Wechselt Mario Götze vom FC Bayern zu Juventus Turin?

Im Zuge der Bemühungen um Arturo Vidal wird beim FC Bayern auch über einen Tausch spekuliert. Mario Götze soll der Auserwählte von Juventus Turin sein, und weil es Götze ist, hat die Sache besondere Brisanz. Der WM-Siegtorschütze ist Bayerns heikelste Personalie. Geht er, wäre das ein Eingeständnis eines groben Fehlers. Dabei spricht einiges dafür, dass Götze von einem Wechsel profitieren könnte.

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Wenn der selbsternannte "Krieger" kommt, mit seinem rasierten Schädel und den vielen Tattoos und der rabiaten Spielweise, dann wäre das ein Spektakel.
Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, stufte einen Transfer von Arturo Vidal als "sehr wahrscheinlich" ein. Was allerdings unausgesprochen blieb, war eine mögliche und höchst explosive Folge des Coups: Wechselt Vidal nach München, könnte Götze nach Turin gehen. Könnte.
Blätter wie die "Gazzetta dello Sport" haben diese Konstellation aufgeworfen. Die "tz" schloss sich an, und plötzlich wurde kolportiert, dass Bayern sich Vidal schnappt und trotzdem Gewinn verbucht - weil Götze höher am Markt taxiert sei. Rummenigge selbst betonte, dass es "keine Verquickung bei Transfergeschäften" gäbe. 
"Schwierig, aber nicht unmöglich"
Der itailenische Eurosport-Journalist Stefano Dolci ordnet einen Tausch zwischen Vidal und Götze als "schwierig, aber nicht unmöglich" ein, Juventus-Trainer Massimiliano Allegri sei ein Fan des Deutschen.
Laut "Tuttosport" habe er bereits mit Bayern-Coach Pep Guardiola telefoniert, dem nachgesagt wird, weniger von Götzes Qualitäten überzeugt zu sein. "Es scheint, als ob ihn Juve für zwei Jahre ausleihen will, mit einer Rückkaufoption für Bayern 2017", sagt Dolci.
Stand jetzt visiert Götze seine dritte Saison in München an. Dabei könnte der WM-Finaltorschütze durchaus Nutzen aus einer Luftveränderung ziehen.
Nach starker Hinrunde 2014/15 sackten Götzes Leistungen in der zweiten Halbserie ab. In der Bundesliga kam er insgesamt auf neun Tore und vier Vorlagen, sammelte 2015 jedoch nur vier Scorerpunkte - drei davon beim 8:0 gegen den HSV.
Ein ähnliches Bild bot sich auf europäischem Parkett, wo Götze vier Tore und drei Assists beitrug, in der K.o.-Phase aber lediglich beim 7:0 über Donezk in den Statistiken auftauchte.
Beckenbauers Rüge: "Wie ein Jugendspieler!"
Mit jedem ertragslosen Einsatz blies der Wind rauer für den 37-Millionen-Einkauf. "Wir haben viel Geld in den Transfer investiert, unsere Erwartungen sind automatisch groß", erklärte Rummenigge der "Sport Bild".
Sie werden nicht kleiner. Die Konkurrenz auch nicht. Mit Douglas Costa türmt sich neues Personal auf, der Name Ángel Di María geistert weiterhin durch München.
Coach Guardiola lobte Götze auffallend ("Hat uns viel geholfen"), doch gilt es als gesichert, dass er 2013 lieber Neymar verpflichtet hätte. Fehlende Rückendeckung ist auch das, was Götze-Berater Volker Struth in der "Bild" bemängelte. "Ich bin fest davon überzeugt: Wenn Mario Vertrauen spürt, ist es einfacher, noch mehr von seinem unglaublichen Potential abzurufen. Dann ist er einer der besten Spieler der Welt!"
Mit Franz Beckenbauer war das wohl nicht abgesprochen. "Manchmal kommt er mir in seinen Bewegungen wie ein Jugendspieler vor", tadelte Bayerns Ehrenpräsident bei "Sky" und forderte: "Es wird Zeit, dass er langsam erwachsen wird."
Fernab von Deutschland?
Götze bezeichnete das Ausland einmal als "reizvoll". Eurosport-Journalist Dolci weiß, dass Juventus Turin "eine großartige Möglichkeit" wäre, zumal Vidal bei Bayern offenbar als Spielmacher eingeplant wäre - und damit als weiterer direkter Götze-Rivale. Schon im Vorjahr musste dieser meist auf dem linken Flügel ran, bei Juve aber wird eine Nummer 10 gesucht. "Allegri will einen Offensiven, der direkt hinter dem Mittelstürmer spielt. Da sollte Götze seine Stärken perfekt einbringen können", glaubt Dolci.
Sammers Plädoyer für Götze
Das klingt sinnig, zumindest in der Theorie. Praktisch sieht es anders aus. Zwar würde sich Bayern bei einem Verkauf (oder einer Leihe) ein ansehnliches Gehaltsvolumen sparen, doch gleichermaßen wäre damit ein Gesichtsverlust besiegelt: Den WM-Helden kennt die ganze Welt, er ist Werbeträger und Imagefigur, er ist eine eigene Marke.
Ein Wechsel des einstigen Königstransfers wäre Bayerns Eingeständnis eines Fehlers. Kein Wunder, dass Matthias Sammer oft und laut für Götze trommelt.
Gegenüber dem "ZDF" setzte er im Mai zu einer wahren Verteidigungsrede an. Götze, proklamierte Sammer da, "wird den nächsten Schritt im nächsten Jahr tun. Bei aller Bescheidenheit, bei uns ist es schwerer als in Dortmund. Und hier spielt er besser! Wenn man bei uns durchgeht, wird man ein ganz Großer. Ich weiß: Er wird da durchgehen."
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