WM-Qualifikation: Hofmann positiv auf Corona getestet - Spiel gegen Island findet dennoch statt

Das WM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Island findet trotz eines positiven Coronatests bei Jonas Hofmann wie geplant am Donnerstagabend (ab 20.45 Uhr im Eurosport Liveticker) in Duisburg statt. Das bestätigte DFB-Sprecher Jens Grittner dem "SID" nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt Düsseldorf. "Es wird definitiv gespielt werden", sagte Grittner.

Jonas Hofmann (mitte) wurde positiv auf das Coronavirus getestet

Fotocredit: Imago

Als das Schutznetz versagt hatte und der erste Schock verdaut war, zog der Deutsche Fußball-Bund (DFB) im Kampf gegen Corona nochmals die Maschen enger. Nach dem positiven Ergebnis bei Jonas Hofmann müssen alle Nationalspieler, Trainer und Betreuer vor der Abreise nach Rumänien am Freitag zu weiteren Antigen- und PCR-Tests antreten.
Der erste Coronafall innerhalb der vermeintlichen Hochsicherheitsbubble hatte das Hygienekonzept des Verbandes als durchlässig entlarvt. Das ist angesichts der vielen Neuinfektionen und der aggressiveren britischen Virus-Mutante keine Überraschung - dennoch war es ein Warnschuss mit Nachhall. Immerhin musste der Auftakt in die WM-Qualifikation am Donnerstagabend gegen Island in Duisburg nicht abgesagt werden.
Doch Bundestrainer Joachim Löw steht bei den weiteren Länderspielen (Rumänien in Bukarest am 28. März, Nordmazedonien wieder in Duisburg am 31. März) neben dem positiv getesteten Gladbacher Hofmann auch Marcel Halstenberg (RB Leipzig) nicht zur Verfügung, der als Kontaktperson der Kategorie 1 eingestuft ist. Für beide ordnete das Gesundheitsamt Düsseldorf Quarantäne im Mannschaftshotel an.
"Mir geht es soweit gut", versicherte Hofmann - die beste Nachricht des Tages. Er zeige derzeit keine Symptome einer Erkrankung. Der DFB hatte am Vormittag zunächst mitgeteilt, der Test eines namentlich nicht genannten Nationalspielers sei positiv ausgefallen.

DFB setzt Notfallplan um

Dass es Hofmann ist, der wiederum in engerem Kontakt zu Halstenberg stand, gab der Verband am Nachmittag bekannt. Bei Instagram waren beide am Mittwoch mit FFP2-Masken beim Backgammon-Spiel zu sehen gewesen, daneben: ein Smiley.
Der DFB setzte am Donnerstag seinen Notfallplan um und informierte das Gesundheitsamt, um das Vorgehen abzustimmen. "Diese Nachricht ist natürlich bitter - für die Trainer und die gesamte Mannschaft", sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff. Ohnehin fehlen oder fehlten verletzungsbedingt Toni Kroos (für alle Spiele), Niklas Süle und Robin Gosens (beide zunächst für Island).
Allerdings sei der Verband guter Dinge, so Bierhoff, "dass es bei diesem einzigen Fall bleiben wird". Alle weiteren Spieler, Trainer und Betreuer wurden am Donnerstag nochmals negativ getestet. Da die Inkubationszeit 5-6 Tage beträgt, kann kein 100-prozentiger Schutz bestehen.
Im Vorfeld hatte der Umgang mit den fünf "Engländern" im Team Diskussionen ausgelöst. Ilkay Gündogan, Timo Werner, Kai Havertz, Antonio Rüdiger und Bernd Leno erhielten trotz der Einstufung des Vereinigten Königreichs als Virusvarianten-Gebiet die Spielerlaubnis. Obwohl die Einstufung inzwischen aufgehoben wurde, befindet sich das Quintett in "Arbeitsquarantäne". Die Spieler isolieren sich damit innerhalb der DFB-Blase nochmals.

DFB skizziert "strenges Hygienekonzept"

Bereits im November beim Nations-League-Spiel gegen die Ukraine (3:1) war nach mehreren Coronafällen im gegnerischen Team bis zum Nachmittag des Spieltags unklar gewesen, ob die Partie stattfinden kann. Sie fand statt - später wurden mehrere von der Ukraine eingesetzte Spieler positiv getestet.
Der DFB skizzierte nun nochmals sein "strenges Hygienekonzept", das darauf ausgerichtet sei, Kontakte der Kategorie 1 zu vermeiden: "Zu den Maßnahmen zählen unter anderem das permanente Tragen von FFP2-Masken, außer während des Essens am Tisch."
Zudem "der Aufenthalt in geschlossenen Räumen in festgelegten, engen Zeitfenstern, Abstandshaltung in allen Funktionsräumen im Hotel, den Einsatz von zwei Mannschaftsbussen und mehreren Vans für die Fahrten zum Trainingsplatz sowie engmaschige Testungen", teilte der Verband mit.
(SID)
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Quelle: Perform

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