Italien gegen Spanien - 3 Dinge, die auffielen: Weltklasse mit links und ein talentierter Teenager

Spanien steht nach einem 2:1 (2:0) in einem rasanten Halbfinale im Endspiel der UEFA Nations League. Die Auswahl von Trainer Luis Enrique überzeugte spielerisch auf ganzer Linie - und bot über die linke Seite Angriffsfußball der Extraklasse. Neben Doppeltorschütze Ferran Torres stand ein Teenager im Fokus, während die UEFA sich ebenfalls als Sieger fühlen darf. Was uns beim Halbfinale auffiel.

Spaniens Ferran Torres (li.) avanciert zum Matchwinner gegen Italien

Fotocredit: Getty Images

Ferran Torres war mit seinem Doppelpack der Mann des Abends und wurde folgerichtig zum Spieler des Spiels gekürt.
"Ein großartiger Auftritt. Er hat die Rolle des Stürmers gut gespielt, nachdem viele sagten, Spanien habe keinen echten Mittelstürmer im Kader", urteilte der ehemalige niederländische Nationalspieler Giovanni Van Bronckhorst, der die Begegnung als Technischer Beobachter der UEFA begleitete.
Im Finale, das am Sonntag ebenfalls im Stadio San Siro von Mailand ausgetragen wird, wartet nun der Sieger des zweiten Halbfinals zwischen Frankreich und Belgien in Turin (Donnerstag ab 20:45 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de).
Nimmt man den starken Auftritt der Iberer gegen Gastgeber Italien zum Maßstab, dann muss der Enrique-Auswahl nicht bange sein.
Drei Dinge, die uns bei Spanien gegen Italien auffielen:

1. Spanien macht's mit links

Abwarten, Gegner ausgucken, Vorsicht walten lassen - nicht mit Italien und Spanien. Von der ersten Minute an ging es zur Sache. Die Gäste aus Spanien zeigten sich dabei beweglicher und spielten über die linke Seite Offensivfußball der Extraklasse. In der 17. Minute belohnte Ferran Torres seine Mannschaft mit der Führung. Der 21-Jährige schloss einen Angriff über links nach Flanke von Mikel Oyarzabal perfekt ab.
Nachdem Italiens Leonardo Bonucci kurz vor der Halbzeit (42.) aufgrund eines regelwidrigen Ellbogeneinsatzes mit Gelb-Rot vom Platz geflogen war, schlug Spanien wieder zu - natürlich über links. Koke brachte die Kugel auf die Außenbahn, wo Marcos Alonso, Pablo Sarabia und Oyarzabal nach einer Traumkombination Torres im Strafraum bedienten, der souverän per Kopf abschloss. Besser kann man eine numerische Überlegenheit nicht ausspielen.
"Das war eine historische Nacht. Hier im San Siro gegen Italien zu gewinnen, nach der Rekordserie, in der sie ungeschlagen waren - das macht diesen Sieg unvergesslich", brach es aus Spaniens Mittelfeld-Ass Koke heraus. Es sei "großartig, Spanien wieder in ein Finale zu führen, und es wäre toll, einen Pokal für die Nationalmannschaft zu gewinnen", bekräftigte auch Alonso.

2. Mit 275 Liga-Minuten in die Startelf

Pablo Martín Páez Gavira, kurz Gavi, bringt es in seiner noch jungen Karriere gerade einmal auf 275 Erstliga-Minuten. Das reichte Nationaltrainer Luis Enrique aber, um den Mittelfeldspieler vom FC Barcelona in die Startelf gegen Italien zu berufen. Mit 17 Jahren und 62 Tagen avancierte Gavi damit zum jüngsten spanischen Nationalspieler der Geschichte.
Das Talent machte seine Sache so gut, dass Enrique seinen Debütanten 84 Minuten lang auf dem Platz ließ und erst nach dem Anschlusstreffer der Italiener durch den etwas defensiveren Sergi Roberto ersetzte.
Nach der Partie gab es Lob von höchster Stelle für den Teenager. "Gavi ist kein normaler Fall. Er spielt wie in der Schule, wie auf dem Hinterhof seines Hauses. Es ist eine Freude, ihn mit dieser Qualität und dieser Persönlichkeit zu sehen", geriet Enrique ob der Vorstellung des Barça-Youngsters ins Schwärmen.

3. Von wegen toter Wettbewerb

Die UEFA Nations League hat ein Imageproblem, geliebt wird der Wettbewerb nicht wirklich. Das galt allerdings nicht an diesem Abend in Mailand. Der Showdown zwischen den Schwergewichten Italien und Spanien hatte EM-Niveau, in jeder Hinsicht. Die Stimmung auf den Rängen war prächtig, auf dem Rasen ging es rasant, emotional und spielerisch hochwertig zur Sache.
Die Offensivwucht beider Teams, Rudelbildungen in der zweiten Halbzeit und die emotionalen Reaktionen auf der Bank beider Seiten ließen keinen Zweifel daran aufkommen, dass es um viel ging.
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Es herrscht Redebedarf bei Italien gegen Spanien

Fotocredit: Imago

Der Anschlusstreffer durch Lorenzo Pellegrini in der 83. Minute sorgte überdies dafür, dass die Partie eine dramatische Schlussphase bekam, in der die Squadra Azzurra bis in die sechste Minute der Nachspielzeit ihre Chance suchte. Durch das Halbfinal-Aus riss nicht nur die Rekordserie von 37 Spielen in Folge ohne Niederlage, es war auch die erste Heimpleite für Italien seit sage und schreibe 22 Jahren. In der Qualifikation zur EM 2000 unterlagen die Südeuropäer in Neapel der dänischen Auswahl mit 2:3.
Neben den Spaniern durfte sich aber auch die UEFA als Sieger fühlen, denn so erlebte die häufig kritisierte Nations League doch einen ihrer glanzvollsten Abende.
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Quelle: Perform

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