, auf die man heute in der Klubführung besonders stolz ist.
Im Sommer 2022 schloss sich der Welt- und Europameister aus Spanien als Spieler (und Gesellschafter) dem Verein an, ein Jahr später begann er dort seine Laufbahn als Trainer: zunächst im Nachwuchsbereich, dann als Assistent in der ersten Mannschaft und im Juli 2024 schließlich als Chef bei den Profis.
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Como hat sich innerhalb weniger Jahre in die Serie A gearbeitet
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Durch sein Charisma stieg Fàbregas kurzerhand zum Liebling auf, seine Philosophie überzeugte sowohl auf als auch neben dem Rasen. Talente wie Nico Paz und Assane Diao entwickelten sich hervorragend unter dem 38-Jährigen und avancierten zu Leistungsträgern.
Das Fàbregas-Märchen ähnelte ganz jenem von Xabi Alonso bei Bayer Leverkusen, nur mit dem besseren Ausgang. Als einen der größten Erfolge der vergangenen Jahre gilt nämlich sein Verbleib in diesem Sommer.
"Am Ende sind wir sehr stolz darauf, mit einem außergewöhnlichen Trainerteam weiterzumachen", schwärmte Sportdirektor Carlalberto Ludi vom Trainer-Coup. Der Trainer ist der Star - und gleichzeitig ein Magnet.
PSG als Beispiel - aber nicht bei der Kohle
Wie vor einem Jahr stellt Como auch in diesem Sommer seinen Kader auf den Kopf, in der ersten Juli-Hälfte flossen bereits über 85 Millionen Euro an Ablösesummen. Bereitgestellt übrigens von der Djarum-Holding, dem seit 2019 involvierten Geldgeber, hinter dem die indonesischen Brüder Robert Budi Hartono und Michael Bambang Hartono stehen.
Der Name Fàbregas zieht und überzeugt selbst Spieler wie Jesús Rodríguez (Real Betis/22,5 Mio.) und Nicolas Kühn (Celtic/19 Mio.), einen Schritt zurückzumachen und vom Europapokal ins italienische Tabellenmittelfeld zu wechseln.
Beim Blick auf solche Summen mag es nicht verwundern, dass sich Como eine Scheibe von Paris Saint-Germain abgeschnitten hat. Damit sind aber nicht die finanziellen Verhältnisse gemeint.
"Fàbregas arbeitet besonders gut mit frischen, dynamischen und energiegeladenen jungen Spielern", hob Ludi das Umfeld in Como als gewinnbringenden Aspekt hervor. "In dieser Hinsicht ist PSG das glänzendste Beispiel: Jugend und Unbeschwertheit begünstigen die Offenheit für einen so entwickelten Fußball, wie ihn Cesc spielen lässt."
Trotz der für einen kleinen Klub wie Como nahezu perversen Dimension, in welcher er unterwegs ist, wirkt der Weg der Lariani äußerst nachhaltig. Trotzdem macht die Vereinsführung bereits Avancen, sich zu übernehmen.
Europa, Morata - und die Thiaw-Absage
"In jedem Jahr haben wir uns sehr zurückhaltende Ziele gesetzt", meinte Ludi auf die Frage, ob der Europapokal nun das nächste Ziel für Como sei.
"Was die Qualifikation betrifft, fehlen uns nicht einfach nur drei Tabellenplätze, sondern etwa 15 Punkte, die man nicht kaufen kann. Das geht nur durch Struktur und harte Arbeit. Ohne Hektik und ohne Druck, denn unser Vorteil liegt auch im ausgewogenen Management."
Trotz der Beteuerung kam Como zuletzt etwas von seinem Pfad ab. So steht eine Verpflichtung vom zurzeit von Milan an Galatasaray verliehenen Álvaro Morata im Raum, mit Malick Thiaw ist auch ein deutscher Nationalspieler ganz oben auf dem Zettel notiert. Zudem soll Mittelfeldstar Douglas Luiz von Juventus Turin ausgeliehen werden. Spieler aus einem deutlich höheren Regal als bisher - was Como nun auch zu spüren bekam.
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Das Stadio Giuseppe Sinigaglia von Como 1907
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Während sich Morata ein Engagement bei den Norditalienern vorstellen kann, kassierten sie laut "Gazzetta dello Sport" von Thiaw trotz einer Einigung mit Milan eine Absage. Zu groß sei der Rückschritt, der Europapokal noch zu weit entfernt.
Über 45 Millionen Euro hätte Como für die beiden Milan-Spieler auf den Tisch gelegt, am Ende wird es wohl nur der alternde Stürmer. Mit Geld kann man sich eben nicht alles kaufen.
Auch wenn die Biancoblù nicht mehrere Entwicklungsstufen auf einmal nehmen können, haben sie ihre Ambitionen bereits verschriftlicht. Im vergangenen Mai erhielt der Klub die UEFA-Lizenz, dürfte demnach ab der Saison 2025/26 an Wettbewerben des Kontinentalverbandes teilnehmen.
Heimspiele würden dabei übrigens im Stadio Friuli in Udine ausgetragen, da das Stadio Giuseppe Sinigaglia nicht die Anforderungen erfüllt. Mit Sicherheit ein weiterer Punkt auf der langen To-do-Liste des lombardischen Klubs.
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