UEFA Nations League: Frankreich folgt Spanien ins Finale - knapper Erfolg gegen Belgien

Im zweiten Halbfinale der UEFA Nations League setzte sich Frankreich gegen Belgien mit 3:2 (0:2) durch und trifft auf Spanien im Finale. Belgien ging durch Yannick Carrasco (37.) und Romelu Lukaku (40.) in Führung. Nach der Pause glich Frankreich jedoch durch Karim Benzema (62.) und Kylian Mbappé (69.) aus. Kurz vor Ende des Spiels traf Theo Hernandez (90.) und schoss Frankreich ins Finale.

Frankreich steht im Finale der UEFA Nations League

Fotocredit: Getty Images

Den ersten Abschluss der Partie verbuchte Belgien für sich. Romelu Lukaku marschierte die rechte Außenbahn entlang und spielte den Ball flach in den Sechzehner, wo Jules Koundé das Leder in die Füße von Kevin de Bruyne abwehrte, der aus 13 Metern jedoch am glänzend reagierenden Hugo Lloris scheiterte (4.). Frankreich tat sich in der Anfangsphase schwer. Nach einem Zuspiel von Antoine Griezmann sprintete Kylian Mbappé in den Sechzehner und umkurvte dabei Thibaut Courtois, der Winkel wurde jedoch zu spitz und er kam nicht mehr richtig zum Abschluss (7.). Benjamin Pavard verbuchte mit seiner Hacke den ersten Abschluss der Franzosen, scheiterte jedoch an Courtois (9.). Das Spiel wurde insgesamt fahriger und spielte sich viel im Mittelfeld ab.
Von Belgien kam lange nichts, kurz vor der Pause drehten sie allerdings noch mal auf. De Bruyne bediente Lukaku an der Sechzehnerkante, der den Ball in den Lauf von Eden Hazard chippte. Koundé jedoch grätschte in letzter Sekunde dazwischen und klärte das Leder (30.). Danach jedoch wurde Yannick Carrasco links im Strafraum von de Bruyne bedient und traf flach ins kurze Eck (37.). Nur drei Minuten später erhöhten die Belgier noch auf 2:0, als de Bruyne Lukaku rechts im Sechzehner bediente, der das Leder durch die eigenen Beine laufen ließ und den Ball unter die Latte hämmerte (40.). Kurz danach hatte Hazard sogar die Chance auf 3:0 zu erhöhen, als er nach Lukaku-Ablage aus 18 Metern zum Abschluss kam, Lloris jedoch wieder stark parierte (43.). Belgien ging mit einer verdienten Führung in die Pause.
Frankreich drehte im zweiten Durchgang aber richtig auf und erspielte sich früh einige Chancen. Zunächst scheiterte Paul Pogba mit seinem Kopfball aus fünf Metern nach einer Griezmann-Flanke (50.). Danach brachte Timothy Castagne den Ball zu Lukaku, der aus elf Metern an Lloris hängen blieb (51.). Nach einer starken Einzelaktion von Mbappé hätte Frankreich eigentlich verkürzen müssen, Griezmann verfehlte aus fünf Metern jedoch das rechte Eck knapp (58.). Frankreich benötigte eine Einzelleistung, um den Anschluss zu schaffen. Der bis dahin fast unsichtbare Karim Benzema, der von Mbappé zuvor stark in Szene gesetzt wurde, traf aus elf Metern seitlich zum Tor stehend ins lange Eck (62.).
Vier Minuten später wurde ein Schuss von Mbappé von Jason Denayer geblockt und Youri Tielemans traf bei einem Klärungsversuch Griezmann am Fuß. Nach Eingriff des VAR entschied Siebert auf Strafstoß für Frankreich. Diesen verwandelte Mbappé souverän ins rechte obere Eck (69.). Frankreich war wieder da und das Spiel nahm richtig Fahrt auf. Nach einer Ablage von Lukaku versuchte es de Bruyne aus 18 Metern, scheiterte jedoch an Lloris (72.). Auf der anderen Seite bediente Benjamin Pavard Griezmann im Sechzehner, der von Jan Vertonghen aber noch geblockt wurde. Den Nachschuss schnappte sich der frisch eingewechselte Aurélien Tchouaméni, konnte Courtois damit aber nicht überwinden (77.).
Auch die Schlussphase hatte es nochmal in sich. Zunächst wurde Mbappé links im Sechzehner freigespielt, schoss aus 15 Metern jedoch knapp links vorbei (86.). Im direkten Gegenzug wurde Carrasco links geschickt und flankte zu Lukaku, der aus acht Metern mit Rechts traf, dabei jedoch im Abseits stand, weshalb der Treffer nicht zählte (87.). Nur zwei Minuten später traf Pogba mit seinem Freistoß aus 25 Metern das rechte Lattenkreuz. Nach einem starken Angriff über die rechte Seite erzielte Theo Hernandez schließlich den entscheidenden Treffer. Eine Flanke von Pavard wurde zum linken Außenverteidiger abgefälscht, der aus 19 Metern traumhaft ins rechte Eck traf (90.) und Frankreich damit ins Finale der UEFA Nations League schoss.

Die Stimmen:

Antoine Griezmann (Frankreich): "Wir sind alle sehr stolz auf alle Spieler und auch auf das Trainerteam. Zur Pause wurden die richtigen Worte gefunden. Kylian Mbappé und Karim Benzema haben ein fantastisches Spiel abgeliefert, in der ersten Reihe gepresst, getroffen und heute den Unterschied gemacht. [...] Es war insgesamt ein fantastisches Spiel. Wir wussten in der Halbzeit, dass, wenn wir ein Tor erzielen würden, das alles ändern kann. Und das passierte auch. Wir haben das Finale vor der Brust und müssen uns darauf jetzt gut vorbereiten.”
Didier Deschamps (Trainer Frankreich): "Sie haben während ihrer starken 20 Minuten in der ersten Halbzeit auch direkt zwei Tore erzielt. Solche Spiele noch zu gewinnen, zeigt die große Mentalität der Mannschaft auf. Die Spieler haben niemals aufgegeben. [...] Wir sind hergekommen, um ins Finale einzuziehen. Das haben wir geschafft und am Ende wollen wir die Trophäe auch in die Luft strecken.”
Roberto Martínez (Trainer Belgien): “Unsere erste Halbzeit war sehr stark. Wir waren so selbstbewusst und es ging uns so einfach von der Hand. In der zweiten Halbzeit waren wir etwas zu emotional. Vielleicht haben wir schon zu früh über den Finaleinzug nachgedacht. Wir haben nicht das gemacht, was wir hätten tun sollen. Wir haben sie zurück ins Spiel kommen lassen und sie hatten dann den größeren Willen, das entscheidende Tor zu erzielen.”
Yannick Carrasco (Belgien): “Es sah so gut aus. Wir haben das Spiel kontrolliert, haben zwei Tore erzielt und dann kam die zweite Hälfte. Wir haben uns zu sehr zurückgezogen und haben die Ruhe am Ball verloren, mit der wir Frankreich vorher so wehgetan haben. Auch mental wurde es dann schwierig. Als das 2:2 gefallen ist, haben wir uns zu sehr in unsere Hälfte reindrängen lassen. Dazu kam dann auch noch etwas Pech in der Schlussphase.”

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Dominanter in Durchgang eins, gefährlicher in Durchgang zwei

In der ersten Halbzeit hatte Frankreich deutlich mehr Ballbesitz als die Belgier, die dort jedoch die gefährlichere Mannschaft waren. Die Franzosen wussten wenig mit diesen Spielanteilen anzufangen und kam nur selten gefährlich zum Abschluss. In Durchgang zwei wiederum hatte Belgien etwas mehr Spielanteile, was die Franzosen besser zu nutzen wussten. Frankreich war offensiv deutlich stärker als in der ersten Halbzeit, nutzte ihre Chancen effizient und überzeugte am Ende besonders mit ihren Comeback-Qualitäten.

Die Statistik: 2

Frankreich hat heute zum ersten Mal seit Mai 2012 einen Zwei-Tore-Rückstand zur Pause gedreht. Damals konnten die Franzosen dies gegen Island in einem Testspiel schaffen.
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Kehrer scherzt nach Messi-Frage: "Würden Sie gerne mit ihm spielen?"

Quelle: Perform

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