Am Samstag trifft der FC Arsenal im menschenleeren Wembley-Stadium auf den FC Chelsea (ab 20:45 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de). Das FA-Cup-Finale steht an - die letzte Chance, eine verkorkste Saison noch zu retten und sich über Umwege für den internationalen Wettbewerb (Europa League) zu qualifizieren - jedenfalls für Arsenal.

Gelingt das nicht, droht den Gunners nicht nur auf Dauer das graue Mittelmaß, es könnte auch die großen Stars dazu veranlassen, dem Klub den Rücken zu kehren. Allen voran Stürmerstar Pierre-Emerick Aubameyang.

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FC Arsenal: Aubameyang will nicht verlängern

Der Gabuner steht seit der Rückrunde 2017/18 bei dem Verein unter Vertrag, hatte sich seine Zeit in London aber sicherlich anders vorgestellt. Den berühmten nächsten Schritt machte er nach seinem Wechsel von Borussia Dortmund in die Premier League lediglich auf der Gehaltsliste - rein sportlich, so ehrlich muss man sein - wäre ein Verbleib beim BVB wohl attraktiver gewesen.

Im rotweißen Jersey sah man den mittlerweile 31-Jährigen bisher jedenfalls lediglich in der Europa League, das letzte Champions-League-Spiel machte Auba am Nikolaustag 2017 - damals traf er für den BVB bei der 2:3-Niederlage bei Real Madrid im Estadio Santiago Bernabéu doppelt.

Es sind diese Spiele, um die es Fußballer auf allerhöchstem Niveau geht. Die Einsicht, dass mit dem FC Arsenal auf absehbare Zeit keine großen Abende in der Königsklasse anstehen, dürfte daher ernüchternd sein. Klappt es noch nicht mal mit der Europa League, wird Aubameyang auf Beendigung der Zusammenarbeit drängen. In Dortmund weiß man, welche Mittel der exzentrische Stürmer anzuwenden bereit ist, um seinen Willen durchzuboxen.

Aubameyang: Zu alt für Real und Barça?

Den Traum, eines Tages für einen der großen spanischen Vereine aufzulaufen, hegt Aubameyang ohnehin seit Jahren - und die Chancen werden mit steigendem Alter nicht größer. Der Entschluss, die Gunners am Saisonende zu verlassen, mag daher längst im Gabuner gereift sein. Hinweise darauf sind die aktuell stockenden Gehaltsverhandlungen. Aubas Vertrag läuft im Sommer 2021 aus, Arsenal will verlängern, beißt aber auf Granit.

Doch ganz so einfach ist es für Aubameyang beileibe nicht. Auch der Premier-League-Torschützenkönig der Saison 2018/19 ist bereits im gehobenen Fußballeralter. Das Problem: Sowohl der FC Barcelona als auch Real Madrid suchen langfristige Nachfolger für Luis Suárez (33) und Karim Benzema (32). Eine Verjüngungskur wäre ein Zukauf von Aubameyang jedenfalls nicht.

Barça hat seinen Kronprinzen ohnehin schon ausgemacht. Lautaro Martínez von Inter Mailand soll entweder schon dieses Sommer, spätestens aber 2021 in die Fußstapfen Suárez’ treten.

Was also tun, wenn keiner von Aubas Wunschvereinen anbeißt?

Lautaro segna il 2-0 in Napoli-Inter

Fotocredit: Getty Images

Juventus, Inter, PSG oder doch Arsenal?

Dem heftigen Brodeln der Gerüchteküche ist zu entnehmen, dass es genügend andere attraktive Abnehmer für den 31-Jährigen gibt. Da wäre zum einen Juventus Turin, das einen Nachfolger für Gonzalo Higuain (32), dessen Vertrag ebenfalls im Juni 2021 ausläuft, suchen soll.

Auch hier ist es jedoch wahrscheinlich, dass die Alte Dame etwas zukunftsträchtigeres sucht. Cristiano Ronaldo befindet sich ja auch eher im letzten Karrieredrittel, um es ganz vorsichtig zu formulieren.

Dann wären da noch Inter Mailand, das einen Nachfolger für den abwanderungswilligen Martínez sucht und Paris Saint-Germain, das mindestens Edinson Cavani ersetzen muss. Vor allem die Pariser-Variante könnte interessant werden, schließlich trainiert dort mit Thomas Tuchel ein alter Bekannter. Zudem kennt Aubameyang die Ligue 1 noch bestens aus seiner Anfangszeit bei AS Saint-Etienne.

Es wird vor allem darauf ankommen, was der Name Aubameyang auf dem von der Corona-Pandemie geprägten Transfermarkt an Ablöse generieren kann und ob der FC Arsenal mit dieser Summe dann einverstanden ist. In Nord-London wird man seine Vorstellungen davon haben, was der beste Torjäger (68 Tore in 108 Spielen) noch wert ist. Einen Corona-Rabatt wird es sicherlich nicht geben.

Aubameyang sollte daher am Samstag im Wembley-Stadium mit dem Kopf voll beim FC Arsenal sein und helfen, die Gunners zumindest in die Europa League zu hieven. Schließlich könnte das im nächsten Jahr die einzige Chance sein, seine Duftmarke auf internationaler Bühne zu hinterlassen.

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