Niederlande unter Druck: Die Alarmglocken schrillen schon nach einem Spiel in der WM-Quali

Die niederländische Nationalmannschaft ist mit einer Bruchlandung in Istanbul in die WM-Qualifikation gestartet. Das 2:4 gegen die Türkei ist genau das, was man unter allen Umständen verhindern wollte. "Oranje befindet sich bereits in Alarmphase eins", befand "De Telegraaf", die auflagenstärkste Zeitung des Landes. Verständlich, werden doch böse Erinnerungen wach an die EM 2016 und WM 2018.

Steven Berghuis, Georginio Wijnaldum und Matthijs de Ligt

Fotocredit: Getty Images

Schon wieder die Türkei: Bereits in der Qualifikation zur EM 2016 holten die Roten vier von sechs Punkten gegen die Orangenen. Die Folge: Das Turnier ging ohne die Niederlande über die Bühne. Das Szenario wiederholte sich zwei Jahre später bei der WM-Endrunde in Russland, die ebenfalls ohne die Oranje-Elf ausgespielt wurde.
Vor diesem Hintergrund also muss die 2:4-Pleite in der Türkei bewertet werden.
Nationaltrainer Frank de Boer ging nach der Partie direkt in den Verteidigungsmodus. "Wir finden es schrecklich, aber ich muss hier doch nicht heulen, oder?", fragte der 50-Jährige rhetorisch in die Presserunde. "Das ist ein sehr schlechtes Ergebnis, aber es war nur das erste von zehn Spielen."
Womit de Boer natürlich recht hat. Einerseits. Andererseits löst nur der Sieger der sechsköpfigen Qualifikationsgruppe G direkt das WM-Ticket. Neben der Türkei warten mit Norwegen um Superstar Erling Haaland oder auch Montenegro weitere unangenehme Gegner.

De Boer fordert klare Steigerung

"Die Qualifikation hat dramatisch begonnen", urteilte die niederländische Zeitung "AD". Um die Dramatik nicht weiter zu verschärfen, müssen am Samstag zu Hause in Amsterdam gegen Lettland und am Dienstag in Gibraltar sechs Punkte her. Erst dann wäre die Basis geschaffen, überhaupt wieder Richtung Tabellenspitze zu schielen.
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Memphis Depay (Niederlande) im Spiel gegen die Türkei

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"Wir müssen es besser machen", so de Boer. Die Türkei sei zwar "ein ernst zu nehmender Gegner" gewesen, "aber keiner, gegen den wir verlieren müssen". Die Niederlage aber hatte ihre Gründe. Neben den spielerischen Unzulänglichkeiten macht sich vor allem das Fehlen von Abwehrchef Virgil van Dijk bemerkbar.
Dazu tut sich ein Torwart-Problem auf. Stammtorhüter Jasper Cillessen verletzte sich in Istanbul beim Aufwärmen, Vertreter Tim Krul machte vor allem beim dritten Gegentreffer eine schlechte Figur und strahlte wenig Sicherheit aus.
Van Dijks Fehlen in der Innenverteidigung neben Matthijs de Ligt wirkte sich damit noch gravierender aus. Der Superstar vom FC Liverpool ist nicht adäquat ersetzbar, auch nicht von Daley Blind, der gegen die Türkei auflief.
Van Dijk wird der Mannschaft nach einem Kreuzbandriss mit anschließender Knie-Operation auf unbestimmte Zeit fehlen - was zum nächsten Problem führt.

Van Dijk zur EM im Sommer? Streit vorprogrammiert

Der Oranje-Auswahl bricht damit aller Voraussicht nach auch für die im Juni beginnende EM, das erste Turnier für die Mannschaft seit 2014, eine tragende Säule weg. Niederländischen Medienberichten zufolge peilt van Dijk die Teilnahme zwar an, Liverpool-Coach Jürgen Klopp schob dem waghalsigen Plan aber bereits einen Riegel vor.
Infolge der Schwere der Verletzung werde der Klub sein Abwehr-Ass "nicht abstellen können" und es "auch nicht tun", so der Reds-Coach vor wenigen Tagen.
Auf die Auswahl von de Boer kommen schwere Zeiten zu, in allen Wettbewerben. Immerhin: Auf die Türkei kann Oranje bei der EM im Sommer frühestens im Achtelfinale treffen.
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Nach kontroverser Rassismus-Frage: Wijnaldum streitet mit Reporter

Quelle: Perform

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