Deutschland gewinnt WM-Finale gegen Frankreich - fünf zentrale Figuren hinter dem historischen Erfolg

Deutschland hat erstmals die U17-WM-Krone erobert. Bei der Weltmeisterschaft in Indonesien setzte sich das Team des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit 4:3 im Elfmeterschießen gegen Frankreich durch und bewältigte auch im Finale einige Widerstände. Aus dem starken Kollektiv ragten im Endspiel auch individuelle Leistungen hervor. Eurosport stellt fünf der Köpfe im deutschen Team vor.

Deutsche U17 jubelt über WM-Sieg: Triumph nach Krimi

Quelle: SID

Durch ein 4:3 im Elfmeterschießen (2:2) hat sich die deutsche U17-Nationalmannschaft gegen Frankreich im Finale der B-Junioren-Weltmeisterschaft erstmals den Titel geholt.
Im hochspannenden Endspiel in der indonesischen Stadt Surakarta hatten die Deutschen trotz längerer Unterzahl nach dem Platzverweis gegen Winners Osawe in der zweiten Halbzeit das bessere Ende für sich, da sie im finalen Shootout die besseren Nerven hatten.
Die Stärke des Teams lag dabei in der Mischung eines starken Kollektivs mit hervorragenden individuellen Leistungen und einem Bundestrainer, der auch bei kniffligen Situationen die Ruhe behielt.
Fünf prägende Köpfe im deutschen Team:

Christian Wück

Kapitän Noah Darvich wusste, dass er im größten Augenblick seiner bisherigen Karriere einem anderen den Vortritt lassen sollte. Statt als Erster die WM-Trophäe nach dem Triumph im Endspiel gegen Frankreich (4:3 i.E.) in die Höhe zu recken, überließ der Mann vom FC Barcelona seinem Trainer Wück den Vortritt.
Der 50-Jährige ist ohne Frage der Vater des Erfolgs, ihm war es gelungen, eine verschworene Gemeinschaft zu formen. Seine Team bestach mit ihrer Mentalität, ihrer Willensstärke und ihrem Durchsetzungsvermögen.
"Wir sind Weltmeister und Europameister. Ich habe den Jungs gesagt, sie machen sich heute unsterblich", sagte Wück nach dem Erfolg bei "Sky". Bei der offiziellen Pressekonferenz musste der Coach aber dann doch die schier grenzenlose Freude seiner Schützlinge über sich ergehen lassen. Der Dortmunder Paris Brunner, zum besten Spieler des Turniers gekürt, kippte ihm ein Kaltgetränk über den Kopf.
Bemerkenswert: Die Zukunft des Trainers beim DFB ist noch offen. "Ich werde das Ganze genießen, ein bisschen abschalten und mir dann Gedanken um meine Zukunft machen. Es liegt nicht an mir, sondern daran, ob der DFB weitermachen möchte", sagte Wück am Sonntag der Bild.

Paris Brunner

Bei Instagram postete der Dortmunder nach dem WM-Titelgewinn und seiner Wahl zum besten Spiel der Weltmeisterschaft in Indonesien ein Foto, das ihn auf einem wuchtigen Stuhl, der einem Thron gleicht, zeigt. "Es freut mich natürlich, dass ich als bester Spieler ausgezeichnet wurde", meinte der fünffache Turniertorschütze.
Auch im Endspiel gegen die Franzosen war er per Strafstoß (29.) zum 1:0 erfolgreich. Später im Elfer-Thriller versagten ihm zwar die Nerven, dafür sprangen - wie so oft - im Turnierverlauf Mitspieler in die Bresche.
"Ich habe noch nie so eine geile Mannschaft gesehen. Wir halten zusammen, egal was passiert. Wir sind die beste Mannschaft der Welt, da hält uns auch eine rote Karte nicht auf, weil wir einfach ein Team sind", brachte Brunner die Vorzüge der deutschen Weltmeister auf den Punkt.
Wück nominierte den hochveranlagten Borussen-Spieler, auch wenn dieser "aus disziplinarischen Gründen" vom BVB zwischenzeitlich suspendiert worden war. Sein Vertrauen in Brunner wurde mehr als gerechtfertigt.
Brunner hatte schon im Mai und Juni beim EM-Triumph der deutschen U17 als Torschützenkönig und bester Spieler des Turniers die Blicke auf sich gezogen. Der Lohn: Die Fritz-Walter-Medaille in Gold für den besten deutschen Spieler des Jahrgangs 2006.

Noah Darvich

Wenn der große FC Barcelona einen deutschen Nachwuchsspieler für immerhin 2,5 Millionen Euro Ablöse verpflichtet, dann wissen die Katalanen in der Regel, dass es gut angelegtes Geld ist. Denn die Nachwuchsakademie La Masia war und ist die Talentschmiede der Katalanen.
Darvich ist als Kapitän der Leader im deutschen Team, einer der immer vorneweg geht, die anderen mitreißt. Im Endspiel gegen Frankreich erzielte der Ex-Freiburger mit einem Billardtor (51.) das 2:0.
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Noah Darvich

Fotocredit: Getty Images

Da war nicht abzusehen, dass die deutsche Auswahl nach der Gelb-Roten Karte für Winners Osawe (69.) noch den Ausgleich kassieren würde und wie schon im Halbfinale gegen Argentinien ins nervenaufreibende Elfmeterschießen musste.
"Es war purer Kampf. Als Team haben wir es perfekt gemacht. Eine Rote Karte in so einem Spiel zu sehen, ist eklig", betonte Darvich, der bei der Siegerehrung eine tolle Geste zeigte und Trainer Christian Wück den Vortritt ließ, um die WM-Trophäe als Erster zu präsentieren.

Konstantin Heide

Der Torwart der SpVgg Unterhaching war auch im Endspiel die Zuverlässigkeit in Person. Wiederholt parierte er glänzend und verhinderte in einer Abwehrschlacht des DFB-Teams in Unterzahl gegen Frankreich weitere Gegentore in der regulären Spielzeit.
Die Franzosen konnten zwar zum 2:2 ausgleichen, aber im Elfmeterschießen zeigte Heide einmal mehr sein starkes Nervenkostüm. Er wehrte gleich zwei Elfer ab, ein weiterer ging über das Tor. "Was Konstantin im Elfmeterschießen zeigt, war einfach unglaublich", urteilte Darvich.
Gegen Argentinien war der Hachinger nur aufgrund der Erkrankung von Stammtorwart Max Schmitt in die deutsche Start-Elf gerückt. So gab Wück Heide auch im Endspiel den Vorzug und bewies das richtige Näschen.

Almugera Kabar

Eigentlich war Paris Brunner auserkoren, den deutschen WM-Triumph beim U17-Titelkampf gegen Frankreich unter Dach und Fach zu bringen. Doch der bislang so nervenstarke Dortmunder vergab die Entscheidung im Elfmeterschießen, dafür sprang sein BVB-Teamkollege und Abwehrspieler Kabar in die Bresche. Sein Schuss zum 4:3 ließ alle Dämme bei den deutschen U17-Weltmeistern brechen.
"Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, ich bin total stolz auf die Mannschaft", meinte der Matchwinner. Man habe soviel erlebt, "sind durch dick und dünn gegangen. Unbeschreiblich, das war der beste Moment in meiner Fußballkarriere".
Er war im Übrigen total überzeugt, dass er die Entscheidung herbeiführen würde: "Ich bin zum Elfmeterpunkt gegangen und wusste sofort, ich werde den reinmachen für die Mannschaft."
(SID)
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Garant für Erfolg: Wück erklärt den deutschen WM-Triumph

Quelle: Perform

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