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England - Deutschland: Sechs-Tore-Spektakel in Wembley! DFB-Elf verspielt 2:0-Führung
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Publiziert 26/09/2022 um 22:43 GMT+2 Uhr
Die deutsche Nationalmannschaft hat trotz Zwei-Tore-Führung einen Sieg im abschließenden Nations-League-Gruppenspiel in England verpasst. Die beiden Mannschaften trennten sich 3:3 (0:0). Ilkay Gündogan (53./FE) und Kai Havertz (68.) brachten die DFB-Elf in Führung, doch Luke Shaw (73.), Mason Mount (76.) und Harry Kane (84./FE). drehten die Partie. Havertz rettete spät das Unentschieden (88.).
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Quelle: Perform
Nach dem schwachen Auftritt gegen Ungarn war die deutsche Mannschaft mit einer neu formierten Offensive um Kai Havertz, Jamal Musiala, Leroy Sané und Jonas Hofmann gegen von Beginn an kompakt verteidigende Engländer gefordert. Ein erster Warnschuss aus der Distanz von Ilkay Gündogan flog etwa einen Meter über die Latte (11.).
England lauerte in der Folge auf deutsche Fehler im Spielaufbau und kam nach einem Konter zur besten Chance der ersten Hälfte. Raheem Sterlings Abschluss aus kurzer Distanz vereitelte Marc-André ter Stegen aber mit einer starken Parade (25.). In Englands bester Phase verpasste kurz darauf Harry Kane mit einer schwierigen Direktabnahme ein Sensationstor nur knapp (27.).
Kurz vor der Pausenpfiff versuchte es Joshua Kimmich aus der Distanz, sein Flachschuss aus 20 Metern strich aber knapp im linken Pfosten vorbei (45.+2).
Torspektakel nach der Pause
Nach dem Seitenwechsel schenkte zunächst Harry Maguire der DFB-Elf die Führung. Erst spielte der Innenverteidger vor dem Strafraum einen fatalen Fehlpass in die Füße von Jamal Musiala, wenige Sekunden später brachte er den DFB-Youngster im Sechzehner plump zu Fall. Ilkay Gündogan verwandelte den fälligen Strafstoß sicher zur deutschen Führung (52.).
Eine Viertelstunde später machte Havertz das Spiel bei einem Konter mit einem langen Pass auf Timo Werner selbst schnell und bekam die Kugel von seinem Ex-Chelsea-Kollegen vor dem Strafraum zurück. Havertz nahm kurz Maß und versenkte die Kugel aus 18 Metern traumhaft links oben zum 2:0 für Deutschland (67.).
Die deutsche Zwei-Tore-Führung hielt jedoch keine fünf Minuten: Erst vergaß die deutsche Abwehr nach einer Walker-Flanke am langen Pfosten Luke Shaw, der ter Stegen aus kurzer Distanz überwinden konnte (72.). Mit dem Momentum und den Zuschauern im Rücken dauerte es nur drei weitere Minuten bis zum Ausgleichstreffer. Bukayo Saka wurde bei seinem Dribbling nicht entscheidend attackiert, seinen Pass versenkte Mason Mount mit einem platzierten Direktschuss aus 16 Metern halbhoch in der rechten Ecke zum 2:2 (75.).
Und das Unheil für die deutsche Mannschaft nahm weiter seinen Lauf: Nach einem klaren Foul von Nico Schlotterbeck an BVB-Kollege Jude Bellingham gab es zurecht Elfmeter für England. Kane ließ sich diese Chance nicht entgehen und verwandelte vom Punkt humorlos in den linken Winkel zum 3:2 (83.). Doch das letzte Wort in der turbulenten zweiten Hälfte hatte die deutsche Mannschaft. England-Keeper Nick Pope ließ einen Distanzschuss von Serge Gnabry nach vorne prallen, Havertz staubte in bester Stürmermanier zum 3:3-Endstand ab (87.).
Die Stimmen zum Spiel:
Hansi Flick (Trainer Deutschland): "Die erste Halbzeit war ausgeglichen. Nach der Pause haben wir dann verdient 2:0 geführt. Dann haben wir aber individuelle Fehler gemacht und drei Tore gefangen. Es darf nicht passieren, dass wir so eine Führung noch hergeben. Positiv ist am Ende, dass wir nochmal zurückgekommen sind."
Joshua Kimmich (Deutschland): "Wir hatten alles im Griff und führen verdient mit 2:0. Danach werden wir viel zu passiv und verteidigen viel zu tief. Eigentlich unerklärlich, weil die Engländer vorher mit Ball nicht stattgefunden haben. Das darf uns so nicht passieren."
Gareth Southgate (Trainer England): "Wir sind diese Woche als Gruppe zusammengewachsen und nach dem Rückstand stark zurückgekommen. Heute haben uns ein paar Fehler die Gegentore gekostet."
Harry Kane (England): "Es war heute schon deutlich besser als zuletzt. Wir haben auch nach dem 0:2 an uns geglaubt und sind fantastisch zurückgekommen. Leider hat uns am Ende ein Fehler den Sieg gekostet."
Der Tweet zum Spiel:
Das fiel auf: Musiala einziger echter Lichtblick
Spätestens nach diesem Spiel muss Bundestrainer Hansi Flick klar sein, dass das deutsche Angriffsspiel einen Jamal Musiala braucht. Der 19-Jährige war in einer erneut über weite Strecken ideenlosen deutschen Angriffsreihe der einzige echte Lichtblick. Der DFB-Youngster strotzte als einziger vor Spielfreude und probierte immer wieder auf eigene Faust, mehr Tempo ins behäbige deutsche Offensivspiel zu bringen. Mit seinen Fähigkeiten auf engstem Raum stellte er die englische Abwehr immer wieder vor Probleme und holte so auch den Strafstoß zur Führung raus. Bei der WM wird Flick an Musiala in dieser Form nicht vorbeikommen.
Die Statistik: 4
Englands Harry Kane ist erst der zweite Spieler der Historie, der in vier Länderspiel-Einsätzen in Folge gegen Deutschland trifft - zuvor war das nur Ungarns Imre Schlosser zwischen 1909 und 1912 gelungen.
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