Taktik-Check: Plant Guardiola SO das Wunder?

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Der FC Bayern braucht im Rückspiel gegen den FC Barcelona nach der 0:3-Hinspielpleite (ab 20:45 Uhr im Liveticker) eine Sensationsleistung, um ins Finale der Champions League einziehen zu können. Doch gibt es wirklich noch Hoffnung für den deutschen Rekordmeister? eurosport.yahoo.de analysiert, wie das Wunder von München wahr werden könnte.

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"Wir liegen 0:3 zurück gegen die beste Mannschaft der letzten 15, 20 Jahre in Europa", fasste Pep Guardiola die Ausgangslage vor dem Rückspiel gegen den FC Barcelona (ab 20:45 Uhr im Liveticker bei eurosport.yahoo.de) zusammen, um dann nachzuschieben: "Aber wir werden es probieren." Ein Finaleinzug des FC Bayern wäre gemessen an der aktuellen Form, den verletzt fehlenden Spielern und dem vom Ergebnis her katastrophal verlaufenen Hinspiel ein Fußballwunder. Nicht mehr, nicht weniger.
Alles oder nichts? Kontrolle!
Da Bayern drei Tore aufholen muss, liegt die Vermutung nahe, dass die Münchener im Rückspiel alles auf eine Karte setzen müssen. Guardiola erteilte dieser Idee jedoch im Voraus eine Absage. "Ich möchte die Kontrolle haben. Wir müssen das Spiel kontrollieren und geduldig sein", forderte der Trainer.
Im vergangenen Jahr spielte seine Mannschaft nach der 0:1-Hinspielpleite bei Real Madrid im Rückspiel von der ersten Minute an mit offenem Visier – und wurde gnadenlos ausgekontert. Wie die von Guardiola angesprochene Kontrolle aussehen kann, hat das Hinspiel in mehreren Phasen gezeigt.
Besonders zu Beginn der zweiten Halbzeit konnte Bayern den Ball lange in den eigenen Reihen halten. Dies dürfte auch im Rückspiel das große Ziel der Münchener sein – kein Wunder, denn Akteure wie Xabi Alonso, Bastian Schweinsteiger oder Thiago sind in Ballbesitz deutlich wertvoller als beim Jagen der Gegenspieler.
"Gegenpressing ist der beste Spielmacher"
Phasenweise gelang es dem deutschen Rekordmeister im Hinspiel, auch nach Ballverlusten schnell wieder Zugriff auf den Gegner zu bekommen. Jürgen Klopp sagte nicht umsonst einmal, Gegenpressing sei der beste Spielmacher.
Um Barcelona also gar nicht erst kontern zu lassen, müssen die Münchener im Rückspiel so kompakt wie möglich stehen und sich in Ballbesitz gegenseitig absichern. Dies hat zum einen den Vorteil, dass solche Staffelungen für kurze Wege ins Tackling sorgen. Zum anderen könnte dies auch dafür sorgen, dass die Mittelfeldspieler mutigere Pässe spielen, wenn sie eine Absicherung im Rücken wissen.
Für eine solche Spielweise wäre vor allem Sebastian Rode eine interessante Option gewesen. Der Allrounder hätte mit seiner Umtriebigkeit und seinem bedingungslosen Einsatz dafür sorgen können, dass Barca im Zentrum nach Ballverlusten die nötige Zeit fehlt, um Messi, Neymar und Suarez zu bedienen.
Aus dem Hinspiel lernen
Guardiola wurde nach dem Hinspiel teilweise heftig für seine Startaufstellung kritisiert. Dabei waren die Gedanken hinter der Dreierkette klar nachvollziehbar. Zu Beginn spiegelten die Münchener das System der Katalanen, sodass viele klare Zuordnungen entstanden. Phasenweise spielte Bayern also mit Manndeckungen auf dem ganzen Feld – und machte damit ordentlich Druck auf den Spielaufbau der Katalanen.
Erst als das Pressing weniger intensiv wurde, konnte Barca die Spitzen ins Eins-gegen-Eins schicken. Guardiola erkannte dies und stellte auf Viererkette mit Raumdeckung um. Dies heißt jedoch nicht automatisch, dass die riskante Spielweise mit Dreierkette für das Rückspiel ausgeschlossen ist.
Editieren Lässt Guardiola das Pressing weiter intensivieren und Manuel Neuer noch etwas höher agieren, müsste Barcelona unkontrollierte lange Bälle spielen. Mit dem schnellen Boateng und "Manu dem Libero" als Absicherung wäre man gegen solche Befreiungsschläge bestens gewappnet. Natürlich ist das riskant, da immer ein Ball durchrutschen kann. Doch wenn Bayern zulässt, dass Messi und Co. die Pässe in den Fuß gespielt bekommen, ist das Risiko um ein Vielfaches höher.
Mut, Wahnsinn, Weltklasse oder einfach nur Tagesform? Was auch immer entscheidend wird im schier aussichtslosen Unterfangen des FC Bayern: Sie werden probieren, das Wunder wahr zu machen. Nicht mehr, nicht weniger.
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