Wenn Thomas Tuchel über das altehrwürdige Wembley-Stadion spricht, wird seine Stimme feierlich und seine Augen beginnen zu leuchten. "Das ist ein besonderer Ort im Weltfußball", schwärmte er von der Kathedrale des Fußball-Mutterlandes, dort an der Seitenlinie zu stehen, noch dazu im FA-Cup-Finale, sei "etwas sehr, sehr Besonderes. Das Stadion hat einen großen Namen, auch in Deutschland und ganz Europa."
Den DFB-Pokal hat Tuchel 2017 mit Borussia Dortmund gewonnen, den Coupe de France im vergangenen Jahr mit Paris Saint-Germain. Am Samstag (ab 18.15 Uhr im Eurosport Liveticker) kann der Teammanager mit Champions-League-Finalist FC Chelsea gegen Leicester City seinen persönlichen Pokal-Hattrick perfekt machen - und als erster deutscher Trainer im ältesten Fußball-Wettbewerb der Welt triumphieren. "Ich habe schon ein paar Finals gewonnen und hatte danach die besten Nächte meines Lebens", sagte Tuchel am Freitag, "ich bin zwei, drei Tage glücklich - aber dann ist sofort der Hunger wieder da."
Erst recht auf den FA Cup. Seit 1871/72 wird um diesen Pokal gespielt, der Elsässer Arsene Wenger (FC Arsenal) ist mit sieben Siegen Rekordgewinner unter den Trainern. Neben zahllosen Engländern und Schotten haben ihn ein weiterer Franzose, ein Nordire, ein Portugiese, drei Niederländer, vier Spanier und fünf Italiener gewonnen - aber selbst "König" Jürgen Klopp stand noch nie im Endspiel. Jetzt, bei der 140. Auflage, greift Tuchel nach der 6,3 kg schweren Trophäe aus 925er Sterlingsilber.
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"Du willst immer mehr, mehr und mehr", sagte er über die "wunderbare" Aussicht auf den Cup, "wir sind Chelsea, hier geht es ums Gewinnen, um Titel!" Für sein Team um die Nationalspieler Kai Havertz, Timo Werner und Antonio Rüdiger komme es darauf an, das Endspiel in der Königsklasse gegen Manchester City (29. Mai) aus den Köpfen zu kriegen. "Wir dürfen nicht ein Prozent an Fokus nachlassen", betonte Tuchel.

Chelsea-Coach Thomas Tuchel

Fotocredit: Getty Images

Tuchel nach Niederlage gegen den FC Arsenal im "Wut-Modus"

Das sei am vergangenen Mittwoch gegen den FC Arsenal (0:1) passiert "und wir wurden dafür bestraft. Wir haben verstanden." Nach der erst zweiten Niederlage seiner Amtszeit sei er immer noch "im Wut-Modus", bekannte Tuchel, aber das schärfe nur seine Sinne.
Auch für ein ganz neues Erlebnis. Tuchel spielt erstmals als Chelsea-Coach vor Fans, immerhin 21.000 Zuschauer dürfen ins Wembley-Stadion. "Das wird ein Schock, aber auch wunderschön", sagte er und lachte.
Ob Letzteres auch für das zweite von drei "Endspielen" am Dienstag gilt? Dann trifft der Tabellenvierte im Kampf um die Qualifikation für die Königsklasse am vorletzten Liga-Spieltag erneut auf Leicester, das zwei Punkte vor den Blues liegt. "Das ist schon ein bisschen kurios", sagte Tuchel über diese Konstellation: "Es wird sehr hart, es wird kompliziert. Aber wir sind bereit."

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