Drei Dinge die bei Deutschland gegen Ungarn in der Nations League auffielen: Hawirtziala reitet die Euphoriewelle

Spiel eins nach Neuer, Müller, Kroos und Gündogan wird zu einer Demonstration der Stärke. Der 5:0-Sieg über Ungarn hält wie von Bundestrainer Julian Nagelsmann gewünscht die Euphorie am Leben. Angeführt vom überragenden Trio Jamal Musiala, Florian Wirtz und Kai Havertz führt das DFB-Team die sonst so unangenehmen Ungarn vor. Aber eine Frage bleibt mit Blick auf die EM dann doch noch.

Nagelsmann schwärmt von "Wusiala" und glaubt an Ballon d'Or

Quelle: Perform

Die deutsche Nationalmannschaft hat das erste Spiel der Nations League 2024/25 gegen Ungarn 5:0 (1:0) gewonnen. In Düsseldorf zeigte die DFB-Elf nach einer zähen Anfangsphase eine starke Leistung und unterstrich damit ihre Ambitionen nach der Heim-EM im Sommer.
Die Treffer für Deutschland erzielten Niclas Füllkrug (28.), Jamal Musiala (59.), Florian Wirtz (67.), Aleksandar Pavlovic (76.) und per Foulelfmeter Kai Havertz (82.).
Am Dienstag trifft das DFB-Team in der zweiten Partie der Nations League in Amsterdam auf die Niederlande.
Drei Dinge, die uns beim 5:0 gegen Ungarn auffielen:

1. Aus Wusiala wird Wusiavertz

Bundestrainer Julian Nagelsmann war vor der Partie sehr bemüht, die Veränderungen durch die Rücktritte von Manuel Neuer, Thomas Müller, Toni Kroos und Ilkay Gündogan aus der Nationalmannschaft nicht hochzuhängen.
"Wir haben natürlich eine andere Startelf, aber keinen neuen Kader. Ich glaube nicht, dass wir eine große Anlaufphase brauchen", sagte Nagelsmann auf der Pressekonferenz am Freitag. "Ich bin sehr guter Dinge, dass wir nicht nur morgen guten Fußball spielen werden."
Mit dieser Einschätzung lag der Bundestrainer nur leicht daneben. Es brauchte einen Anlauf von 20 Minuten, in denen die Ungarn mindestens auf Augenhöhe agierten, ehe erst ordentlicher Fußball gespielt und dann im Laufe der Partie sogar gezaubert wurde.
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Wirtz (l.) und Musiala jubeln über das Tor zum 3:0

Fotocredit: SID

Diese Entwicklung lag vor allem an drei Spielern: Jamal Musiala, Florian Wirtz und Kai Havertz (zur Einzelkritik mit Noten). Alle Diskussionen um die veränderte Statik durch die Rücktritte von Neuer, Kroos und Gündogan und die damit verbundenen Auswirkungen auf den Spielaufbau waren zumindest in diesem Spiel hinfällig. Denn an diesem Abend war nur einfache Zulieferarbeit von den Mittelfeldspielern Pascal Groß und Robert Andrich gefordert. Den Rest erledigte: Wusiavertz.
Wirtz, Musiala und Havertz wussten aus ihren Freiheiten auf dem Platz eine Reihe von gefährlichen Situationen zu kreieren. Besonders gefährlich wurde es für die Ungarn immer, wenn Wirtz und Musiala sich auf engstem Raum befreiten und mit Tempo über die linke Halbspur nach vorne kamen.
Am Ende bereitete Musiala drei Treffer vor und erzielte ein Tor selbst. Wirtz kam auf einen Assist und einen Treffer. Nur Havertz blieb trotz guter Möglichkeiten und zwei Lattentreffern wie bei der EM ohne Treffer aus dem Spiel heraus - seine Leistung war aber nicht weniger stark. Und mit dem selbst herausgeholten Strafstoß schaffte es am Ende auch der Arsenal-Spieler auf die Anzeigetafel.
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Nagelsmann: "DFB-Team muss Fans Spaß machen"

Quelle: Perform

2. Die EM-Stimmung ist weiter da

Mit einer Ehrenrunde beendeten die Nationalspieler diesen erfolgreichen Abend in Düsseldorf. Es gab Sprechgesänge "Oh, wie ist das schön!" und Major Tom wurde sowieso gespielt. "ZDF"-Experte Christoph Kramer war beeindruckt von der Stimmung im Stadion so spät nach Abpfiff und fühlte sich ein paar Wochen ins EM-Turnier zurückversetzt.
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Nagelsmann verrät: Das sind die drei neuen DFB-Kapitäne

Quelle: Perform

Es war das große Ziel von Julian Nagelsmann, die Euphorie der Heim-EM in den Länderspielalltag mitzunehmen.  "Ich will den Enthusiasmus der EM wiedersehen", sagte er vor dem Anpfiff: "Das erste Spiel nach der EM ist sehr wichtig, was die Art und Weise betrifft, um die Fans wieder mitzunehmen und Schwung für die nächsten zwei Jahre zu holen."
Diese Anforderung betonte auch Niclas Füllkrug nach der Partie, vor allem gegen die Ungarn, die der DFB-Elf in den letzten Partien immer wieder arge Probleme bereitet hatten. Das gelang den Magyaren dieses Mal nur in den Anfangsminuten der beiden Halbzeiten. Dazwischen sah Nagelsmann "viel Spielfreude", auch wenn er von seiner Mannschaft "noch mehr Killerinstinkt" sehen will, "um Spiele früher zuzumachen".
Wichtiger war für den Bundestrainer aber die grundsätzliche Haltung seiner Mannschaft zu diesem Spiel: "Wir wollten sehen, dass die Mannschaft Lust hat, ein Spiel für die Nationalmannschaft zu bestreiten. Und man sieht auch nach dem Spiel daran, wie sie sich freuen, dass es kein normales Spiel war."
Nagelsmann bezeichnete ohnehin "den Umgang in der Gruppe" als größten Entwicklungsschritt in seiner noch recht kurzen Amtszeit. "Die Chemie ist eine ganz andere als im November letzten Jahres oder im März", sagte Nagelsmann im "ZDF". "Dieser Umgang miteinander ist der Nährboden, für das, was wir erreichen wollen." Und als Ziel hat der Bundestrainer bereits den WM-Titel 2026 ausgegeben.
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Florian Wirtz und Jamal Musiala trafen gegen Ungarn

Fotocredit: Getty Images

3. Standards mit Ideen: Warum nicht bei der EM?

Ein großer Makel der zurückliegenden EM waren die schwachen Standards des DFB-Teams. Weder Freistöße noch Ecken, meistens getreten von Toni Kroos, sorgten für ausreichend Gefahr im Laufe des Turniers.
Dabei beschäftigt der DFB seit einigen Jahren den eigenen Standardtrainer Mads Buttgereit. Und im Laufe der Jahre waren auch schon einige gute und überraschend Abläufe bei ruhenden Bällen zu beobachten. Erst im März erzielte Wirtz beim 2:0 in Frankreich vom Anstoß weg das schnellste Tor der DFB-Geschichte.
Auch gegen die Ungarn waren einige einstudierte Varianten zu sehen. Selbst wo keine davon mit einem Tor von Erfolg gekrönt war, bleibt die große Frage: Warum wurden die Standards beim Höhepunkt des Länderspieljahres so einfallslos ausgeführt?
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Nagelsmann über Weltmeister-Kritik verärgert: "Finde ich verrückt"

Quelle: SID


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