Schweden blamiert sich in der WM-Quali bis auf die Knochen: "Totale Schande" - Trainer Tomasson entlassen

Nach einem schwachen Start mit nur einem Punkt aus zwei Spielen sollte für Schweden mit zwei Heimspielen in der WM-Quali der Turnaround kommen - doch es wurde alles noch schlimmer: 0:2 gegen die Schweiz und ein blamables 0:1 gegen den Kosovo. Die WM 2026 rückt in weite Ferne, der Trainer nach Fan-Anfeindungen entlassen und ehemalige Nationalspieler zerlegen die "Tre Kronor".

Schweden blamierte sich in der WM-Quali gegen Kosovo

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Vor dem Duell gegen den Kosovo demonstrierte die schwedische Nationalmannschaft Einigkeit: Der 225-Millionen-Euro-Angriff aus Alexander Isak und Viktor Gyökeres nahm auf der abschließenden Pressekonferenz neben Trainer Jon Dahl Tomasson Platz.
Die Stars stellten sich hinter ihren schwer unter Beschuss geratenen Coach. "Dass wir nicht gut spielen, liegt nicht am Trainer. Es ist wichtig, dass wir vereint sind. Wir alle haben Vertrauen in ihn", sagte Isak.
Widergutmachung war angesagt nach dem 0:2 gegen die Schweiz. Doch es folgte der ultimative Tiefpunkt: 0:1 gegen den Kosovo, begleitet von Anfeindungen entsetzter Fans, die schließlich in Tomassons Entlassung gipfelten.
Auf einem provokanten Plakat war mit Bezug auf die Herkunft des Trainers die Botschaft "JDT raus, dänischer Bastard" zu lesen. Während des Spiels im Ullevi-Stadion in Göteborg waren Rufe wie "Raus mit der Dänen-Sau" zu hören.

"Das Schlimmste, was Schweden im Fußball je erlebt hat"

Schweden bekam mit seinem Superangriff, der von 65-Millionen-Euro-Transfer Anthony Elanga unterstützt werden sollte, offensiv erneut nichts auf die Reihe. "Das ist unterirdisch", sagte "RTL"-Experte Lothar Matthäus bezüglich der Angriffsbemühungen.
"Was machen wir da?", fragte ein entsetzter Fredrik Ljungberg (75 Länderspiele für Schweden) schon in der Halbzeit als Experte beim TV-Sender "Viaplay". Ex-Spieler Jonas Olsson (25 Länderspiele) ergänzte: "Es ist so offensichtlich, dass das Team komplett kaputt ist in Bezug auf Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl."
Auch die Zeitung "Aftonbladet" fällte ein vernichtendes Urteil: "Das ist eine totale Schande, vielleicht das Schlimmste, was der schwedische Fußball je erlebt hat." Newcastle-Angreifer Anthony Elanga soll laut "Sverigesradio" im Spielertunnel geschrien haben: "Das verdammte System muss weg."
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Schwer unter Beschuss: Schwedens Nationaltrainer Jon Dahl Tomasson

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Noch nie trainer vorzeitig entlassen

Tomassons Tage als Nationaltrainer waren damit gezählt. "Es ist Zeit, schwedische Fußballgeschichte zu schreiben", schrieb "Dagens Nyheter" in Bezug auf die Tatsache, dass der Verband noch nie einen Trainer mit laufendem Vertrag entlassen hat. Beim "Aftonbladet" stimmten bei einer Online-Umfrage 91 Prozent für die vorzeitige Demission Tomassons.
Am Dienstag schon reagierte der SvFF: Entlassung mit sofortiger Wirkung. "Die Nationalmannschaft hat nicht die Ergebnisse geliefert, die wir uns erhofft hatten", wird Verbandspräsident Simon Aaström zitiert: "Es besteht weiterhin die Chance auf die Playoffs im März, und unsere Verantwortung ist es, die bestmöglichen Voraussetzungen zu schaffen, um die WM zu erreichen."
Trotz der desaströs verlaufenden WM-Qualifikation haben die Schweden tatsächlich noch ein Hintertürchen auf dem Weg zur Endrunde 2026.

Schweden hat Hintertürchen auf dem Weg zur WM

Theoretisch kann sich die Mannschaft auch als Gruppenletzter qualifizieren, da sie ihre Gruppe in der Nations League gewann. Das könnte den Schweden noch eine Teilnahme für die europäischen WM-Playoffs ermöglichen - vorausgesetzt, sechs andere Nations-League-Sieger (von Spanien, Deutschland, Portugal, Frankreich, England, Norwegen, Wales, Tschechien, Rumänien) qualifizieren sich vorab schon als Gruppensieger.
Mit Spanien, Deutschland, Portugal, Frankreich, England und Norwegen führen aktuell genau sechs Teams ihre Quali-Gruppen an. In den europäischen WM-Playoffs ermitteln 16 Nationen im März 2026 die letzten vier der 16 WM-Teilnehmer aus Europa. Dazu werden jeweils vier Mini-Turniere ("Pfade") mit Halbfinale und Finale gespielt. Der Sieger jedes Turniers qualifiziert sich für die WM.
Dafür qualifizieren sich die zwölf Gruppenzweiten der Gruppenphase, sowie die vier am besten platzierten Gruppensieger der UEFA Nations League - hier wäre aktuell Schweden darunter.
"Es ist immer traurig, getrennte Wege zu gehen, aber Fußball ist ergebnisorientiert, und wir sind an einem Punkt angelangt, an dem die Resultate nicht mehr ausreichen", meinte Schwedens Sportdirektor Kim Källström. Man sei jedoch "überzeugt, dass dieses Team die Qualifikation für die Weltmeisterschaft schaffen kann, falls sich im März die Chance auf die Playoffs bietet."
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Gattuso: "Er würde sagen, dass wir uns verpissen sollen"

Quelle: Perform


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