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Nations League | Italien unter Trainer Roberto Mancini weiter in der Krise
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Publiziert 14/10/2018 um 12:24 GMT+2 Uhr
Zwei Spiele, kein Sieg. Eigentlich sollte die Nations League ein Neuanfang nach der verpassten WM sein, aber die Squadra Azzurra steckt weiter in der Krise. Das Team von Trainer Roberto Mancini kam beim Test gegen die Ukraine nicht über ein 1:1 hinaus und hatte Glück, dass das Spiel nicht verloren wurde. Nächster Gegner ist Polen. Eurosport.de macht den Check, warum es bei Italien nicht läuft.
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Fotocredit: Eurosport
Die Stimmung ist im Keller. Es läuft einfach nicht bei den Italienern, die nach ihrer verpassten WM-Teilnahme eigentlich Wiedergutmachung betreiben wollten.
Aber das 1:1 in Genua beim Test gegen die Ukraine - vor halbleeren Zuschauerrängen - unterstrich einmal mehr, warum der vierfache Weltmeister in der Krise steckt. Kein Selbstvertrauen, keine Effizienz vor dem Tor.
Zwar hatte die Squadra Azzurra in der ersten Halbzeit reihenweise beste Möglichkeiten, diese wurden jedoch kläglich vergeben. Erst ein Torwartfehler von Kapitän Andrij Pjatow begünstigte die 1:0-Führung für Italien.
"Glanzlose Azzurri"
Was danach passierte, war ein fast kompletter Zusammenbruch. Nichts mehr zu sehen vom Angriffspressing - Chancen waren Mangelware. Die Ukrainer machten das 1:1 und hätten am Ende das Spiel sogar noch gewinnen können.
Damit warten die Italiener seit fünf Spielen auf einen Sieg. Den letzten Erfolg feierte das Team am 28. Mai 2018 gegen Saudi-Arabien (2:1). Zuvor gab es Siege gegen "Fußballgrößen" wie Albanien (1:0), Israel (1:0) und Liechtenstein (5:0).
Doch warum kommt die Squadra Azzurra nicht in Fahrt? Fußball-Experte Mattia Fontana von Eurosport Italien erklärt:
Fontana weiter:
Neu-Trainer Mancini steht in der Verantwortung, er muss Ergebnisse liefern. Aber die guten Resultate bleiben aus. "Ideenlos und ohne Persönlichkeit", "glanzlose Azzurri", "keinerlei Spielfreude war zu erkennen" - so lauteten die vernichtenden Urteile der italienischen Medien zum Auftakt der Nations League, als Italien nur 1:1 gegen Polen spielte und 0:1 gegen Portugal verlor.
Miese Bilanz: 15 Spiele, vier Siege
Fontana stellt klar:
Mancini steht vor einer äußerst schwierigen Aufgabe. Aus dem vorhandenen Spielermaterial muss er eine Mannschaft formen, die international wieder konkurrenzfähig werden soll. Aber seine Spieler hängen ebenfalls durch. Mario Balotelli (3 Ligue-1-Spiele, 0 Tore) steckt in einer Formkrise. Andrea Belotti (8 Serie-A-Spiele, 2 Tore), der nicht mal mehr im Kader steht, kommt nicht aus seinem Leistungsloch heraus.
Das Sturmproblem ist bezeichnend. In den vergangenen zehn Länderspielen schossen die Italiener in vier Begegnungen kein Tor. Fünfmal schaffte es die Squadra Azzurra zudem nur, einen Treffer zu erzielen. Viel zu wenig für die eigentlich hohen Ansprüche des ehemaligen Topteams, das in den vergangenen 15 Länderspielen nur vier Siege davontragen konnte.
Nations League: Abstieg in Liga B droht
Fontana erklärt:
Mit dem 1:1 gegen die Ukrainer verpatzte Italien die Generalprobe für das dritte Nations-League-Spiel am kommenden Sonntag (20:45 Uhr) in Polen, wo die Squadra Azzurra gehörig unter Druck steht. Es droht der Abstieg in Liga B.
Dennoch hält sich die Erwartungshaltung an Mancini in Grenzen, denn der Trainer ist bei den Journalisten in Italien hochangesehen. Mit vielen Medienvertretern ist Mancini sogar befreundet. Offenbar soll ihm Zeit gegeben werden, um ein neues Team aufzubauen. Fontana weiter:
Ein Spieler, der als möglicher neuer Hoffnungsträger gehandelt wird, saß gegen die Ukraine nur auf der Bank. Nach dreijähriger Abstinenz kehrte MLS-Profi Sebastian Giovinco in den Kader der Nationalmannschaft zurück.
Giovinco keine Option für Mancini
Der frühere Juve-Flitzer (2007-2015) zählt in der Major League Soccer zu den absoluten Superstars. Aber Giovinco, der in bisher 23 Länderspieleinsätzen nur einen Treffer erzielte, ist bereits 31 Jahre alt. Fontana meint:
Ebenfalls zurück sind Alessandro Florenzi und Marco Verratti. Über PSG-Mittelfeldmann Verratti hatte Ex-Nationalkeeper Gianluigi Buffon kürzlich gesagt: "Zurzeit ist er das einzig wahre Talent des italienischen Fußballs."
Aber Verratti tut sich in der italienischen Nationalmannschaft schwer. Im Trikot der Squadra Azzurra funktioniert er einfach nicht. In 26 Spielen schoss er ein Tor.
Depressionsphase - und kein Ende
Fontana sagt:
Und was ist mit Superstar Balotelli?
Mit einem Sieg am Sonntag gegen Polen könnte Italien in der Nations League zumindest vorübergehend etwas durchatmen, um nicht weiter Gefahr zu laufen, in Liga B abzusteigen. An der desaströsen Lage ändert das aber nichts. Die spielerische Qualität stimmt nicht, Erfolge bleiben aus - und in den Nachwuchsleistungszentren ist kein neuer Hoffnungsträger in Sicht.
Die schmerzhafte Depressionsphase wird die leidgeplagten italienischen Fans noch eine ganze Weile begleiten.
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