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Marcus Rashford: Von der Queen geehrt, vom Gegner gefürchtet
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Publiziert 12/10/2020 um 14:36 GMT+2 Uhr
Mit gerade einmal 22 Jahren ist Fußballprofi Marcus Rashford wegen seines sozialen Engagements in den erlauchten Kreis der "Member of the Order of the British Empire" (MBE) aufgenommen worden. Zwei Tage später traf er bei Englands Nations-League-Sieg gegen Belgien mit ganz besonderen Schuhen. Er wollte denen eine Stimme geben, für die er sich einsetzt und die sonst kaum gehört werden.
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Elfmeter für England - und Kapitän Harry Kane sitzt angeschlagen auf der Bank. Wer übernimmt die Verantwortung? Den Ball schnappt sich ein junger Kerl, der zwei Tage zuvor durch Queen Elizabeth II. zum "Member of the Order of the British Empire" (MBE) ernannt wurde. Marcus Rashford, 22, hämmert den Ball unhaltbar ins Eck und ist Wegbereiter für Englands 2:1 (1:1)-Sieg in der Nations League gegen den Weltranglistenersten Belgien.
Der Offensivstar von Manchester United wollte dieses Tor zum 1:1-Ausgleich (39.) unbedingt, er wollte mit seinen Füßen ein Statement setzen - in diesem Fall sogar buchstäblich. Rashfords schwarze Schuhe zierten 40 Botschaften von englischen Schulkindern, die sich alle auf den Spruch "I am the future of..." (Ich bin die Zukunft von...) beziehen. "Ich wollte ihnen einen Moment geben, um im Rampenlicht zu stehen", sagte Rashford: "Ich wollte ihre Stimmen bei mir tragen."
Die Schuhe wird Rashford versteigern, um Geld für benachteiligte Kinder zu sammeln. Doch der für sein junges Alter erstaunlich reife und verantwortungsbewusste Rashford belässt es nicht nur bei guten Taten.
Er fordert auch öffentlichkeitswirksam große Supermarktketten, Lebensmittelhersteller und sogar die nationale Regierung zum Handeln auf, um in der Coronakrise die ärmsten Kinder zu schützen. Mit Erfolg: Nach seiner Kampagne für kostenlose Schul-Mahlzeiten stellte die Regierung mit Hilfe eines Fonds Gutscheine zur Verfügung, die die sechswöchigen Ferien abdeckten.
Queen Elizabeth II. verleiht Rashford die fünfhöchste Ehrung
Daraufhin wurde Rashford bereits mit der Ehrendoktorwürde der Universität von Manchester bedacht, seit Freitag ist er nun offiziell MBE. Die fünfthöchste Ehrung verleiht die Queen nur an Persönlichkeiten, die einen herausragenden Dienst innerhalb ihres Berufes oder einer Gemeinschaft erbringen.
Rashford, der im Manchester-Stadtteil Wythenshawe selbst in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs, ist so jemand. Sein gesellschaftlicher Weitblick ist für einen 22-Jährigen erstaunlich. Im Vereinigten Königreich sollte "kein Kind hungrig ins Bett gehen", findet Rashford, denn es sei "nie die Schuld der Kinder", keinen Zugang zum Essen zu haben.
Rashfords große Persönlichkeit spiegelt sich auch auf dem Platz wider. In Englands Nationalteam übernimmt der schnelle und dribbelstarke Offensivspieler mehr und mehr Verantwortung, gegen Belgien traf er bereits in seinem vierten Pflichtspiel für die Three Lions in Folge. Das war zuvor nur drei anderen ManUnited-Ikonen gelungen: Bobby Charlton, David Beckham und Wayne Rooney.
Englands Teammanager Gareth Southgate spendete Rashford und Siegtorschütze Mason Mount (64.) nicht nur wegen ihrer Treffer ein Extra-Lob: "Die Leistungen von Rashford und Mount waren phänomenal." Die vielen jungen Spieler, zu denen auch der spät eingewechselte Dortmunder Jason Sancho gehörte, hätten ein "Top-Level-Spiel" gewonnen und "großartige Erfahrungen" gesammelt, so Southgate.
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(SID)
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