FCB vor Villarreal-Duell

An Valencia haben die Bayern eigentlich recht gute Erinnerungen. Vor genau einem Jahrzehnt gelang gegen das Team letztmals der Sieg in der Champions League. Auf neutralem Boden allerdings im Mailänder San Siro.

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Aus Valencia berichtet Michael Wollny
In Valencia selbst mussten die Münchner im Europapokal bislang drei Mal antreten, einen Sieg gab es nie. Doch man kennt sich mittlerweile aus in der Stadt, weiß, wo man elegant absteigen kann, wenn es gegen den Rivalen aus Villarreal geht.
Und so hat sich der FC Bayern im Nobelhotel "The Westin" einquartiert, aus alter Gewohnheit wohl ganz in der Nähe des imposanten Estadio Mestalla, dem Wohnzimmer des FC Valencia.
Hinter einer Allee aus Palmen versteckt sich die Straße Amadeo Saboya und das "Hauptquartier" des deutschen Rekordmeisters. Hier sammelt man noch mal seine Kräfte, plant Taktik und Strategie zur erfolgreichen "U-Boot-Bekämpfung" im Madrigal. Im Konferenzsaal "La Exposición I" sitzen Mario Gomez und Holger Badstuber auf dem Podium. Vom Gang brüllt eine Stimme "Gomez!" Der vermeintlich sturzbesoffene Schlachtenbummler entpuppt sich schnell als grinsender Franck Ribéry. Dann wird die Gesprächsrunde eröffnet.
Villarreal ist weit weg, Gomez nicht auf Kulturreise
Doch der heimische Auftaktgegner scheint die spanische Presse nicht sonderlich zu interessieren. Villarreal ist kaum ein Thema. Badstuber beantwortet die Frage nach dem aktuellen Lauf der Münchner solide mit Floskeln wie "auf gutem Weg", aber dass die Champions League nun "etwas ganz anderes" sei, an das man "hochkonzentriert" herangehen müsse. Was auch sonst. Mario Gomez muss einmal mehr seine aktuelle Form erklären und wirkt dann sichtlich genervt, als er um eine Antwort auf Spanisch gebeten wird.
"Ich bin hier nicht auf Kulturreise", grantelt der Angreifer mit spanischen Wurzeln etwas zu brüsk. "Ich bin hier, um das Spiel zu gewinnen." Außerdem sei sein Vater schon so lange in Deutschland, "der ist mittlerweile mehr Schwabe als Spanier". Die Pointe schlägt satt im Kreuzeck ein.
Wie so oft vor Champions-League-Spielen verläuft das Pressegespräch recht zäh. Fragen werden gestellt und dann übersetzt. Die Antworten ebenso. Gut, dass das Spanisch eine so temporeiche Sprache ist. Der Dolmetscher wird zum linguistischen Wasserfall. Mehrmals muss er Fragen über die Favoriten-Rolle der Bayern übersetzen. Immer fällt in den übersetzten Antworten der Name FC Barcelona.
Heynckes und der "maximo favorito"
Als Badstuber und Gomez das Podium für ihren Chef räumen, nutzt Pressechef Markus Hörwick die Gunst der Stunde, um Jupp Heynckes mal selbst nach dem FC Villarreal zu befragen. "Das ist eine sehr gut zusammengestellte Mannschaft, die hervorragend Fußball spielt. Sie hat absolute Top-Stürmer", meint der Trainer und mahnt: "Der Klub stellt für uns schon eine Gefahr dar".
So richtig glauben will ihm das von den spanischen Medien-Kollegen niemand. So richtig zu interessieren scheint es sie auch nicht. Also wird auch Heynckes nach der Favoritenrolle in der Champions League befragt. Die Antwort natürlich bitte auf Spanisch. Der 66-Jährige kommt der Bitte nach und prompt ist wieder vom FC Barcelona die Rede, der am Abend in seinem Auftaktspiel in letzter Sekunde den Sieg gegen Milan abschenken wird.
Der FC Barcelona, meint Heynckes, sei "el maximo favorito". Na also, nun haben die spanischen Kollegen endlich, worauf sie so lange hingearbeitet haben. Und Villarreal kann dann auch mal kommen.
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