Der Mann für die magischen Momente: Emre Can do

Eurosport bei Google

Seine Trainer geraten ins Schwärmen, wenn sie von Emre Can sprechen. Seine Gegner tragen schon einmal blauen Flecken davon, wenn sie mit Emre Can aneinandergeraten. Und Emre Can selbst, traut sich durchaus zu, in Liverpool in die Fußstapfen einer Legende zu treten. Doch zunächst soll mit der deutschen U21-Nationalmannschaft der EM-Titel her - mit Emre Can als Führungsspieler.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

"Emre hat auf jeden Fall Führungsqualitäten", lobt DFB-Trainer Horst Hrubesch den 21-Jährigen, der die deutsche Auswahl mit seinem Tor im ersten EM-Spiel gegen Serbien das Remis rettete und auch beim 3:0 gegen Dänemark aus einer stark verbesserten Mannschaft herausstach. Seine Präsenz auf dem Feld beeindruckt. Sein Kampfgeist reißt mit. Sein Selbstvertrauen ist unerschütterlich.
"Ich traue mir durchaus zu, in der kommenden Saison Stevens Position zu übernehmen", sagt Can über seine Perspektiven beim FC Liverpool, nachdem Klublegende Steven Gerrard in diesem Sommer nach 17 Jahren seinen Platz in der Schaltzentrale bei den "Reds" räumt. Was nach der Spur Überheblichkeit klingt, die ihm hin und wieder vorgeworfen wird, untermauert Cans Vereinscoach Brendan Rodgers, wenn er sagt, "er wird sich zu einem Weltklassespieler entwickeln. Wenn man Emre noch ein paar Jahre Zeit gibt, dann kann er in jeder Mannschaft der Welt spielen."
Die Karriere des gebürtigen Frankfurters hat in den vergangenen beiden Jahren mächtig Fahrt aufgenommen. Mit 18 Jahren debütierte er beim FC Bayern im DFB-Pokal, ein Jahr später führte er Bayer Leverkusen als Stammspieler in die Champions League, ehe der FC Liverpool ihn für die festgeschriebene Ablöse von zwölf Millionen Euro an die Anfield Road holte. "Emre ist der kompletteste Spieler, den ich in meiner Karriere je gesehen habe", lobt Steffen Freund, 2011 als Trainer WM-Dritter mit der deutschen U17 und Emre Can als Kapitän.
Ein Song für "Mr. Versatile"
Bei den "Reds" schätzen sie besonders seine Vielseitigkeit. Ob defensives Mittelfeld oder Abwehrreihe, Can ist sich auch für "die Drecksarbeit nicht zu schade", wie Coach Rodgers feststellt. Am liebsten jedoch im Zentrum. "Hier fühle ich mich am wohlsten", sagt er. "Ich spiele aber auch hinten rechts, in der Innenverteidigung oder auf jeder anderen Position, auf der ich dem Team helfen kann."
"Mr. Versatile", wie die Fans den 21-Jährigen rufen, hat in Liverpool sogar einen eigenen Song bekommen: "His name is Emre Can, he is a magic man" - der Mann für die magischen Momente. Die möchte Can sowohl im Verein, als auch mit der U21 erleben. Mit den "Reds" will er endlich wieder Titel gewinnen und die nun schon 25 Jahre andauernde Meisterschafts-Flaute beenden, mit der DFB-Auswahl soll es in Tschechien noch weit gehen. "Nur am Turnier teilzunehmen - dafür fahren wir nicht hin", hatte Can angekündigt und in den ersten beiden Spielen vorgelebt, was er von seinen Mitspielern erwartet.
Blendende Aussichten
"Emre ist einer, der antreibt, einer, der der Mannschaft sagt: Wir müssen jetzt dieses oder jenes machen", sagt DFB-Sportdirektor Hans-Dieter Flick bei "Spiegel online". "Er ist genau der Spielertyp, den man in einer Mannschaft braucht."
Bei Bundestrainer Joachim Löw steht er auf dem Zettel, eine Berufung für die A-Nationalmannschaft gilt als beschlossene Sache. Die Chancen stehen also gut, dass Can seine Qualitäten demnächst bei den "Großen" beweisen darf - am liebsten natürlich als frischgebackener U21-Europameister.
Mehr als 2 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung