Deutschland festigt Tabellenführung mit Heimsieg gegen Rumänien

Deutschland hat in der Qualifikation zur WM 2022 in Katar einen 2:1 (0:1)-Heimsieg gegen Rumänien gelandet und damit die Tabellenführung in der Gruppe J gefestigt. Ianis Hagi brachte die Gäste in Hamburg nach neun Minuten überraschend in Führung. Serge Gnabry gelang in der zweiten Halbzeit der Ausgleich (52), der eingewechselte 2014er-Weltmeister Thomas Müller besorgte den Siegtreffer (81.).

DFB-Star Thomas Müller trifft zum 2:1 gegen Rumänien

Fotocredit: Getty Images

Deutschland musste auf Kapitän Manuel Neuer verzichten, den Adduktorenprobleme plagen. Marc-André ter Stegen stand für ihn im Tor. Im Vergleich zum 4:0 auf Island zuletzt rückte sonst nur Rückkehrer Marco Reus für den verletzten Ilkay Gündogan in die DFB-Startelf, Thomas Müller nahm zunächst nur auf der Bank Platz.
Nach acht Minuten verhängte Schiedsrichter Cüneyt Cakir einen Elfmeter gegen Andrei Burca, der Timo Werner vermeintlich in die Hacken gelaufen war (5.). Nach Video-Beweis nahm der Türke seine Entscheidung jedoch zurück (8.) - Werner war nahezu ohne Kontakt zu leicht gefallen.
Quasi im Gegenzug schockte Rumänien die DFB-Elf: Ianis Hagi - der Sohn des großen Gheorghe Hagi - lief von rechts in den Strafraum, tunnelte Antonio Rüdiger und düpierte ter Stegen mit einem trockenen Abschluss ins linke Eck (9.).
Deutschland brauchte, um sich von dem Schock zu erholen und Rumäniens 4-5-1 in Verlegenheit zu bringen, doch Serge Gnabry bugsierte den Ball nach toller Vorarbeit von Reus im Infight mit Rumäniens in dieser Szene unsicherem Torhüter Florin Nita im Liegen rechts neben das Tor (16.). Reus war es auch, der Nita aus spitzem Winkel prüfte (33.).
Ansonsten versuchten vor allem die Außen Leroy Sané und Gnabry das deutsche Offensivspiel zu beleben, der letzte Pass kam jedoch meistens nicht an (Gnabry auf Werner, 35.). So ging es trotz 80 Prozent Ballbesitz mit 0:1 nach 45 Minuten in die Kabinen.
Nach der Halbzeitpause rettete zunächst Niklas Süle nach einem rumänischen Konter vor George Puscas (48.), dann war der Bann endlich gebrochen: Gnabry nahm aus 18 Metern Maß und vollendete flach ins linke Eck (52.) - sein 20. Länderspieltor.
Deutschland zog die Schlinge nun immer enger, ließ jedoch eine Reihe von Halbchancen aus. Rumänien kam kaum noch zur Entlastung.
Nach 67 Minuten brachte Flick mit Thomas Müller und Kai Havertz frische Offensivkräfte, was sich 14 Minuten später auszahlte: Eine Ecke von Aushilfskapitän Joshua Kimmich verlängerte Leon Goretzka am kurzen Pfosten und hinten verwandelte der clever eingelaufene Müller freistehend (81.) - sein 40. Länderspieltor.
Der bayrischen Co-Produktion hatte Rumänien nichts mehr entgegenzusetzen. Durch den Sieg liegt Deutschland (18 Punkte) nun bereits sechs Punkte vor Nordmazedonien (12) und Armenien (12) an der Spitze der Gruppe J und könnte sich mit einem Sieg am Montag in Nordmazedonien fix für die WM 2022 qualifizieren - wenn Armenien nicht in Rumänien gewinnt.
Rumänien (10) muss sich strecken, um noch Platz zwei zu erreichen.

Die Stimmen zum Spiel:

Hans-Dieter Flick (Trainer Deutschland): "Gegentore ärgern mich grundsätzlich immer. Es war nicht einfach, das wegzustecken, aber die Mannschaft hat gefightet und hat alles reingelegt. Wir haben nie aufgesteckt und Selbstvertrauen gehabt. Es war nicht alles so, wie wir uns das vorstellen, aber der Sieg ist mehr als verdient."
Mirel Radoi (Trainer Rumänien): "Ich denke, man kann den Jungs keinen Vorwurf machen. Ich bin enttäuscht, dass sich unser Einsatz nicht ausgezahlt hat. Jetzt haben wir drei Finals vor uns."
Joshua Kimmich (Deutschland): "Es war knapp, wir hätten das Spiel einfacher gestalten können. Wir haben einiges an Leidenschaft in das Spiel gesteckt. Alle haben gemerkt, wie wichtig uns der Sieg ist. Wir haben alles gegeben und am Ende wurden wir belohnt. Unterm Strich hat es sich schon ganz geil angefühlt."
Thomas Müller (Deutschland): "Ich finde, dass wir ein engagiertes Spiel gemacht haben. Umso schöner war's, dass wir uns belohnen konnten. Kompliment an die Fans, unsere Leistung wurde trotz 0:1 zur Halbzeit honoriert. Nach dem 2:1 war das schon eine kleine Explosion, man hat die Verbindung gespürt und wir haben das sehr genossen."
Serge Gnabry (Deutschland): "Wir haben ein sehr gutes Spiel hingelegt, waren ganz klar überlegen. Wir wissen alle, worum es geht. Wir durften uns keine Niederlage mehr erlauben. Das haben wir umgesetzt."
Razvan Marin (Rumänien): "Wir können viel Positives mitnehmen. Wir wussten, dass Deutschland nach der Pause mit aller Macht kommen wird, leider haben wir gleich das 1:1 kassiert. Gegen Armenien werden wir alles geben."
Ianis Hagi (Rumänien): "Ich denke schon nicht mehr an mein Tor, denn unser Ziel war es, einen Punkt mitzunehmen, doch wir stehen mit leeren Händen da. Ich bin enttäuscht, weil wir zur Pause in Führung lagen und uns mehr erhofft haben."

Der Tweet zum Spiel:

Viertes Spiel, vierter Sieg - 14:1 Tore. Durch den hart erkämpften Sieg ist für Flick der Startrekord von Vorgänger Joachim Löw (fünf Siege) zum Greifen nah.

Das fiel auf: FC Bayern Deutschland

Hätte Ex-Bayern-Trainer Flick statt Reus gleich Müller den Vorzug gegeben, das deutsche Mittelfeld hätte mit Kimmich, Goretzka, Gnabry, Müller und Sané nur aus Bayern-Spielern bestanden. So war's dann zumindest ab Minute 67, als Deutschland die Schlinge um Rumänien immer enger zog. Die passenden Absprachen zwischen den Münchnern sorgten auch fürs Siegtor: Bei der Co-Produktion von Kimmich, Goretzka und Müller wirkte auch Innenverteidiger Niklas Süle entscheidend mit, der den Weg für den Torschützen Müller freiblockte. "Niki hat den Raum freigezogen und Leon trifft ihn perfekt. Dann habe ich ihn reingedrückt. War geil", meinte Müller, trotz allem auf Hochdeutsch.

Die Statistik: 5

Die Kopfballvorlage von Leon Goretzka war bereits sein fünfter Assist in dieser WM-Qualifikation - kein anderer hat, Stand Freitagabend, mehr. Gnabry traf auch zum fünften Mal und liegt damit hinter Memphis Depay, Alexandar Mitrovic (beide 7), Robert Lewandowski und Eran Zahavi (beide 6) auf Rang fünf der Torjägerliste des Wettbewerbs.
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"Unter unserem Niveau": Deschamps trotz Sieg mit klaren Worten

Quelle: Perform

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