Wechselt Neymar zu Juventus Turin: Was ein Transfer finanziell bringen würde - Erinnerungen an Cristiano Ronaldo
Update 05/08/2025 um 16:12 GMT+2 Uhr
Neymar Jr. schon bald wieder in der Champions League? Seit einigen Tagen wird Juventus Turin mit einer Verpflichtung des brasilianischen Superstars in Verbindung gebracht. Dabei werden sofort Erinnerungen an den Coup aus dem Sommer 2018 wach, als die Alte Dame Cristiano Ronaldo in den italienischen Norden gelotst hatte. Der Neymar-Deal hätte eine ähnliche Strahlkraft - aber birgt auch Gefahren.
Neymar Jr. wird mit einem Wechsel zu Juventus Turin in Verbindung gebracht
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Der Elfmeter in der Schlussphase war nur Formsache.
Verzögerter Anlauf, Flachschuss in die Mitte, emotionaler Jubel mit Eckfahne in der Hand. Seinen Doppelpack gegen Juventude (3:1) in der Nacht zu Dienstag feierte Neymar Jr. ausgelassen mit den Fans des FC Santos. Alltag in Brasilien oder doch ein Hauch von Abschied? Letzteres Szenario gewinnt aktuell immer mehr an Konturen.
Juventus Turin wird seit einigen Tagen mit dem brasilianischen Superstar in Verbindung gebracht, dafür sorgte mit Abwehrspieler Bremer ein Mann aus den eigenen Reihen.
"Es wäre schön, jemanden wie Neymar hier bei Juventus zu haben", meinte der 28-Jährige jüngst in einem Interview mit der "Gazzetta dello Sport". Ein Gedankenspiel, das - zumindest dem Namen nach - an den einstigen Königstransfer von Cristiano Ronaldo erinnert. Und entsprechend Licht und Schatten mit sich bringt.
Neymar zu Juventus: Ein letzter Tanz in Europa?
Ein Wechsel würde nur allzu gut in das aktuelle Narrativ der Serie A passen. Luka Modric zur AC Milan, Kevin De Bruyne zur SSC Napoli - warum dann nicht auch Neymar zu Juve?
Mit Transfers in dieser Größenordnung hat Juventus jedenfalls Erfahrung. Vor sieben Jahren verpflichtete der italienische Rekordmeister Cristiano Ronaldo für insgesamt 117 Millionen Euro.
Wie CR7 wäre auch Neymar bei einem Wechsel in diesem Sommer 33 Jahre alt. Aus sportlicher Sicht bewegt sich der Olympiasieger von 2016 aber in einer anderen Welt als der damalige Ronaldo.
Während letzterer im Juli 2018 als frischgebackener Champions-League-Sieger und amtierender Weltfußballer nach Turin kam, spielt Neymar seit zwei Jahren außerhalb Europas. Nach seinem 90-Millionen-Wechsel in die saudische Wüste zu Al-Hilal folgte die Rückkehr zum Jugendklub FC Santos. Und jetzt zurück in die Königklasse - wie geht das zusammen?
Juventus: Wiederholt sich der Ronaldo-Effekt?
Tatsächlich ist der sportliche Aspekt in diesem Szenario zweitrangig. Die (wirtschaftliche) Wirkung des Transfers ist wesentlich bedeutsamer. Ronaldo war dahingehend ein Präzedenzfall.
Mit dem Europameister von 2016 holte sich Juve nicht "nur" einen der besten Fußballer der Geschichte in den Kader, sondern auch eine Weltmarke.
Zum damaligen Zeitpunkt hatte CR7 bei 332 Millionen Followern auf Instagram, Facebook und Twitter. Follower, die nun auch verstärkt auf Juventus aufmerksam wurden.
So gewann die Alte Dame im Monat der Bestätigung des Transfers rund sechs Millionen neue Anhänger in den Sozialen Medien, innerhalb der ersten 24 Stunden wurden 520.000 Juve-Trikots mit der Nummer sieben verkauft. Knapp 55 Millionen Euro an einem Tag - und der Klub durfte 10 bis 15 Prozent der Einnahmen behalten.
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Cristiano Ronaldo spielte von 2018 bis 2021 für Juventus Turin
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Ganz nebenbei stieg der Aktienkurs des Vereins in jenem Sommer um rund 35 Prozent. Und das alles wegen eines einzigen Transfers. Zurückzuführen war diese enorme Explosion auch auf die enorme Präsenz von Ronaldo auf den von Juve bis dahin kaum erschlossenen Absatzmärkten in Asien, Südamerika und den USA. Kurzum: Die Bianconeri wurden innerhalb kürzester Zeit zur globalen Marke.
Ein Effekt, der sich wiederholen könnte. Wie Ronaldo bringt auch Neymar ein so umfassendes Netzwerk mit, allein auf Instagram folgen 231 Millionen Menschen dem brasilianischen Superstar. Gerade in Südamerika würde die Popularität von Juventus - vor allem mit Blick auf die WM 2026 - in die Höhe schießen.
Bei einem Marktwert von zwölf Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.com) und einem bis Dezember 2025 laufenden Vertrag wäre die Verpflichtung auf jeden Fall stemmbar. Doch der Deal birgt auch seine Gefahren.
Juventus und Neymar: Das ist die Schattenseite
"Das Talent des Brasilianers steht außer Frage. Aber der Schlüssel ist die körperliche Verfassung", fasste der ehemalige Top-Trainer Fabio Capello das Risiko gegenüber der "Gazzetta dello Sport" treffend zusammen.
Seit Anfang August 2023 fehlte Neymar 580 Tage und verpasste damit 86 Spiele verletzungsbedingt, vor allem der Oberschenkel macht dem 33-Jährigen in regelmäßigen Abständen zu schaffen. Wenn der Superstar kaum auf dem Rasen zu sehen ist, reicht selbst das finanziell attraktivste Image nicht als Rechtfertigung für den Transfer aus.
Wirtschaftlich mag die Neymar-Fantasie äußerst attraktiv sein, aus sportlicher Perspektive muss sich Juventus aber Gedanken machen. Und zwar aus zwei Gründen:
Darüber hinaus durchlebt Juventus zurzeit eine heikle Phase. Die sportlichen Erfolge waren in den vergangenen Jahren ausgeblieben, die Alte Dame verblasste auch aufgrund wirtschaftlicher Probleme zunehmend. In dieser Periode taten sich im Kader einige Baustellen auf. Neymar wäre dahingehend nur das i-Tüpfelchen und weniger ein Fundament für die Zukunft.
Zudem gilt Neymar spätestens seit seiner Zeit bei Paris Saint-Germain als Diva, die auf einen Sonderstatus pocht. Für eine Mannschaft, die sich erst finden muss und sich langsam wieder nach oben orientiert, ein tödliches Gift.
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Son über Abschied: "Worte der Kollegen rührten mich"
Quelle: Perform
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