Löw: Nationalmannschaft mit Turbo-Trio und Süle gegen Ukraine

Mit Abwehrchef Niklas Süle und dem Dreier-Sturm Serge Gnabry, Timo Werner und Leroy Sané geht die deutsche Nationalmannschaft in das Nations-League-Spiel gegen die Ukraine am Samstag (20:45 Uhr im Eurosport-Liveticker) in Leipzig. Das verriet Bundestrainer Joachim Löw bei der Pressekonferenz am Freitag, auf der er das "extreme Tempo" seines Angriffstrios besonders herausstellte.

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Timo Werner dachte schon an den möglichen Triumph in der Nations League, da fing ihn Joachim Löw wenig später verbal ein. "Ich werde in den Mannschaftssitzungen ganz klar nur ein Ziel ausgeben: ein Sieg am Samstag", sagte der Bundestrainer mit Nachdruck vor dem vorletzten Länderspiel des Jahres in Leipzig gegen die Ukraine (20.45 Uhr/ZDF): "Über Spanien rede ich noch gar nicht."
Das mögliche "Endspiel" um den Gruppensieg drei Tage später in Sevilla steckt aber bereits in den Köpfen der Spieler - zumal es im gefühlt verlorenen Länderspieljahr 2020 für ein versöhnliches Ende sorgen könnte. "Das Ziel ist, Erster zu werden und dann das Final Four zu bestreiten, um da auch zu gewinnen", sagte der frühere RB-Torjäger Werner bei seiner Rückkehr nach Leipzig selbstbewusst: "Das wäre ein Erfolg, der die Mannschaft zusammenschweißt und voranbringt."
Für Löw ist das aber viel zu weit gedacht, auch wenn er das Ende der Experimente ausgerufen hat und die prominenten Nachrücker um den künftigen Rekord-Keeper Manuel Neuer einsetzen kann. Die Ukraine, die im Vergleich zum mühsamen 2:1-Hinspielsieg vor einem Monat personell deutlich besser besetzt ist, sei "sehr gefährlich", warnte der Bundestrainer: "Wir müssen an die Grenzen gehen und mit aller Intensität und Leidenschaft spielen."
Eine Niederlage wäre in vielerlei Hinsicht ein herber Dämpfer. Wie schon vor zwei Jahren könnte dann der sportliche Abstieg drohen - was für die Setzliste bei der Auslosung zur WM-Qualifikation (7. Dezember) Topf 2 bedeuten könnte. "Alles ist möglich, wir müssen in Alarmstellung sein", warnte daher auch DFB-Direktor Oliver Bierhoff. Die "dunklen Wolken", die Bierhoff über der Nationalmannschaft ausgemacht hatte, verschwinden nur mit begeisternden Auftritten.

DFB: Sané, Süle und Co. kehren gegen Ukraine zurück

Löw setzt gegen die Ukraine auch deshalb auf seine Stars, die sich zudem für die EM einspielen sollen. Im Tor steht Neuer, der Kapitän wird sein 95. Länderspiel bestreiten und mit Rekord-Keeper Sepp Maier gleichziehen. In der Abwehr dürfen sich Matthias Ginter, Antonio Rüdiger und Niklas Süle einspielen. Im Dreier-Angriff sind Leroy Sané, der bei der Ankunft der Nachrücker am Donnerstag mit knallgelber Schlabberhose wieder mal die Blicke auf sich zog, Serge Gnabry und Werner gesetzt.
Im zentralen Mittelfeld fehlt Löw jedoch die A-Lösung, Toni Kroos ist gelbgesperrt und Joshua Kimmich am Knie verletzt. Auch die Außenpositionen sind personell ausgedünnt, so dass sich Linksverteidiger Philipp Max nach seinem herzerfrischenden Debüt im Test am Mittwoch gegen Tschechien (1:0) Hoffnungen auf einen zweiten Startelfeinsatz machen darf.
Ansonsten aber hat die zweite Reihe kaum Chancen, sich in den fünf Spielen bis zur Kadernominierung für die EURO zu empfehlen. Ab sofort übernehmen Neuer, Sané, Werner und Co. - was den Erfolgsdruck allerdings auch spürbar erhöht.
Mit einem mulmigen Gefühl dachte Löw derweil an den fünften Jahrestag der Terroranschläge von Paris während des Länderspiels zwischen Frankreich und Deutschland am 13. November 2015 zurück. Beim Frühstück habe man sich darüber kurz unterhalten, es sei ein "extrem einschneidendes Erlebnis" gewesen, "verbunden mit Angst und vielen Toten", sagte Löw.
Die voraussichtlichen Aufstellungen:
Deutschland: Neuer/Bayern München (34 Jahre/94 Länderspiele) - Ginter/Borussia Mönchengladbach (26/33), Süle/Bayern München (25/27), Rüdiger/FC Chelsea (27/36), Max/PSV Eindhoven (27/1) - Gündogan/Manchester City (30/40), Neuhaus/Borussia Mönchengladbach (23/2) - Goretzka/Bayern München (25/27) - Gnabry/Bayern München (25/15), Werner/FC Chelsea (24/33), Sane/Bayern München (24/23)
Ukraine: Lunin/Real Madrid (21/6) - Konoplia/Desna Tschernihiw (21/2), Matwijenko/Schachtar Donezk (24/29), Krywzow/Schachtar Donezk (29/19), Sobol/Club Brügge (25/17) - Sintschenko/Manchester City (23/34), Stepanenko/Schachtar Donezk (31/58), Malinowski/Atalanta Bergamo (27/31) - Jarmolenko/West Ham United (31/92), Junior Moraes/Schachtar Donezk (33/7), Jaremtschuk/KAA Gent (24/18)
(SID)
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Quelle: Perform

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