Sein Vertrag wäre am Donnerstag ohnehin ausgelaufen, doch so lange wollte Franco Foda nicht mehr warten. Bereits vor dem sportlich bedeutungslosen Spiel gegen Schottland am Dienstag in Wien hat der 55 Jahre alte Deutsche deshalb am Montag in einer Pressekonferenz seinen Rücktritt als Teamchef der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft erklärt.
"Ich habe mir in den letzten Tagen viele Gedanken gemacht. Wir haben uns nicht für die WM qualifiziert und dafür übernehme ich die volle Verantwortung", sagte Foda und ergänzte: "Deshalb ist meine Tätigkeit als Teamchef nach dem Spiel gegen Schottland beendet." Sein Vertrag wäre durch das Scheitern ohnehin ausgelaufen. Das Spiel am Dienstag wird sein 48. als ÖFB-Teamchef sein.
Österreich hatte sich über die Nations League für die WM-Play-offs qualifiziert, verpasste aber die Chance auf eine Teilnahme an der WM-Endrunde in Katar bereits im Halbfinale am vergangenen Donnerstag durch ein 1:2 in Wales. Der gebürtige Mainzer und langjährige Trainer von Sturm Graz hatte die Nationalmannschaft im November 2017 vom Schweizer Marcel Koller übernommen.
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Der Abschied von der Mannschaft am Montagvormittag sei sehr emotional gewesen, berichtete Foda. "Es war mir eine große Ehre, als Nationaltrainer und mit dieser Mannschaft zu arbeiten", beteuerte er, es seien viereinhalb "tolle Jahre" gewesen. Sein Nachfolger könne sich auf "eine charakterlich einwandfreie Mannschaft freuen, die gut ist und viel Entwicklungspotenzial hat".

Foda ist nach Siegen der zweiterfolgreichste Nationaltrainer Österreichs

Unter Foda gewann Österreich 27 von 47 Spielen - nur ein Nationaltrainer war erfolgreicher (Hugo Meisl/71 Siege). Zudem feierte des ÖFB-Team um David Alaba im vergangenen Sommer seinen ersten Sieg bei einer EM-Endrunde.
Foda stand dennoch stets in der Kritik, vor allem, weil ihm kein Sieg gegen eine Mannschaft gelang, die in der Weltrangliste vor Österreich steht.
Zum Rücktritt habe er sich am Sonntagabend entschieden, sagte Foda. Angeblich habe noch im Raum gestanden, "dass ich eventuell auch die Möglichkeit gehabt hätte auf eine Vertragsverlängerung".

Foda: "Hoffe, dass jetzt Ruhe einkehrt"

Dies habe für ihn allerdings keine Rolle mehr gespielt, weil er eben die Verantwortung für das Scheitern in der WM-Qualifikationen habe übernehmen wollen. Österreich nahm zuletzt 1998 an einer WM teil.
ÖFB-Präsident Gerhard Milletich hatte nach dem Aus in den Play-offs angekündigt, dass der neue Teamchef bis Ende April gefunden sein soll. "Ich war mit vollem Stolz Nationaltrainer und werde auch in Zukunft ein großer Fan des Nationalteams sein", sagte Foda. Meinem Nachfolger drücke ich die Daumen. Ich hoffe, dass jetzt Ruhe einkehrt."
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