Joshua Kimmich ist vom Erfolg besessen. Die Gier nach Trophäen treibt ihn an. Mit Bayern München hat er alles abgeräumt. In der Nationalmannschaft reichte es bisher aber "nur" zum Confed-Cup-Triumph 2017.
Das historische WM-Debakel in Russland schmerzt Kimmich noch immer. Um diese Schmach zu tilgen, ist der unersättliche Titeljäger auch zu einem persönlichen Opfer bereit.
Der 26-Jährige würde für den Erfolg bei der EM (11. Juni bis 11. Juli) unter Umständen sogar seinen Lieblingsplatz in der Schaltzentrale der DFB-Auswahl räumen.
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"Ich bin keiner, der sich dagegen wehrt, dem Team zu helfen", sagte Kimmich und legte die schwierige Entscheidung in die Hände des Noch-Bundestrainers Joachim Löw: "Er muss entscheiden, wo ich der Mannschaft am besten weiterhelfen kann."

DFB-Mittelfeld das Prunkstück

Im defensiven Mittelfeld ist Kimmich zu einem Weltklassespieler gereift. Dort kann er den größten Einfluss auf das Spiel nehmen.
Das Problem: Das Mittelfeld ist das Prunkstück der deutschen Nationalmannschaft.
Dort hat Löw weitere außergewöhnliche Spieler zur Verfügung: Toni Kroos, Ilkay Gündogan, Leon Goretzka und Kai Havertz. Und Kimmich verkörpert auch als rechter Außenverteidiger Weltklasse.
In der aktuellen Qualifikationsphase hatte Löw das "Glück", dass ihm Kroos angeschlagen nicht zur Verfügung stand. Havertz setzte er zudem im Angriff ein. So blieben Kimmich, Goretzka und Gündogan die drei Plätze im Zentrum. Und sie überzeugten.

DFB: Muss Kimmich wie bei Bayern weichen?

Fakt ist aber auch: Wenn Kimmich im Verein mal wieder als Rechtsverteidiger ausgeholfen habe, "dann hat Bayern den Gegner viel bewegt und beschäftigt mit seinen Flanken vom Halbfeld oder von der Grundlinie", erklärte Löw.
Beim Finalturnier in der Champions League im vergangenen Jahr untermauerte Kimmich das eindrucksvoll. So bereitete er unter anderem das goldene Finaltor von Kingsley Coman mit seiner Flanke vor.
Der Anführer der neuen Generation ist für Löw aber auch im Mittelfeld "extrem wichtig mit seiner Art zu spielen, weil er Bälle erobert, antreibt, jeden Ball gut verteidigt und weiterleitet". Deswegen, so der Bundestrainer, "denke ich über alles nach".

Löw lässt sich nicht treiben

Es gebe "verschiedene Konstellationen". Er wolle "alles in meine Überlegungen einfließen lassen, was wichtig sein könnte. Um dann zu sagen: Vielleicht ist für die Mannschaft genau das das Allerbeste." Unterm Strich muss man aber auch festhalten, dass sich Gündogan und Kroos von der Spielanlage her sehr ähneln.
Auf das Ergebnis der Überlegungen darf man also gespannt sein. Löw lässt sich nicht treiben. Doch spätestens in den beiden Länderspielen unmittelbar vor dem Jahreshöhepunkt im Sommer muss er sich festlegen. "Die Diskussion", hat Kimmich erkannt, "wird gefühlt niemals enden."
Seine Stärken könne er "am besten im Mittelfeld zeigen". Doch da ist das Gedränge im DFB-Team halt besonders groß. Und Kimmich will vor allem eins: weitere Titel gewinnen.
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(SID)

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