WM Qualifikation: Nationaltrainer Julian Nagelmann will geraden und dominanten Weg durch die Qualifikationsgruppe

Den schnurgeraden Weg durch eine vermeintlich einfache WM-Qualifikationsgruppe hat Julian Nagelsmann seinen Nationalspielern sofort im ersten Training gewiesen. "Wir haben auf jeden Fall eine Sache mitbekommen: Dominant zu spielen und zu zeigen, dass wir jedes Spiel gewinnen wollen. Dem Gegner nicht eine Sekunde ein Gefühl zu geben, dass er eine Chance hat", sagte Karim Adeyemi im DFB-Camp.

Nagelsmann: "Wünsche mir, dass wir uns stabilisieren"

Quelle: Perform

An der Startrampe zum fünften Stern machte Julian Nagelsmann seinen "Raketen" noch einmal richtig Feuer. Alles für den "American Dream"!
Keine Zweifel! Argentinien und Spanien sind auch nicht besser! Wie bei der Heim-EM will der Bundestrainer seine Stars so richtig anzünden - und beim Langstreckenflug Richtung WM-Thron völlig losgelöst zum Titel schweben.
"Es ist gesund, dass man Ziele aufruft", betonte Nagelsmann nach einem kleinen Stolperer aufs Podest im Presseraum von Bratislava, der auf dem Weg zum unwägbaren Mammutturnier 2026 der einzige bleiben soll. "Es ist ganz schwer für eine Mannschaft, oder jeden, der so durchs Leben schwirrt, kein Ziel zu haben, auf das er hinarbeitet, sich freut und für das es sich lohnt zu kämpfen."
Der Goldpokal, der in den USA, Mexiko und Kanada ausgespielt wird, ist ein solches Ziel, wie Nagelsmann vor dem Auftakt in der Qualifikation am Donnerstag (20:45 Uhr im Liveticker) gegen die Slowakei fast trotzig unterstrich. Im Narodny futbalovy stadion soll beginnen, was am 19. Juli 2026 im MetLife Stadium erfolgreich enden soll. Allen Widrigkeiten zum Trotz.
"Jetzt gilt's, jetzt zählt es!", rief Sportdirektor Rudi Völler der deutschen Nationalmannschaft zu, und klar: "Wir wollen nächstes Jahr eine sehr, sehr gute Rolle spielen. Natürlich am liebsten ganz oben auf dem Treppchen!"

Weltmeister werden in Bratislava gemacht ...

Erstmal aber gelte: "Piano, piano". Soll heißen: Zunächst mal qualifizieren in der allerdings machbaren Gruppe A mit den weiteren Gegnern Nordirland und Luxemburg. Sorgen, dass der zurück ins Mittelfeld beorderte Kapitän Joshua Kimmich und Co. die Gegner auf die leichte Schulter nehmen könnten, hat Völler nicht.
"Jeder, der hier eingeladen ist, ist voller Euphorie und Enthusiasmus", sagte er in der "Sportschau". Alle wüssten, dass das Weltturnier "etwas Besonderes" sei: "Wir wollen unser Land würdig vertreten."
Nagelsmann schärfte seinen Stars bei der Auftaktbesprechung am Montag in Herzogenaurach und den nur zwei Trainings ein, dass er "die volle Überzeugung" und "Commitment von allen" erwarte. Wenn Florian Wirtz und die anderen Zauberer erst bei der WM "richtig" anfingen, "wird es zu spät sein". Weltmeister werden in Bratislava gemacht, in Belfast oder am Croix de Gasperich in Luxemburg.

Nagelsmann: Kimmich wieder im "Herzstück"

Und zwar mit einer dominanten Spielweise. "Ich habe wenig Lust darauf, dass am Ende mehr als ein Spiel dabei ist, wo wir sagen: Das haben wir mit Glück gewonnen", betonte Nagelsmann. Wer daraus einen Hurrastil ableitet, wird enttäuscht werden. Vielmehr will Nagelsmann eine "andere Struktur" entwickeln, die mittels "guter deutscher Tugenden" mehr Stabilität bringt - für die Duelle mit den Titelanwärtern.
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Nationaltrainer Julian Nagelsmann (l.) im Taktikgespräch mit Joshua Kimmich (m.) und Leon Goretzka (r.)

Fotocredit: Getty Images

Das ist die wichtigste Erkenntnis aus der Enttäuschung beim Final Four der Nations League mit den Niederlagen gegen Portugal (1:2) und Frankreich (0:2). Danach hat Nagelsmann auf einer "schönen Hütte" im Allgäu mit seinem Stab seine "neue Ordnung" ausgetüftelt. Der Schlüssel: Chef Kimmich rückt von rechts hinten wieder ins "Herzstück" (Nagelsmann).

Was bleibt von Nagelsmanns "Ochsenabwehr"?

Und sonst? Der Bundestrainer sprach zuletzt auffallend oft von der "Ochsenabwehr" mit vier Innenverteidigern, mit der Deutschland 2014 in Rio zum vierten Stern geflogen war. Doch schon in Bratislava ist er zu einer Verlegenheitslösung gezwungen: Zwar kehrt Abwehrchef Antonio Rüdiger neben den ebenfalls gesetzten Jonathan Tah zurück, in Nico Schlotterbeck fehlt aber ein wichtiger Baustein für den WM-Riegel. Sollte Neuling Nnamdi Collins wie erwartet rechts beginnen, muss er sofort zünden.
Auch im Tor muss Nagelsmann improvisieren. Oliver Baumann vertritt erneut den verletzten, als Nummer eins für die WM aber fest eingeplanten Marc-André ter Stegen. Weil in der Offensive Säulen wie Jamal Musiala und Kai Havertz oder Tim Kleindienst fehlen, steht die Wunschelf nur im Kopf des Bundestrainers - und gegen die Nummer 52 der Welt noch nicht auf dem Platz.
Bis zur Endrunde, die am 5. Dezember in Washington ausgelost wird, bleibt kaum Zeit, sie einzuspielen: Sechs Quali-Partien bis November, je zwei Tests im März und Juni - dann muss die Flughöhe erreicht sein.
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(SID)
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Quelle: Perform


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