So lief das Spiel:

Fußball
Comeback-Tor nach 18 Jahren: Robben knipst erstmals wieder für Groningen
06/09/2020 AM 16:24

Nach einer gut zehnminütigen Abtastphase, in der die Schweizer Deutschland mit offensivem Pressing gehörig unter Druck setzen, war es dann das DFB-Team, das mit der ersten guten Möglichkeit direkt in Führung ging.

Julian Draxler hatte sich über rechts bis zur Grundlinie durchgetankt, über Matthias Ginter landete der Ball schließlich bei Ilkay Gündogan, der von der Strafraumkante überlegt und platziert ins rechte Eck vollendete (14.).

In der Folge entwickelte sich eine offene Partie mit Strafraumszenen auf beiden Seiten. Nach einer halben Stunde drehten die Gastgeber jedoch auf. Haris Seferovic hätte aus sechs Metern volley nach Vorlage von Djibril Sow ausgleichen müssen (28.), ein paar Minuten später fälschte Ginter einen Seferovic-Schuss aus der Distanz auf das Tornetz ab (35.).

Kurz vor der Pause dann nochmal Seferovic, der nach einem Steckpass von Renato Steffen nur den Außenpfosten traf (43.).

Nach dem Seitenwechsel agierte das deutsche Team zunächst wesentlich schwungvoller und schaffte es oft bis in den Schweizer Strafraum, doch der letzte Pass fand zu selten sein Ziel.

Und so waren es die Schweizer, die den Ausgleich markieren konnten. Breel Embolo marschierte ohne ernste Gegenwehr an den linken Rand der Box und legte quer in die Mitte zum eingelaufenen Silvan Widmer, der ohne Probleme vollstrecken konnte (58.).

Danach ließ das Niveau auf beiden Seiten nach. Vor allem bei Deutschland schwanden die Kräfte. Echte Chancen konnte sich keines der Teams mehr erspielen. Ein Freistoß von Granit Xhaka sorgte nochmal für Gefahr, aber Bernd Leno war zur Stelle (85.).

Zwar geriet die deutsche Elf hinten raus wieder unter Druck, den späten Gegentreffer konnte sie aber anders als noch am Donnerstag gegegn Spanien (1:1) aber verhindern.

Die Stimmen:

Toni Kroos (Deutschland): "Es war leider ein bisschen ähnlich wie gegen Spanien. Da müssen wir definitiv dran arbeiten, dass wir mehr Lösungen haben, wenn es ein bisschen schwieriger wird. Wir müssen das hinten raus ein bisschen besser machen. Wir haben zu viele Ballverluste gehabt, das haben wir beim Gegentor gesehen. Wenn sechs Punkte zu verteilen sind und du zwei hast, das ist schon enttäuschend."

Ilkay Gündogan (Deutschland): "Es hat komplett an uns selbst gelegen. Ich bin auch ein bisschen angepisst. Wir sind in einer guten Ausgangsposition, führen 1:0. Dann leisten wir uns einen Fehlpass, laufen in einen Konter und dann steht es 1:1. Insgesamt ist das sehr ärgerlich, das geht mir auch ein bisschen auf den Sack. Das ist kein Prozess, dass ist ganz einfaches Fußballspiel. Wenn du den Ball vorne hast, dann musst du ihn auch behaupten. Dann schwimmst du die letzten 10, 20 Minuten und dann hast du noch Glück, dass du hier mit einem Punkt rausgehst. Ich bin unzufrieden, ganz ehrlich. Wir hätten die zweite Halbzeit eiskalt durchspielen müssen. So verschenken wir zwei Punkte."

Julian Draxler (Deutschland): "Das war ein ähnlicher Spielverlauf wie gegen Spanien. Wir haben am Ende stark nachgelassen. Unabhängig von der Punkteausbeute sind wir natürlich nicht ganz zufrieden. Aber punktemäßig von einer Enttäuschung zu sprechen, ist auch nicht richtig."

Silvan Widmer (Schweiz): "Es war ein ausgeglichenes Spiel, wir hatten am Ende die eine oder andere Chance mehr als Deutschland. Wir wollten nach der Niederlage am Donnerstag eine Reaktion zeigen, das ist uns gelungen. Das ist ein Abend, den ich nicht so schnell vergessen werde."

Joachim Löw (Trainer Deutschland): "Es hat leider nicht gereicht. Wir haben es wieder versäumt, das 2:0 zu machen. Wir schaffen es einfach nicht, aus den guten Möglichkeiten Kapital zu schlagen. Wenn wir das zweite Tor machen, bin ich mir sicher, kommt die Schweiz nicht mehr zurück. Wir haben die Schweizer in der zweiten Halbzeit ins Spiel kommen lassen. Das Unentschieden geht in Ordnung. Wenn man jetzt zweimal 1:0 führt und es dann nicht nach Hause bringt, das ist natürlich ärgerlich. Es hängt auch mit der Kraft zusammen, dass die Spieler nicht ganz im Vollbesitz ihrer Kräfte sind. Und dann kommt der Gegner zurück ins Spiel. Wir werden im Oktober wieder richtig angreifen."

Das fiel auf: Kräfte aufgebraucht

Die Frage nach Sinn und Unsinn von Länderspielen in der Coronazeit wurde vor allem aufgrund der hohen Belastung für die (National-)Spieler oft diskutiert. Dass auch die Leistung irgendwann darunter leidet, war nur eine Frage der Zeit. Auch im Spiel Schweiz gegen Deutschland war das nach einer knappen Stunde deutlich zu erkennen. Vor allem bei den Gästen war der Tank leer. Weil nicht nur die körperliche Frische schwand, ließen Niveau und Tempo deutlich nach.

Der Tweet des Spiels:

Die Statistik: 6

Die deutsche Nationalmannschaft bleibt auch im sechsten Spiel der 2018 geschaffenen Nations League ohne Sieg.

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