Außenseiter Barnsley begann die Partie von Beginn weg sehr engagiert und setzt Chelsea bereits tief in der eigenen Hälfte unter Druck. Das zeigte Wirkung, die Gäste konnten sich, trotz mehr Ballbesitz in der Anfangsphase, kaum über die Mittellinie kombinieren. Für diesen Mut wurden die Reds auch mit der ersten Chance des Spiels belohnt.
Alex Mowatt brachte den Ball von der linken Strafraumgrenze an den ersten Pfosten, dort wurde die Hereingabe zur Callum Brittain in der Mitte verlängert. Der wollte aus kurzer Distanz eindrücken, aber Kepa war auf der Höhe und verhinderte mit einem starken Reflex das 1:0 (10.). Nach dieser Möglichkeit befreiten sich die Blues etwas, aber das auf zehn Position gegenüber dem letzten Ligaspiel veränderte Team tat sich weiterhin schwer.
Allerdings hätte Chelsea in der 20. Minute einen Elfmeter bekommen müssen, den verwehrte Schiedsrichter Martin Atkinson jedoch. Billy Gilmour hatte mittig auf Tammy Abraham durchgesteckt, der zog im Strafraum auf und wurde im letzten Moment von Toby Sibbick umgegrätscht. Der Barnsley-Verteidiger traf nur den Gegenspieler, aber da es in dieser Runde des FA Cups keinen VAR gab, konnte die Entscheidung auch nicht überprüft werden.
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Trostpreis für Lewandowski - Bellingham knapp geschlagen
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In den Strafraum kamen die Londoner danach nicht mehr so schnell, sie dominierten zwar den Ball, aber die Elf von Trainer Valérien Ismaël hielt sie gut vom Tor weg. Näher als Christian Pulisic, der in eine Hudson-Odoi-Flanke grätsche, kamen die Gäste dem Tor nicht und dieser Abschluss war völlig ungefährlich (41.).
Das war dafür aber noch einmal Brittain. Der Mann vom rechten Flügel wurde mit einer Eckenvariante bedient. Die Reds spielten einen Eckstoß von der linken Seite flach an den ersten Pfosten, wo zehn Meter vor dem Tor Brittain sehr viel Platz hatte. Er wollte den Ball ins lange Eck legen, das hätte wahrscheinlich auch geklappt, aber ein Teamkollege fälschte ihn knapp neben das Tor ab (43.).
Zur zweiten Halbzeit stellte Chelsea Trainer Thomas Tuchel um und brachte unter anderem Antonio Rüdiger in die Partie. Rüdigers Nationalmannschaftskollegen Kai Havertz und Timo Werner wurden geschont und standen gar nicht erst im Kader. Die Umstellung von Dreierkette auf Viererkette tat den Blues gut, sie konnten sich viel besser aus der eigenen Hälfte befreien und übernahmen mehr und mehr das Kommando.
Die erste Möglichkeit erarbeitet sich Callum Hudson-Odoi. Der junge Engländer ging links ins Dribbling, ließ zwei Gegner stehen, drang in den Strafraum ein und zog ab. Sein Schuss, aus spitzem Winkel, verfehlt das lange Ecke jedoch relativ klar (58.). Das war der Beginn einer Chelsea-Druckphase. Die nächste Möglichkeit gehörte Rüdiger, der eine Kopfball, nach einem Freistoß, knapp neben das Tor setzte (61.).
In der 65. Minuten war der Bann dann gebrochen. Billy Gilmour bediente Reece James schön auf der rechten Seite, der hatte viel Platz und nahm Tempo auf. Der neue eingewechselte Rechtsverteidiger marschierte in den Strafraum und legte am Fünfmeterraum nach innen, wo Tammy Abraham nur noch einschieben musste (65.). Bitter für Barnsley war, dass das Schiedsrichtergespann dabei eine Abseitsstellung Abrahams übersah.
Das 1:0 schien Chelsea genug, denn die Londoner attackieren nicht weiter, sondern verwalten nun das Ergebnis. Nur der sehr agile Hudson-Odoi zeigt sich noch in der Offensive. Er verpasste mit einem Schlenzer vom linken Strafraum Eck knapp das 2:0 (73).
Das Verwalten gelang Chelsea allerdings ziemlich souverän, Barnsley kam nur noch durch eine Aussetzer von Kepa zu einer Möglichkeit. Der Chelsea-Schlussmann konnte eine Freistoßflanke nicht festhalten und beförderte den Ball zu Michael Sollbauer. Der Österreicher hob den Ball über Kepa hinweg aufs Tor, aber Abraham konnte vor der Linie per Kopf klären (78.). Danach warf Barnsley alles nach vorne, kam jedoch nicht mehr zwingend vors Tor.

Die Stimmen:

Valérien Ismaël (Trainer Barnsley FC): „Es war genau das Spiel, das wir wollten. Wir haben eine großartige Leistung gezeigt. Wir konnten sehen, wie weit uns unsere Prinzipien bringen können, so weit das Chelsea Fehler macht. Wir haben es in der ersten Halbzeit perfekt gemacht, aber wir hätten ein Tor erzielen müssen."
Thomas Tuchel (Trainer Chelsea FC): „Wir haben nicht mit genug Überzeugung gespielt und es war lange Zeit sehr eng. Wir können eindeutig besser spielen, also ja, ich habe mehr erwartet, aber nicht so viel mehr, dass ich frustriert bin.”

Der Tweet zum Spiel:

Die deutschen Chelsea-Fans vermissten Kai Havertz, der beim 6:0 Sieg gegen Barnsley im Carabao Cup dreimal getroffen hatte.

Das fiel auf: Tuchels System funktionierte nicht

Thomas Tuchel ließ wie zuletzt in einem 3-4-2-1 beginnen. Bei eigenem Ballbesitz rückten die Außenbahnspieler Callum Hudson-Odoi und Marcos Alonso hoch auf und die zwei Zehner Christian Pulisic und Hakim Ziyech ließen sich tief fallen. Dieser Kniff ging allerdings überhaupt nicht auf, Chelsea hatte in der Anfangsphase große Probleme sich spielerisch aus der eigenen Hälfte zu befreien. Das gelang im zweiten Abschnitt viel besser, auch weil Tuchel auf ein klassisches 4-2-3-1 umstellte. Vor allem Hudson-Odoi tat das gut, er wechselte von der rechten Außenbahn auf den linken offensiven Flügel und war ab dem Zeitpunkt der mit Abstand auffälligste Chelsea-Akteur.

Die Statistik: 1

Es war der allererste Sieg für Chelsea gegen Barnsley im FA Cup. Die beiden Teams hatten sich bisher zweimal im Pokalwettbewerb getroffen und immer hatten die Reds die Oberhand behalten. 1989 siegte Barnsley mit 4:0 und 2008 mit 1:0.
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