DFB-Team kämpft gegen Wales mit Ablenkungen durch das MVT-Theater und dem Ausfall von Kapitänin Alexandra Popp

Inmitten des Theaters um die zuletzt beurlaubte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg steht für Horst Hrubesch und die DFB-Frauen Olympia auf dem Spiel, nun fällt auch noch Alexandra Popp aus. Ein Sieg gegen Wales ist trotzdem Pflicht, denn die Ausgangslage ist nach den jüngsten schwachen Auftritten alles andere als günstig, wenn es mit Paris 2024 etwas werden soll.

Alexandra Popp

Fotocredit: Getty Images

Die beispiellose Posse um Martina Voss-Tecklenburg stellte selbst für den sturmerprobten Horst Hrubesch Neuland dar - nun auch noch die Hiobsbotschaft zum Ausfall von Kapitänin Alexandra Popp.
Mehr denn je ist der Interims-Bundestrainer in seiner Paraderolle als Fels in der Brandung gefragt, damit die deutschen Fußballerinnen nach dem WM-Debakel nicht auch die Olympia-Qualifikation vermasseln.
"Ich habe zwei Spiele, die ich gewinnen muss. Alles andere war für mich jetzt hier kein Thema", versicherte der 72-Jährige vor den Nations-League-Partien am Freitag (ab 17:45 Uhr) in Sinsheim gegen Wales und am Dienstag (ab 20:00 Uhr) auf Island, die Popp kurzfristig mit muskulären Problemen verpassen wird.
In einer turbulenten Woche war diese Nachricht der nächste Rückschlag. Angesichts der drohenden Schlammschlacht zwischen "MVT" und dem Deutschen Fußball-Bund fällt die Konzentration ohnehin schwer. Die Kommunikation zwischen beiden Seiten läuft mittlerweile über Anwälte.
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Team distanziert sich von MVT

Das möglicherweise finale gemeinsame Gespräch soll wohl nächste Woche stattfinden. "Zeitnah" nach dem Urlaubsende der zuvor erkrankten Bundestrainerin a.D., deren Vertrag der DFB vor der WM bis 2025 verlängert hatte. Es könnte teuer werden für den klammen Verband.
Das Team hat sich von Voss-Tecklenburg nach offenkundigen Dissonanzen rund um die WM weitgehend distanziert. Doch ihre öffentlichen Auftritte jüngst mit Vorträgen bei zwei Tagungen sowie ihr Instagram-Statement am Dienstagabend schürten zur Unzeit die Unruhe.
"Für uns zählt aktuell nur der sportliche Erfolg. Dementsprechend versuchen wir alles auszublenden, was um uns herum passiert", sagte Sara Doorsoun von Eintracht Frankfurt im "Sky"-Interview.
Nach der 0:2-Auftaktpleite unter Co-Trainerin Britta Carlson im September in Dänemark stecken die Vize-Europameisterinnen "in einer sehr ernsten Situation", betonte Linda Dallmann vom FC Bayern.

Springt Schüller in der Bresche

Zwar folgte ein 4:0 gegen Island, doch nur als Gruppensieger hat der Olympiasieger von 2016 weiter Chancen auf eines von zwei Tickets für Paris 2024.
Also zählen bis zum Rückspiel gegen Tabellenführer Dänemark am 1. Dezember nur Siege - und für den direkten Vergleich möglichst viele Tore.
Popps Ausfall sei zwar "nicht zu 100 Prozent" zu kompensieren, aber er sei zu kompensieren, so Hrubesch, der im Sturm auf Lea Schüller (FC Bayern) setzen könnte.
Der Nothelfer sprang zum zweiten Mal nach 2018 bei den DFB-Frauen in die Bresche - sein Rezept: "Wir müssen Tempo reinkriegen. Wir müssen mit weniger Kontakten spielen."

Hrubesch glaubt an Olympia-Quali

Der Plan scheint aufzugehen. "Ich habe schon ein Gefühl von Neustart", versicherte Dallmann. Man merke dem Team "extreme Lockerheit" an vor dem Duell mit dem punktlosen Schlusslicht der Gruppe A3 da.
Hrubesch, der die deutschen Männer 2016 zu Olympia-Silber geführt hatte, habe den Spielerinnen gesagt, dass er notfalls nach Frankreich laufe, "um uns spielen zu sehen, wenn wir ihn nicht mitnehmen", erzählte Dallmann lächelnd: "Er brennt darauf."
Wie der Europameister von 1980 über die Sommerspiele spricht, ist auch vielsagend für Voss-Tecklenburg. "Wenn Paris nicht klappt - was ich nicht glaube -, müsste jemand Neues kommen, der alles neu aufbaut. Das bin nicht ich", sagte Hrubesch der "Bild". Gelinge die Qualifikation, sei er aber gesprächsbereit für das Turnier.
Wie ein Fels in der Brandung eben - der aber auch eine gewisse Nervosität verspürt. Er werde vor Anpfiff "sicherlich auch angespannt sein." Lächelnd gab Hrubesch zu: "Ich hätte nicht gedacht, dass die ganze Geschichte noch mal so jucken kann."
(SID)
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Quelle: Perform

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