Thomas Müller sammelt mit seinem Last-Minute-Tor Pluspunkte - Kampf um die Zehn in der Nationalelf

Thomas Müller sammelte mit seinem Siegtor gegen Rumänien Pluspunkte. Doch der Kampf um die Zehn in der Nationalmannschaft ist eng. Am Freitag gegen Rumänien bekam Marco Reus von Hansi Flick den Vorzug auf der Spielmacherposition. Von einer Art Vorentscheidung sei gar nicht zu sprechen. Man darf gespannt sein, wem Flick am Montag gegen Nordmazedonien die Chance auf der Zehner-Position gibt.

Thomas Müller nach seinem Siegtor gegen Rumänien

Fotocredit: Getty Images

Thomas Müller guckte den Torwart aus und schob den Ball lässig in die linke Ecke. Der Münchner freute sich diebisch über seinen Elfmetertreffer - auch wenn im Tor dabei der gelernte "Sechser" Joshua Kimmich stand. Doch Müller zeigte sich nicht nur beim Abschlusstraining für die Revanche gegen Nordmazedonien treffsicher, sein spätes Tor hatte schon gegen Rumänien den Sieg (2:1) gebracht. Und so hat Hansi Flick jetzt ein "Zehner"-Problem.
Am vergangenen Freitag hatte der Bundestrainer zunächst Marco Reus den Vorzug auf der Position des Regisseurs gegeben. Doch Super-Joker Müller war der Matchwinner. Hinter den beiden Routiniers drängen sich Spieler wie Champions-League-Finalheld Kai Havertz, die Ausnahmetalente Jamal Musiala und Florian Wirtz oder der aktuell verletzte Ilkay Gündogan auf. Purer Luxus - oder Qual der Wahl?
"Wir sind froh, dass wir auf dieser Position so viel Qualität haben", sagte Flick über das Gerangel um die Rolle des Passgebers für Timo Werner.
Reus spürt Müllers Atem im Nacken. "Der Konkurrenzkampf ist auf jeden Fall da", sagte er, "wir haben qualitativ sehr gute Spieler im offensiven Bereich. Da muss man sich immer anbieten. Das gehört dazu, das brauchen wir auch, um wieder nach oben zu kommen."

Matthäus bevorzugt Müller

Flick-Kumpel Lothar Matthäus würde Müller bevorzugen. "Thomas ist einer, der immer alles gibt, der die Mannschaft mitreißt und organisiert auf dem Platz. Der Tore schießt und Vorlagen gibt. Eigentlich ist er nicht wegzudenken", sagte der Rekordnationalspieler. Die Bayern Müller sowie Leon Goretzka und Kimmich dahinter - "das passt", meinte er: "Die kennen sich und wissen seit Jahren, was sie zu tun und zu lassen haben."
Auch bei Flick genießt Müller höchste Wertschätzung. Doch er lobte auch die Qualität von Reus "im letzten Drittel" oder die herausragenden Fähigkeiten seiner Youngster. Müller aber sammelte gegen Rumänien Pluspunkte.
"Ich habe ihn ganz gut reingedrückt. War geil!", sagte er über seinen "zuckersüßen" Abstauber in Hamburg: "Ich liebe dieses Gefühl." Möglich war sein 40. Länderspieltreffer allerdings nur, weil sich der Freigeist über die Anweisungen von Flick hinweggesetzt hatte. In "Alarmbereitschaft" habe er den Chef in der 81. Minute versetzt, berichtete Müller genüsslich, weil er bei der Ecke von Kimmich "etwas freier unterwegs" war. Er bot sich kurz an, doch "da hat er eigentlich nichts zu suchen", sagte Flick.

Reus: Kampf um die Zehn als "Antrieb für jeden Spieler"

Müller brach den Versuch ab und lauerte schließlich am langen Pfosten auf Goretzkas Kopfballvorlage. "Einfach nur reinschieben", meinte Serge Gnabry mit einem Schmunzeln, "das kann er."
Aber auch so viel mehr. Reus sieht den Kampf um die Zehn als "Antrieb für jeden Spieler, Gas zu geben und sich dem Trainer anzubieten". Dass das auf die Stimmung drücken könnte, glaubt er nicht. "Es geht nur im Miteinander", betonte er, "das betrifft jeden Einzelnen."
(SID)
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Quelle: Perform

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