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UEFA bereitet Strafanzeige gegen FIFA-Präsident Infantino vor - Machtkampf eskaliert nach gescheiterten Investorenplänen
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Update 27/08/2026 um 19:53 GMT+2 Uhr
Inmitten des Machtkampfes mit Gianni Infantino erhöht die Europäische Fußball-Union (UEFA) den Druck massiv und bereitet im Zusammenhang mit dem inzwischen verworfenen Investorenplan eine Strafanzeige gegen den FIFA-Chef vor. Dies geht aus einem 60-seitigen Dokument hervor, über das britische Medien am Donnerstag zuerst berichteten und das dem SID vorliegt.
Die UEFA bereitet eine Anzeige gegen den FIFA-Präsidenten vor
Fotocredit: Getty Images
Die UEFA erhöht nochmals den Druck - und will Gianni Infantino vor Gericht zerren: Inmitten des Machtkampfes im Weltfußball lassen die Europäer nicht nach und bereiten eine Strafanzeige gegen den FIFA-Chef vor.
Der Boss des Weltverbandes soll sich nach Wunsch der Europäischen Fußball-Union (UEFA) endlich zurückziehen - und zugleich für seinen inzwischen verworfenen Investorenplan zur Rechenschaft gezogen werden.
Dies geht aus einem 60-seitigen Dokument hervor, das dem SID vorliegt. Darin heißt es: Die UEFA und andere interessierte Parteien bereiteten derzeit "die Einleitung eines Strafverfahrens in der Schweiz gegen Infantino und möglicherweise weitere FIFA-Funktionäre und -Berater wegen krimineller Misswirtschaft gemäß Artikel 158 des Schweizer Strafgesetzbuches" vor.
In dem Schreiben an US-Gerichte beantragt die UEFA die Herausgabe von relevanten Unterlagen unter anderem durch den Weltverband sowie die Investmentgesellschaft Thrive Capital, die als Hauptinvestor eine wichtige Rolle in Infantinos Plan gespielt hatte. Diese sollen später in einem möglichen Strafverfahren in der Schweiz als Beweismittel verwendet werden.
UEFA hofft auf Akteneinsicht
Es handelt sich um eine Straftat, die mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden kann. Voraussetzung ist der Nachweis, dass Infantino die Interessen der FIFA vorsätzlich geschädigt hat. Sollte es der UEFA gelingen, Zugang zu den Dokumenten zu erhalten, will sie die Strafanzeige bei einem Schweizer Gericht einreichen. Nach eigenen Angaben wurde ihr von ihren Anwälten zugesichert, dass das Verfahren zur Verhandlung zugelassen würde.
In dem Antrag kritisiert die UEFA beispielsweise den "absurd niedrig" angesetzten Unternehmenswert von rund 20 Milliarden US-Dollar. Der Plan sei dazu gedacht gewesen, Infantino und einem kleinen Kreis "eine dauerhafte Beteiligung an den wertvollsten Vermögenswerten der FIFA zu verschaffen und ihnen anderweitig Gewinne daraus zu ermöglichen – zum Nachteil der FIFA, ihrer Mitglieder und anderer Akteure innerhalb der Fußballfamilie", hieß es.
Ihre Boykott-Haltung gab die UEFA am Donnerstag zwar auf, indirekt forderte sie aber erneut Infantinos Rückzug. Über weitere Schritte beriet die UEFA rund um die Auslosung zur Champions League in Monaco mit den 55 Verbandsbossen um DFB-Präsident Bernd Neuendorf und dem Exekutivkomitee um Hans-Joachim Watzke.
Dabei sei mitgeteilt worden, dass die FIFA schriftlich bestätigt habe, dass etwas Vergleichbares wie der Investorenplan von Infantino nie mehr auf den Tisch kommen werde. Daher werde der Boykott europäischer Mannschaften bei FIFA-Wettbewerben der kommenden Saison "vorläufig" ausgesetzt, teilte die UEFA mit.
U20-WM der Frauen findet wie geplant statt
Die U20-WM der Frauen (ab 5. September), die als erstes Turnier von einem UEFA-Boykott betroffen gewesen wäre, findet damit wie geplant statt. "Diese Position wird fortlaufend überprüft und kann umgehend erneut geändert werden, falls die Umstände dies erforderlich machen", teilte die UEFA jedoch mit. Wie der Rückzieher der UEFA in der Boykott-Frage international aufgenommen wird, ist offen. Die Stimmung in der Fußballwelt rund um Infantino bleibt diffus.
Infantino hatte sein Vorhaben, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren auch aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump zu verkaufen, nach massiver Kritik aufgegeben. Dies mache "weder die Täuschung, Einschüchterung und den Machtmissbrauch" vergessen, hieß es in der UEFA-Mitteilung weiter: "Ebenso wenig stellt es das verlorengegangene Vertrauen wieder her."
Wer stürzt Infantino?
Sollte sich der Chef des Weltverbandes, der am Donnerstag Unterstützung aus Saudi-Arabien, dem finanzstarken Gastgeber der WM 2034, erhielt, beim Kongress im März 2027 erneut zur Wahl stellen, werde die UEFA "sicherstellen, dass den Mitgliedsverbänden eine glaubwürdige Alternative angeboten wird", hieß es in einer Erklärung der Mitglieder des UEFA-Exekutivkomitees, der europäischen Mitglieder des FIFA-Councils und der Präsidenten der UEFA-Nationalverbände.
Vieles deutet inzwischen darauf hin, dass Victor Montagliani aus Kanada, Chef der Verbände aus Nord-, Mittelamerika und der Karibik (CONCACAF), als Herausforderer ins Rennen gehen könnte, um Infantino zu Fall zu bringen.
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(SID)
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