Taktik-Check zum Clásico: Das Ronaldo-Dilemma - "CR7" muss auch in großen Spielen treffen

Real Madrid gegen den FC Barcelona: Der Clasico (heute ab 18:15 Uhr im Liveticker) ist das Nonplusultra im europäischen Fußball. Während der FC Barcelona die Verletzungspause von Lionel Messi gut überbrückte, hat Real Madrid Probleme: In den großen Spielen tauchte "CR7" abermals unter. Eurosport.de analysiert, warum der Portugiese gegen Spitzenmannschaften oft Schwierigkeiten bekommt.

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Acht Tore in der Liga, fünf weitere in der Champions League. Cristiano Ronaldos Arbeitsnachweis liest sich wieder einmal hervorragend - zumindest auf den ersten Blick. Denn der Portugiese hat wie sein Team einige Schwierigkeiten in der bisherigen Saison.
Beim Clasico gegen den FC Barcelona, bei dem Ausnahmespieler Lionel Messi aller Voraussicht nach sein Comeback geben wird, ist Ronaldo gefordert - und muss es seinen Kritikern zeigen.

Er kennt nur einen Weg

Egal ob im 4-3-3 oder 4-2-3-1, egal ob als Linksaußen oder Mittelstürmer: Cristiano Ronaldo kennt nur einen Weg - und zwar den zum Tor. Es gibt wohl wenige Spieler in der jüngeren Vergangenheit, die ihr Spiel so den Kern des Spiels ausgerichtet haben: das Toreschießen.
Beobachtet man "CR7" über 90 Minuten, wird sofort deutlich, dass wirklich nahezu jede Aktion dazu dient, in Abschlusspositionen zu kommen. Ist Real in Ballbesitz, sucht er sich sofort eine Position in Tornähe und fordert Flanken. Hat der Portugiese selbst den Ball, gibt es zwei Optionen: Oftmals lässt er den Ball einfach nur zum Passgeber zurückklatschen und startet wieder in die Spitze. Die zweite Variante sind seine (Fern)Schüsse.

Das alte Dilemma

In den europäischen Topligen sucht kein Spieler öfter den Abschluss: stolze 77 Schüsse feuerte Ronaldo bislang in der spanischen Liga ab. Zum Vergleich: Robert Lewandowski führt diese Statistik in der Bundesliga bei der gleichen Zahl an Einsätzen mit 59 an.
Zwar können die berüchtigten Flatterbälle von Ronaldo immer wieder für Gefahr sorgen, doch es gibt auch eine Kehrseite der Medaille. Zu oft probiert es Cristiano aus aussichtslosen Positionen und übersieht den freien Mitspieler. Sein Schussverhalten ist also ebenso zwiespältig zu betrachten wie sein Stellungsspiel.
Denn egal auf welcher Position er aufgestellt ist: Ronaldo ist Stürmer. Und zwar einer, der sich aus der Defensivarbeit heraushält. Nach Ballverlusten bleibt er vorne und lauert auf Konter. Dadurch erzielte er Tore und wird noch viele weitere Tore erzielen - kein Wunder, seine körperlichen Anlagen prädestinieren ihn zum perfekten Konterspieler. Doch gegen Spitzenmannschaften bekommt Real oftmals Probleme, dieses "Zocken" von Ronaldo defensiv zu kompensieren.
Die Rechnung ist ganz einfach: Machen nicht alle Spieler in der Defensive mit, fällt der direkte Zugriff auf den Ball schwerer. Dadurch gibt es weniger Ballgewinne, was wiederum das Kontern erschwert.

CR7 und die großen Spiele

Der Spruch "Große Spieler entscheiden große Spiele" ist wohl so alt wie der Fußball selbst. Da lohnt es sich doch, einen Blick auf die Leistungen von CR7 in den Spitzenspielen dieser Saison zu werfen.
Neben einem spektakulären Fünferpack beim 6:0-Kantersieg gegen Espanyol Barcelona traf Ronaldo gegen Levante, Las Palmas und Celta Vigo. Espanyol und Levante, die auf dem letzten Platz stehen, sind die Schießbuden der Liga, auch Las Palmas ist alles andere als ein Spitzenteam. Lediglich die Überraschungsmannschaft Vigo war ein halbwegs ernstzunehmender Gegner für die Königlichen.
Gegen stärkere Gegner wie Athletic Bilbao, Malaga, Atletico Madrid und Sevilla bliebt Reals Toptorschütze jedoch blass und ging leer aus. Gleiches gilt übrigens auch für die Spiele in der Champions League gegen Paris Saint-Germain.
Ob er dem Spiel gegen den katalanischen Erzrivalen seinen Stempel aufdrücken kann? Ein Clasico wäre ja ein würdiger Rahmen, um in dieser Saison mit Spitzenleistungen in Spitzenspielen anzufangen...
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