So lief das Spiel:

UEFA Nations League
Von der Couch auf den Rasen: Tschechien bastelt neues Team in fünf Stunden
07/09/2020 AM 22:46

Bereits am gestrigen Donnerstag hatten ambitionierte Teams wie Deutschland und Spanien die Nations League eröffnet, nun griff mit den Niederlanden auch der Finalist aus 2019 ins Geschehen ein. Nachdem der bisherige Bondscoach Ronald Koeman vor zwei Wochen den Job als Trainer des FC Barcelona angenommen hatte, stand der bisherige Co-Trainer Dwight Lodeweges bei den Niederlanden an der Seitenlinie. Lodeweges wird die Elftal auch gegen Italien als Interims-Coach begleiten.

Gegen die Polen musste der Interimstrainer auf die Innenverteidiger Matthijs de Ligt und Stefan de Vrij verzichten. Auf Seiten der Polen fehlte mit Robert Lewandowski der aktuell wohl gefährlichste Stürmer der Welt.

Die Niederländer kamen gut ins Spiel und ließen das Leder mit ihrem gefürchteten Kurzpassspiel zügig und sicher in den eigenen Reihen zirkulieren. Durch das frühe Pressing der Elftal fanden die Polen zu Beginn nicht in die Partie.

Mit zunehmender Spieldauer gewannen die Gäste jedoch an Sicherheit und standen auch defensiv eng und gut gestaffelt, was den spielfreudigen Niederländern immer wieder einen Strich durch die Rechnung machte. Zwar kamen die Niederlande zu einigen Abschlüssen, wirklich große Gefahr ging von diesen jedoch nicht aus.

Quincy Promes' Abschluss nach knapp 20 Minuten blieb lange Zeit die größte Chance der Hausherren, ehe Frenkie de Jong das Spielgerät praktisch mit dem Pausenpfiff – nach einem sehenswerten Zuspiel von Memphis Depay - aus knapp 13 Metern an den Pfosten setzte.

Knapp zehn Minuten zuvor hätte Lewandowski-Vertreter Krzysztof Piatek die Polen nach einem sehenswerten Angriff über die rechte Seite in Führung bringen können, Oranje-Schlussmann Jasper Cillessen hatte die Hände jedoch noch rechtzeitig hoch reißen können. Somit stand nach 45 Minuten ein leistungsgerechtes 0:0 auf der Anzeigetafel der Johan Cruijff Arena in Amsterdam.

Während die Partie vor der Pause eine Begegnung auf Augenhöhe war, kippte das Spiel nach Wiederanpfiff deutlich in Richtung der Hausherren. Die Gäste liefen weitestgehend hinterher und kamen nicht mehr in die Zweikämpfe – Folge: viele Fouls in Strafraum-Nähe.

Nachdem Marten de Roon einen dieser Freistöße auf den Kopf serviert bekam, das Leder aber nicht mehr entscheidend platzieren konnte, machte es Steven Bergwijn wenige Minuten später besser. Mittelfeld-Stratege de Jong schlug einen hervorragenden Diagonalball in den Strafraum in Richtung des zweiten Pfostens, von dort legte Außenverteidiger Hans Hateboer das Leder mit Übersicht auf den einlaufenden Bergwijn ab, der wiederum den Ball aus kurzer Distanz nur noch zum 1:0 ins leere Tor spitzeln musste.

Im Anschluss daran wurde die Partie durch diverse Wechsel und einige Gelbe Karten immer unrunder, konkrete Chancen oder sehenswerte Spielzüge blieben Mangelware. Dennoch behielten die Niederlande über die gesamte restliche Spieldauer die Oberhand und ließen die Polen nicht mehr gefährlich vor das eigene Tor kommen. Auch der für Piatek eingewechselte Arkadiusz Milik blieb blass. Robert Lewandowski wurde schmerzlich vermisst. So blieb es bis zum Ende beim verdienten 1:0 für Oranje.

Die Stimmen:

Dwight Lodeweges : "Es ist schwierig gegen eine Mannschaft zu spielen, die sich so tief fallen lässt, deshalb freut mich dieser 1:0-Sieg umso mehr. Einige Dinge sind zwar immer noch verbesserungswürdig, aber wir sind auch seit neun Monaten nicht mehr zusammengekommen."

Virgil van Dijk: "Einige Jungs hatten wenig bis gar keine Minuten in den Beinen. Aber wir haben diese Woche hart trainiert und besonders taktisch gut gearbeitet. Deshalb ist dies ein schöner Sieg für uns. Wir haben heute erwachsen gespielt.“

Der Tweet zum Spiel:

Steven Bergwijns Premieren-Tor für die Niederlande reichte zum Sieg – ein gelungener Abend für den Flügelflitzer der Tottenham Hotspur.

Das fiel auf:

Während die Polen die Offensiv-Abteilung der Niederlande in den ersten 45 Minuten durch eine kompakte Defensive und enge Räume immer wieder vor Probleme stellte, bekamen die Gäste nach der Pause keinen Zugriff mehr. Auch die gelegentlichen Entlastungs-Angriffe, wie noch in Hälfte eins, blieben aus.

Die Elftal setzte den Gegner unter Dauerdruck, was die Polen wiederum Mürbe machte und viele Fouls zur Folge hatte. Besonders der wuselige Memphis Depay – der aktuell angeblich in Verhandlungen mit dem FC Barcelona steht – war ein ständiger Unruheherd. Auch Frenkie de Jong leitete als Strippenzieher im Mittelfeld immer wieder gefährliche Situationen ein.

Als Bergwijn mit dem 1:0 schließlich den Bann brach, war das Schicksal der Mannschaft von Trainer Jerzy Brzeczek praktisch besiegelt. Auch in den Schlussminuten blieb ein Aufbäumen aus. Im Gegenteil, die Hausherren waren dem 2:0 sogar näher, als die Polen dem Ausgleich.

Die Statistik: 7

Die Niederländer bleiben auch im siebten Spiel in Folge ungeschlagen und setzen sich durch den 1:0-Erfolg über Polen nach dem ersten Spieltag an die Spitze der Gruppe eins. Damit konnte die Elftal diese Serie in Spiel eins nach Ronald Koeman weiter ausbauen. Die Polen hingegen gehen nach fünf Spielen ohne Schlappe seit längerem Mal wieder als Verlierer vom Feld – allerdings zu Recht.

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