Löw setzte im letzten WM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft unter seiner Leitung auf nahezu dieselbe Elf wie bereits in den vorherigen Länderspielen.
Einzig Robin Gosens für Lukas Klostermann und Marc-André ter Stegen für Manuel Neuer rutschten in die Startelf. Der Bundestrainer sprach vor der Partie mit großem Respekt über Nordmazedonien und sollte recht behalten. Die Gäste verteidigten sehr kompakt und gut gegen den Ball, traten bei eigenem Ballbesitz zudem technisch versiert und ballsicher auf.
Deutschland hatte deutlich mehr vom Spiel, kontrollierte die Partie, doch fand nur selten die nötige Tiefe - über die Flügel kam zu selten etwas. Schaffte es die Mannschaft über die Seite in die Offensive, wurde es dabei stets gefährlich. In der 9. Minute führte Kai Havertz den Ball auf der rechten Seite, passte in die Mitte und fand Leon Goretzka, der aus elf Metern die Latte traf. Danach dauert es lange, bis die DFB-Elf wieder vor das gegnerische Tor kam, Serge Gnabry scheiterte zweimal aus aussichtsreicher Position (27./32.).
WM-Qualifikation
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Nordmazedonien traute sich mit zunehmender Spielzeit immer mehr aus der Deckung, kurz vor der Pause glückte der Lucky Punch. Die Gäste kamen über die linke Seite nach vorne, ein hoher Ball landete in der rechten Strafraumhälfte bei Enis Bardhi, der querlegte auf Pandev. Aus sechs Metern war der 37-Jährige zur Stelle und verwandelte ins linke Eck (45.+2).
Deutschland reagierte im zweiten Durchgang mit zunehmendem Druck, zudem brachte Löw mit Timo Werner und Amin Younes zwei frische offensive Kräfte in die Partie. In der 62. Minute machte die deutsche Elf den ersten Schritt in Richtung Ausgleich. Leon Goretzka setzte Leroy Sané in der rechten Strafraumhälfte in Szene, der Münchner schlug einen Haken und wurde von Ezgjan Alioski am Fuß getroffen - Elfmeter. Ilkay Gündogan trat an und verwandelte mit einem Schuss in die Mitte (63.).
Deutschland fehlte es in der Folge an der nötigen Frische und weiterhin an der Tiefe im Spiel, um zum Ausgleich zu kommen. In der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst blieb Nordmazedonien ein klarer Handelfmeter verwehrt, nachdem Emre Can den Ball nach einer Ecke an den rechten Arm bekam (76.). Kurz darauf scheiterte der eingewechselte Timo Werner völlig freistehend nach Zuspiel von Gündogan aus sechs Metern, weil er den Ball nicht richtig traf (80.).
In der 85. Minute sorgte Nordmazedonien tatsächlich für die große Überraschung. Arijan Ademi kam in der linken Strafraumhälfte an den Ball, hatte viel zu viel Platz, ließ Antonio Rüdiger mit einer Körpertäuschung stehen und spielte die Kugel in die Mitte. Eljif Elmas kam aus sechs Metern zum Abschluss und verwandelte ins rechte Eck zum Sieg.

Die Stimmen:

Ilkay Gündogan (Deutschland): "Fakt ist, dass das nicht passieren darf. Gefühlt waren die Nordmazedonier zweimal vor unserem Tor und haben zweimal getroffen – das geht zu leicht. Wir haben versucht, uns Chancen herauszuspielen, wir hatten auch Chancen, haben halt nur ein Tor erzielt, aber so einer Niederlage darf natürlich nicht passieren."
Joachim Löw (Bundestrainer): "Die Enttäuschung ist bei uns allen riesengroß nach diesem Spiel. Es ist schwierig, jetzt so schnell eine Analyse zu machen. Wir haben in den Aktionen müde gewirkt, wir haben nicht die Frische gehabt, wir haben Fehler gemacht, wir waren zu langsam im Spiel nach vorne, wir haben zu viele Ballkontakte gehabt. Immer dann, wenn wir mal schnell gespielt haben, konnten wir gefährlich werden, aber der Gegner stand tief und wir haben einfach keine Mittel gefunden, den Gegner so richtig vor Probleme zu stellen. Insgesamt war es enttäuschend."

Der Tweet zum Spiel:

Die deutsche Nationalmannschaft setzte einmal mehr ein Zeichen für Menschenrechte!

Das fiel auf: Oldie but Goldie

Goran Pandev gilt in Nordmazedonien als Volksheld, nachdem er das Land im vergangenen November gegen Georgien in den Play-offs zur EM schoss - und auch gegen Deutschland traf der 37-Jährige. Der Stürmer, der 2010 mit Inter Mailand die Champions League gewann, ist noch immer der Fixstern im Spiel der Südosteuropäer. Das wurde nicht nur beim Treffer zum 1:0 deutlich.

Die Statistik: 1

Das Duell gegen Nordmazedonien war das 33. und letzte WM-Qualifikationsspiel der Deutschen unter Löw. Die Statistik ist dabei nahezu perfekt: 29 Siege, drei Unentschieden und eine Niederlage – beim ersten Duell gegen Nordmazedonien.
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