Cristiano Ronaldo: Ein Echo aus vergangenen Zeiten - WM-Sperre für Superstar könnte für Portugal ein Segen sein

Ein Platzverweis mit ungemütlichen Folgen: Cristiano Ronaldo fehlte am vergangenen Sonntag nicht nur beim Gala-Auftritt der portugiesischen Nationalmannschaft gegen Armenien (9:1), sondern droht auch die beiden ersten Gruppenspiele der WM 2026 zu verpassen. Sein Fehlverhalten in Dublin könnte den 40-Jährigen teuer zu stehen kommen, während er seinem Trainer wohl ein wasserfestes Alibi gegeben hat.

Portugal-Coach nach Ronaldo-Rot: "Lange Sperre wäre unfair"

Quelle: SNTV

Es wirkte beinahe schon wie eine Komödie, die sich am vergangenen Donnerstag im Aviva Stadium zu Dublin abspielte.
Auf einen Ellbogenschlag folgte die Rote Karte, daraufhin flog dem Übeltäter Hohn und Spott entgegen, den er selbst mit kindischen und großkotzigen Gesten konterte.
Der erste Platzverweis von Cristiano Ronaldo in 226 Länderspielen, er hatte etwas Entlarvendes an sich. Auch in sportlicher Hinsicht.
Nur drei Tage später feierte Portugal nämlich ohne seine Ikone gegen Armenien (9:1) einen der höchsten Siege der Verbandsgeschichte. Die entfaltete Offensivkraft der Seleção weckte eine Lust nach mehr - und offenbarte ein Dilemma.

Rekorde für Portugal - natürlich ohne Ronaldo

Zum zweiten Mal in ihrer 111-jährigen Historie erzielte die portugiesische Nationalmannschaft neun Tore, vor rund zwei Jahren ereignete sich mit dem 9:0 über Luxemburg der höchste Sieg jemals.
Was letztere Partie außer der Anzahl der erzielten Tore mit dem Triumph über Armenien gemeinsam hat? In beiden Fällen stand CR7, seines Zeichens immerhin Rekordtorschütze Portugals (143), aufgrund einer Sperre nicht im Kader.
Nun mögen Kantersiege über Fußballzwerge auf den ersten Blick nicht ins Gewicht fallen, doch bedienen sie ein Narrativ, das in den vergangenen Jahren immer mehr an Aufschwung gewonnen hat: Portugal performt ohne Ronaldo besser.
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Cristiano Ronaldo

Fotocredit: Getty Images

Bruno Fernandes, Rafael Leão, João Neves, Bernardo Silva, João Félix, Francisco Conceição und nicht zuletzt Goncalo Ramos: Die portugiesische Offensive ist mittlerweile auch ohne den längst in die Jahre gekommene Superstar absolute Weltklasse. Das zeigte sich auch gegen Armenien.
So erzielten Fernandes und Neves, die sich im Beisein von CR7 doch ihrem Leader unterordnen müssen, jeweils einen Hattrick. Zwei Spieler mit einem Dreierpack - das gab es in Portugal seit dem 8:0 über Kuwait im November 2003 nicht mehr.
Ein Zeichen dafür, dass der Europameister von 2016 ohne Ronaldo befreiter aufspielen kann?

Ronaldo bei Portugal: Das Dilemma von Martínez

Es ist kein Dilemma, das sich erst in der jüngeren Vergangenheit auftat. Der Vorwurf der Berechenbarkeit durch den steten Fixpunkt namens Ronaldo existiert schon lange. So wird seine verletzungsbedingte Auswechslung im EM-Finale 2016 nur zu oft als der entscheidende Knackpunkt bezeichnet, plötzlich habe Portugal sein Überraschungsmoment zurückgewonnen.
Doch die Tore, welche Portugal in jenes Finale oder zu den beiden Titeln in der Nations Legue (2019 und 2015) führten, trugen die Handschrift ebenjenes fünfmaligen Weltfußballers.
Auch aufgrund dieser nach wie vor vorhandenen Qualität, in den entscheidenden Momenten einfach da zu sein, griff Nationaltrainer Roberto Martínez immer wieder auf ihn zurück. Doch wie sieht der Plan für die WM 2026 aus?
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Roberto Martínez muss eine Entscheidung treffen

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Die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada wird für den dann 41-Jährigen seine sechste und letzte als Profispieler sein. Ein letzter Tanz auf der größtmöglichen Bühne - oder doch eher eine Enttäuschung?
Sollte der Einspruch des portugiesischen Verbands gegen eine Drei-Spiele-Sperre abgelehnt werden, müsste Ronaldo nach dem verpassten Armenien-Spiel noch für zwei weitere Pflichtspiele aussetzen. Das würde auch bedeuten, dass der fünfmalige Champions-League-Sieger auch die beiden ersten Gruppenspiele der WM 2026 verpasst.

WM-Sperre für Ronaldo: Ein Segen für Portugal?

In den Testspielen vor der Weltmeisterschaft soll jene Elf gefunden werden, die zu einer Einheit zusammenwächst und den Pfad zum großen Sehnsuchtsziel gemeinsam beschreitet. Und zwar von Anfang an.
Die beiden ersten WM-Spiele sind Findungsphase und Bestätigung zugleich, nur allzu selten werden nachher noch umfängliche Änderungen an der Formation vorgenommen. Erst recht nicht in der Größenordnung von Ronaldo.
Mit ihm in der Mannschaft herrschen andere Abläufe, von mehreren Zielspielern rückt der Fokus auf ihn allein. Mitten in einer Weltmeisterschaft umzustellen - das Risiko wäre schlichtweg zu hoch.
Aus dem Turnierkader ist der Altmeister selbstverständlich nicht wegzudenken, seine Rolle scheint nun jedoch so anfechtbar wie nie zuvor zu sein.
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Wie geht es für Cristiano Ronaldo weiter?

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Sollte die Sperre nicht verkürzt werden, hielte Martínez ein wasserfestes Alibi in seinen Händen, die Lichtgestalt ab dem dritten Gruppenspiel nicht mehr in die Startelf zu holen. Selbst in der Vorbereitung könnte er dadurch nur mehr eine untergeordnete Rolle spielen, da die Post-Ronaldo-Ära bereits vor seinem WM-Abschied eingeläutet werden würde.
Gewissermaßen nahm CR7 seinem Coach durch seinen Ausraster in Dublin also eine schwierige Entscheidung ab: "Gewähre ich der Legende ein letztes Hurra oder bekommt die goldene Generation dahinter das Rampenlicht, das sie sich verdient?"
Die Antwort dürfte nun klar sein. Immerhin: Im EM-Finale 2016 machte sich Ronaldo als unmfunktionierter Co-Trainer unsterblich. Warum nicht auch zehn Jahre später?
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Ancelotti lässt WM-Tür für Neymar offen und nennt Voraussetzung

Quelle: Perform


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