Scouting-Report: Michael Reschke beobachtet Miranda, Diawara und Hysaj

Der FC Bayern München sieht sich in der Serie A nach Abwehrspielern um. Kader-Manager Michael Reschke war in der letzten Woche bei drei Spielen vor Ort und guckte genau hin. Was für und was gegen die beobachteten Spieler spricht.

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Wo immer Michael Reschke auftaucht, ist Vorsicht geboten: Wen hat der Kader-Manager des FC Bayern München diesmal im Visier?
Passend zum Champions-League-Auftritt der Bayern bei Juventus Turin hat Reschke die letzten Tage Italien unsicher gemacht.
Laut dem italienischen Transfer-Experten Gianluca Di Marzio schaute sich der Technische Direktor, der hinter vielen Transfers der Münchner steht, gleich drei Spiele der Serie A an: Am Freitag beobachtete er Juventus beim 0:0 beim FC Bologna, am Samstag schaute er bei Inter Mailand gegen Sampdoria Genua (3:1) vorbei und am Montag bei SSC Neapel gegen den AC Mailand (1:1).

Bayern scoutet Abwehrspieler

Auf dem Scoutingplan: neue Rechtsverteidiger auskundschaften. Da haben die Bayern mittelfristig Bedarf, weil Philipp Lahm (32) und Rafinha (30, Vertrag bis 2017) nicht mehr die Jüngsten sind.
Laut Di Marzio hatte Reschke besonders den Napoli-Verteidiger Elseid Hysaj im Auge. Der 22 Jahre alte albanische Nationalspieler stand diese Saison schon 30-mal für den Serie-A-Zweiten auf dem Platz, ist zweikampfstark, angenehm groß (1,82 Meter) und technisch beschlagen. Manko: Als Profi hat Hysaj erst zwei Tore vorbereitet, manchmal fehlt ihm noch die Spielübersicht.

Hysaj im Fokus

Vergangenen Sommer wurde er mit dem FC Augsburg, dem FC Schalke 04 und dem VfL Wolfsburg in Verbindung gebracht - was aufzeigt, auf welchem Niveau Hysaj bis dato anzusiedeln war.
Bei Napoli hat der Albaner nun jedoch den nächsten Schritt gemacht und erste Europacup-Erfahrung gesammelt - deswegen lohnte sich der Blick für Reschke, auch wenn Hysaj gegen Milan unauffällig blieb.
Was generell gegen einen Wechsel spricht: Hysajs Vertrag bis 2020 und dessen enge Bindung zu Trainer Maurizio Sarri, der ihn vergangenen Sommer für fünf Millionen Euro Ablöse vom FC Empoli mitbrachte.

Bayern-Interesse an Miranda? Unwahrscheinlich!

Ein weiteres Scouting-Ziel laut Di Marzio: Inter-Verteidiger Miranda. Der 31-Jährige ist brasilianischer Nationalspieler und stand mit Atlético Madrid 2014 im Champions-League-Finale. Diese Saison hat er die Inter-Abwehr stabilisiert - mit Miranda ist der Klub in die Spitzengruppe zurückgekehrt.
Etwas kompliziert ist die Vertragslage: Miranda ist aktuell bis 2017 aus Madrid ausgeliehen, wird zum 1. Juli 2017 aber für dann insgesamt 15 Millionen Euro Ablöse fest von Inter verpflichtet.
Was für ihn spricht: Mit 223 Pflichtspieleinsätzen für Vereine und Nationalteam seit 2011 ist er deutlich weniger verletzungsanfällig als Javi Martínez (166) oder Medhi Benatia (157). Die sind allerdings vier beziehungsweise drei Jahre jünger - es wäre schon sehr ungewöhnlich, wenn Bayern einen 31 Jahre alten Innenverteidiger holen würde, der Atlético nicht mehr gut genug war.

Bologna-Juwel Diawara

Last but not least soll sich Reschke laut Di Marzio für Amadou Diawara vom FC Bologna interessiert haben. Der 18-Jährige aus Guinea ist unter Italiens ehemaligem Nationaltrainer Roberto Donadoni bereits Stammspieler im defensiven Mittelfeld, überzeugt durch Laufstärke, taktische Disziplin und eine enorm abgeklärte Spielweise.
Was dagegen spricht: im zentralen Mittelfeld ist Bayern nach der Vertragsverlängerung von Xabi Alonso und mit den Leihspielern Pierre-Emile Höjbjerg und Gianluca Gaudino gut aufgestellt - und was Diawara in seinem Alter braucht, ist Spielpraxis.
Was dafür spricht: Einen Spieler aus der heimischen Serie A wird Bayern dem neuen Trainer Carlo Ancelotti im Sommer schon gönnen...
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