In einer taktisch geprägten ersten Hälfte neutralisierten sich beide Mannschaften von Beginn an durch hohes Anlaufen und intensiv geführte Zweikämpfe nahezu komplett, sodass gute Chancen absolute Mangelware blieben.
Spaniens Pablo Sarabia sorgte mit einem harmlosen Schuss aus der Drehung noch für die gefährlichste Aktion in Durchgang eins (11.), danach erlebten beide Schlussmänner bis zur Pause einen ruhigen Arbeitstag. Frankreich spielte sich trotz des namhafen Dreiersturms um Karim Benzema, Antoine Griezmann und Kylian Mbappé zu keinem Zeitpunkt gefährlich ins letzte Drittel und blieb in enttäuschenden ersten 45 Minuten ohne Schuss aufs Tor.
Nach der Pause nahm die Partie nach etwa einer Stunde endlich Fahrt auf und entwickelte sich phasenweise zu einem rasanten Schlagabtausch. Für den ersten Treffer des Endspiels sorgten schließlich die Spanier in Person von Mikel Oyarzabal, der nach einem langen Ball im Laufduell mit Bayerns Dayot Upamecano standhaft blieb und und aus kurzer Distanz präzise zur Führung einschob (64.).
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Doch die französische Antwort ließ keine zwei Minuten auf sich warten: Benzema bekam den Ball am linken Strafraumeck, legte sich das Spielgerät noch mit einem Kontakt vor und schlenzte ebenso traumhaft wie unhaltbar zum 1:1 in die obere rechte Ecke (66.).
Die Franzosen blieben nach dem Ausgleich die gefährlichere Mannschaft und drehten zehn Minuten vor Schluss durch Mbappé das Spiel. Nach Pass von Theo Hernández blieb der Superstar im Duell mit Keeper Unai Simon cool und vollendete aus kurzer Distanz trocken zum 2:1-Siegtreffer für Les Bleus (80.).

Die Stimmen:

Karim Benzema (Frankreich): "Es war ein Traumabend, sowohl aus persönlicher Sicht als auch aus Sicht der Mannschaft. Ich wollte mit Frankreich unbedingt eine Trophäe gewinnen."
Jules Koundé (Frankreich): "Es ist eine Trophäe und wir sind sehr glücklich, denn sie ist der Lohn für die Arbeit, die die Mannschaft geleistet hat. Es war ein schwieriges Spiel, in dem wir große Charakterstärke bewiesen haben."
Luis Enrique (Trainer Spanien): "Wir haben nicht nur den Europameister geschlagen, sondern uns auch mit dem Weltmeister gemessen. Wir hätten unseren Vorsprung länger verteidigen müssen. Kaum hatten wir ihn gefeiert, haben sie ein tolles Tor zum 1:1-Ausgleich erzielt."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Frankreich hat den längeren Atem

Besonders in einer wilden Schlussphase machte sich die bessere Physis des Weltmeisters deutlich bemerkbar. Nach der Führung von Mbappé probierten die Spanier zwar nochmal alles, konnten sich gegen die körperlich robusten Franzosen aber nicht mehr entscheidend durchsetzen. Insbesondere Paul Pogba und Aurélien Tchouameni stopften im Mittelfeldzentrum viele Löcher für das Team von Didier Deschamps und zwangen Spanien so auf die Außenpositionen. Bei den anschließenden Flanken aus dem Halbfeld hatte die hochgewachsene französische Innenverteidigung um Upamecano und Co. Ausnahmslos die Lufthoheit.

Die Statistik: 100

Antoine Griezmann absolvierte gegen Spanien sein 100. Spiel für Frankreich. Er ist damit der neunte Franzose, der die magische Marke erreicht. Seine acht Vorgänger: Lilian Thuram, Hugo Lloris, Thierry Henry, Marcel Desailly, Olivier Giroud, Zinédine Zidane, Patrick Vieira und Didier Deschamps.
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