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UEFA Nations League: DFB-Team mit Not-Kader in Bosnien-Herzegowina gefordert - Julian Nagelsmann vor Härtestest
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Update 11/10/2024 um 10:10 GMT+2 Uhr
Schon wieder Experimente: Julian Nagelsmann und sein Notkader müssen in Bosnien-Herzegowina bestehen. Auf den Bundestrainer und seine Auswahl kommt in der UEFA Nations League eine Partie in "hitziger Atmosphäre" zu. Dabei reist die deutsche Nationalmannschaft ohne sieben Stammspieler nach Zenica. Stattdessen sollen es Debütanten wie Tim Kleindienst oder Schlussmann Alexander Nübel richten.
Nagelsmann: "Will mich nicht beschweren, aber..."
Quelle: Perform
Hoch ragen die Beton-Wohntürme über die Kurven des rostig-charmanten Stadions "Bilino Polje" hinaus. Die Szenerie in der alten Berg- und Stahlarbeiterstadt Zenica wirkt im frühabendlichen Sonnenschein wie ganz Bosnien im Kleinformat - im Osten ein Minarett, im Westen ein Kirchturm.
Und mittendrin: Bundestrainer Julian Nagelsmann, die Hände in den Hosentaschen, beim Abschlusstraining fokussiert auf einen ungewöhnlichen Nations-League-Test (Freitag ab 20:45 Uhr im Liveticker) für seinen gerupften Not-Kader.
Der Empfang war nur auf den ersten Blick warmherzig. HSV-Idol Sergej Barbarez rollte dem DFB-Team mit blumigen Worten den roten Teppich aus, er erhob Deutschland zum Vorbild - seine Mannschaft jedoch will rennen, kratzen, beißen:
"Euch erwartet eine ganz andere Sportart", warnte Bundesliga-Torjäger Ermedin Demirovic. Wer das Stadion gesehen hat, kann sich das bildlich vorstellen.
DFB-Team erwartet "hitzige Atmosphäre"
Auch Nagelsmann weiß, dass seine Mannschaft nach dem Absage-Irrsinn in "hitziger Atmosphäre" bestehen muss, von Glamour-Fußball wird in der 13.500 Zuschauer fassenden Schüssel nichts zu spüren sein.
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Nübel freut sich auf DFB-Debüt: "Ein Riesending für mich"
Quelle: Perform
"Ich finde das ganz gesund, nicht nur die top europäischen Stadien zu bespielen", sagte der Bundestrainer kurz nach dem Ruf des Muezzins. "Wir freuen uns auf laute, frenetische Zuschauer." Die größeren Arenen beispielsweise in Sarajevo sind von den Verbänden nicht zertifiziert.
Und dann: Schon wieder Experimente. Der Bundestrainer ist erneut als Bastler gefordert, er lässt widrige Umstände vor dem Nations-League-Duell aber nicht als Ausrede gelten:
"Man kann ständig jammern oder sich beklagen - oder es anders machen: Wir wollen die gute Stimmung auf eine neu zusammengestellte Gruppe übertragen und gewinnen." Drei Tage später in München gegen die Niederlande sowieso! Insgesamt sieben Absagen zum Trotz, angefangen von Marc-André ter Stegen im Tor über Jamal Musiala bis hin zu Kai Havertz.
Kimmich fühlte sich zuletzt wie im falschen Film. "Das ist verrückt", sagte er, seit der Nominierung habe sich "gefühlt der halbe Kader verändert." Aber: "Es ist wichtig, dass man sich das Hiersein verdienen muss - das haben die Jungs getan."
Kleindienst vor Debüt - Nübel im Tor
Zum Beispiel Tim Kleindienst, wuchtiger Stürmer von Borussia Mönchengladbach, der wohl sogar in der Startelf stehen wird. Schließlich fehlt auch Niclas Füllkrug. Ob nun Bundesliga oder Nationalmannschaft, sagte Kleindienst gelassen, "es ist nur Fußball. Elf gegen elf."
Kein Torhüter im Kader hat ein Länderspiel, so etwas gab es zuletzt nach der EM 2008 mit Rene Adler und Tim Wiese. Nagelsmann hat sich für ein Jobsharing samt Trikottausch entschieden: In Bosnien darf Alexander Nübel debütieren, für das Holland-Spiel gibt er das Jersey mit der Nummer 1 an Oliver Baumann weiter. "Ich freue mich riesig", sagte Nübel. Beide dürfen aber den Platz nur für ter Stegen warmhalten.
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Gnabry zurück beim DFB: "Bin jemand, der vorangeht"
Quelle: Perform
Es sind kuriose Tage für Nagelsmann, der auch Jamie Leweling (Stuttgart) oder Jonathan Burkardt (Mainz) einen ersten Einsatz schenken könnte. Dabei war der Bundestrainer so zuversichtlich gewesen, dass die leidige Zeit des Testens hinter ihm liegt.
Kimmich lobt Nagelsmann: "Können uns auf Basics verlassen"
Stattdessen mag sich Nagelsmann an sein Debüt im Oktober 2023 erinnert fühlen. Allerdings: Damals wackelte das gesamte Gefüge, der Bundestrainer rannte hin und her, um den schwankenden Bauklötzchenturm zu stabilisieren. Inzwischen ist die Nationalmannschaft einen riesigen Schritt weiter.
"Vorher war es so, dass man ins Spiel gegangen ist und nicht wirklich wusste: Was passiert heute?", sagte Kimmich. "Jetzt können wir uns auf unsere Basis verlassen."
Vor einem Jahr war auch Serge Gnabry zuletzt im Kader. Der Bayern-Star war vor der Heim-EM aussortiert worden, wird nun aber wohl von Beginn an auf dem Flügel gebraucht. "Ich bin einer, der vorangeht", betonte er.
Damit erfüllt er, was Kimmich als Reaktion auf die Absage von Bernd Leno allen eingeschärft hat, nämlich maximale Identifikation und Leistungsbereitschaft: "Ob man einhundert Länderspiele hat oder drei, ob man 34 ist oder 19." Ob in Wembley - oder in einem kleinen, hitzigen Hexenkessel an der sanften Biegung der Bosna.
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(SID)
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Quelle: Perform
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