Drei Dinge, die bei Deutschland - Slowakei auffielen: Florian Wirtz und Leroy Sané - zwei Prügelknaben schlagen zurück

Was für eine Reaktion auf den Rumpel-Sieg in Luxemburg: Die deutsche Nationalmannschaft hat sich mit einer 6:0-Gala gegen den Verfolger aus der Slowakei in beeindruckender Manier das WM-Ticket gesichert. Mit Florian Wirtz und Leroy Sané schwamm sich ein Duo frei, das zuletzt immer wieder kritisiert wurde. Zudem untermauerte Nico Schlotterbeck seine Unantastbarkeit. Drei Dinge, die auffielen.

Nagelsmann lobt Siegeswillen: "Mannschaft hat super viel gearbeitet"

Quelle: SNTV

Gala-Auftritt statt Rumpel-Fußball: Deutschland hat sich mit einem 6:0-Kantersieg gegen die Slowakei für die WM in den USA, Kanada und Mexiko qualifiziert.
Nick Woltemade (18.), Serge Gnabry (29.) und Leroy Sané (36./41.) schossen der Auswahl des DFB in einer furiosen ersten Halbzeit den Frust von der Seele. Nach dem Seitenwechsel beseitigen die eingewechselten Leipziger Ridle Baku (67.) und Debütant Assan Ouédraogo (79.) die allerletzten Zweifel an der 21. Endrundenteilnahme.
Insgesamt gaben aber nicht nur die Torschützen um Doppelpacker Sané ein Statement ab, auch der zuletzt gescholtene Florian Wirtz ließ seine Kritiker - vor allem auf der Insel - mit einem herausragenden Auftritt verstummen. Zudem war Nico Schlotterbecks Rückkehr Gold wert.
Drei Dinge, die bei Deutschland - Slowakei auffielen.

1.) Die perfekte Reaktion

Noch vor wenigen Tagen wurde die deutsche Nationalmannschaft nach dem völlig blutleeren Auftritt in Luxemburg (schmeichelhafter 2:0-Sieg) durch den medialen Fleischwolf gedreht, der Boulevard zählte subtil sogar Bundestrainer Julian Nagelsmann an.
Was die Mannschaft von alldem hielt, ließ sich bereits mit dem Anstoß erahnen. In den ersten Minuten kristallisierte sich via Kimmich-Grätsche und spielerischer Dominanz ein klares Bild heraus und spätestens nach Woltemades Dosenöffner war die Marschroute gesetzt: Schützenfest.
Viel besser und symbolträchtiger hätte die Reaktion auf die (berechtigte) Kritik nicht ausfallen können. Biss im Zweikampf, technisch anspruchsvolles Kombinationsspiel und Kaltschnäuzigkeit im Abschluss - all das, was der viermalige Weltmeister in der WM-Quali bis dato hatte vermissen lassen, war im wichtigsten Spiel geboten.
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Serge Gnabry, Nick Woltemade, Florian Wirtz

Fotocredit: Getty Images

"Jeder wollte ein Zeichen setzen, jeder wusste, was auf dem Spiel steht", sagte Kapitän Joshua Kimmich im Nachgang im "ZDF": "Es ging um die WM-Quali. Die WM ist das Größte, was man als Spieler erreichen kann. In Deutschland ist man nicht gewohnt, dass das auf der Kippe steht."
Coach Nagelsmann erklärte: "Jeder Spieler hat heute ein extrem gutes Spiel gemacht, gearbeitet wie das rosafarbene Tier." Es gebe heute "wenig zu meckern". Das versöhnliche Fazit nach einer schwierigen Quali-Runde: "Ich bin stolz auf die Mannschaft."

2.) Zwei Prügelknaben schlagen zurück

Obwohl Leroy Sané in Luxemburg zu den wenigen Lichtblicken auf deutscher Seite zählte, drehten sich die zahlreichen Kader-Diskussionen vornehmlich um das schludrige Genie, das spätestens mit seinem Wechsel zu Galatasaray vermeintlich an Strahlkraft und DFB-Team-Tauglichkeit eingebüßt hatte.
Befeuert wurde das Ganze von Nagelsmann, der Sané zu Beginn des Lehrgangs mit einigen bemerkenswerten Aussagen in den Fokus gerückt hatte. Sané, den man laut Matthias Sammer mit "Liebe, dass es knallt" anstelle von Kritik bedenken müsse, schien der negative Trubel um seine Person kurioserweise zu beflügeln.
Erstens machte er sich aus den Aussagen seines Trainers nichts, sondern stellte öffentlich klar, dass Nagelsmanns Ausführungen ohnehin mit ihm abgesprochen gewesen seien, zweitens zeigte er in eindrucksvoller Manier, wozu er fußballerisch noch immer imstande ist.
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Florian Wirtz (l.) und Leroy Sané

Fotocredit: Getty Images

Zwei Tore und eine Hackenvorlage zum Zungeschnalzen auf Ouédraogo standen nach 90 Minuten in den Geschichtsbüchern dieses Spiels, zudem sammelte der 29-Jährige, dem sonst ein gewisses Phlegma attestiert wird, in der Defensive einige Punkte für sein persönliches Fleißkärtchen.
Neben Sané glänzte aber noch ein weiterer Prügelknabe der jüngeren Vergangenheit: Florian Wirtz. Der 22-Jährige, der nach seinem 140-Millionen-Euro-Wechsel noch nicht so richtig beim FC Liverpool angekommen ist und dementsprechend von der britischen Haudrauf-Presse als Sinnbild des holprigen Reds-Saisonstarts betrachtet wird, erinnerte an seine besten Leverkusener Tage.
Dass Sané mit zwei Treffern glänzte, war nämlich vor allem Wirtz' Zauberfuß geschuldet. Erst bediente er den ehemaligen Münchner mit einem punktgenauen 30-Meter-Pass aus der eigenen Hälfte, wenige Minuten später streichelte Wirtz die Kugel mit dem Innenrist in Richtung langer Pfosten, wo Sané sehenswert vollstreckte.
Balsam für die Seele, ehe es wieder auf die raue Insel geht ...

3.) Schlotterbeck als Gamechanger

Schlotterbeck hatte dem DFB-Team aufgrund einer Fußverletzung in Luxemburg gefehlt. Wie sehr die Qualitäten des Dortmunders seiner Mannschaft abgegangen waren, stellte sich erst heraus, als er wieder auf dem Platz stand.
Defensiv nur selten gefordert, kamen vor allem seine Qualitäten mit dem Ball am Fuß im Spielaufbau zum Tragen. Mit chirurgischer Präzision bediente er seine Vorderleute hinter der ersten slowakischen Linie, jeder Schnittstellenpass, jeder Seitenwechsel saß.
Gemeinsam mit dem ebenfalls formstarken Jonathan Tah bildet Schlotterbeck eine stabile Innenverteidigung, dass Antonio Rüdiger, qua Erfahrung und Real-Madrid-Arbeitsvertrag Abwehrchef, einen der beiden verdrängt, scheint aktuell ausgeschlossen.
"Für uns Abwehrspieler ist es immer wichtig, wenn die Vorderleute uns die Bälle wegnehmen, dass Jona (Tah, d. Red.) und ich heute nicht so viel zutun hatten, hat mich sehr gefreut", schwärmte Schlotterbeck am "ZDF"-Mikro: "Wenn wir so spielen wie heute, sind wir eine sehr gute Mannschaft."
Eine derart gute Mannschaft, die aus Schlotterbecks Sicht das Zeug zum Weltmeister hat: "Ich will zur WM gehen und das Ding gewinnen."
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Quelle: Perform


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