Bundestrainer Jogi Löw vertraute im zweiten WM-Qualifikationsspiel derselben Elf wie schon beim überzeugenden 3:0-Sieg gegen Israel. Leroy Sané, Serge Gnabry und Kai Havertz stürmten in der Offensive, Ilkay Gündogan, Leon Goretzka und Joshua Kimmich übernahmen die Zentrale.
Rumänien, das zuletzt knapp mit 3:2 gegen Nordmazedonien gewann, war sich der Außenseiterrolle zwar bewusst, agierte in einem kompakten 4-3-3-System allerdings sehr mannorientiert und aggressiv hoch gegen den Ball und machte es den Deutschen so in der Anfangsphase nicht leicht.
Erst in der 17. Minute kam Die Mannschaft zum ersten Mal nach einer guten Kombination gefährlich in die Offensive. Antonio Rüdiger eröffnete mit einem hohen Pass hinter die Abwehr in den Lauf von Havertz, der in die rechte Strafraumhälfte einzog, die Übersicht behielt und querlegte. Gnabry war aus sechs Metern zur Stelle und besorgte die 1:0-Führung.
WM-Qualifikation
DFB-Elf nach Zittersieg selbstkritisch: "Uns fehlt die Coolness"
28/03/2021 AM 21:33
Der Führungstreffer brachte etwas mehr Kontrolle und Schwung in das deutsche Spiel. Rumänien stellte sich tiefer, hoffte auf Umschaltmomente. Auffällig war, dass sie Kimmich in Manndeckung nahmen und so die Kreative des deutschen Spiels erfolgreich hemmten. Der Löw-Elf fehlte zumeist das Tempo in den Aktionen, auch die Genauigkeit im Kurzpassspiel. So verteidigte Rumänien ohne große Probleme.
Im zweiten Durchgang nahm der Druck der Deutschen erheblich zu – eine Chancenflut war die Folge. Allerdings fehlte es dem Team an der nötigen Konsequenz im Abschluss. Binnen zwölf Minuten hatten Goretzka (50.), Sané (54./62.), Gündogan (60.) und Gnabry (58.) insgesamt gleich fünfmal die Chance zum 2:0 auf dem Fuß – alle scheiterten – Löw verzweifelte derweil in der Coaching-Zone.
Auffällig war auch, dass Löw erst in der 77. Minute seinen ersten personellen Wechsel durchführte. Timo Werner kam für seinen Klubkollegen Havertz in die Partie – am deutschen Killerinstinkt änderte dieser Wechsel jedoch nichts. Werner scheiterte kurz nach seiner Einwechslung freistehend aus 14 Metern halblinker Position am überragenden Florin Nita (80.).
So versuchten die Rumänen in den Schlussminuten mit aller Macht noch zum Ausgleich zu kommen und verbuchten durchaus gute Chancen. Die beste vergab Nicolae Stanciu in der 90. Minute. Nach einem Fehlpass von Sané kam der Rumäne aus zehn Metern halblinker Position zum Abschluss und traf nur das Außennetz. So zitterte sich die deutsche Elf zu einem knappen 1:0-Sieg.

Die Stimmen:

Joshua Kimmich (Deutschland): "Ich denke schon, dass wir es uns einfacher hätten gestalten können. In der 90. Minute haben wir noch Glück, dass sie nicht den Ausgleich machen – das wäre dann die Rache gewesen. Gerade in der zweiten Halbzeit hatten wir schon einige Szenen. Wir müssen es einfach früher entscheiden, dann haben wir auch einen ruhigeren Abend."
Manuel Neuer (Deutschland): "Ich denke, dass wir einfach früher den Deckel draufmachen müssen, dann kommen wir nicht nochmal in Gefahr. Da müssen wir einfach das zweite oder dritte Tor machen, um hier auch Ruhe zu haben. (Es fehlt) die Coolness, die Cleverness und vielleicht auch der letzte Wille in der Box dieses Tor zu erzielen."

Der Tweet zum Spiel:

Die deutsche Nationalmannschaft setzte ein wichtiges Zeichen.

Das fiel auf: Zentrales Trio

Löw baute gegen Rumänien auf Kontinuität und setzte auf exakt dieselbe Elf wie gegen Israel. Es ist eine taktische Entscheidung, die tief blicken lässt: Löw will, dass sich seine Mannschaft – vor allem die erste Elf – einspielt, um Taktik und Organisation zu automatisieren. Vor allem die Zentrale ist dabei betroffen; Kimmich, Goretzka und Gündogan bilden das Herzstück des deutschen Spiels. Dies ist eine Chance und Ansage zugleich, denn während sich das Trio ein- und festspielt, bangen andere Spieler – vor allem der bis zuletzt unersetzbare Toni Kroos – um ihre Plätze. Es wird interessant zu beobachten werden, wie Löw die kommenden Spiele personell angehen wird. Fest steht, dass auf Konkurrenzkampf zumeist Leistungssteigerung folgt.

Die Statistik: 15

Gnabry ist in der deutschen Nationalmannschaft gesetzt und überzeugt stets mit guten Leistungen. In seinen bisher 19 absolvierten Länderspielen traf der Münchner insgesamt 15 Mal.
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