Der Finalort, der noch nicht existiert

In Lusail soll im Jahr 2022 das Finale der Fußball-WM stattfinden. Sie haben noch nie von der Stadt gehört? Macht nichts - denn sie existiert auch noch nicht.

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Fotocredit: Eurosport

"Wenn Sie versuchen, die perfekte Stadt des 21. Jahrhunderts zu bauen, hilft es, mit blankem Stein zu starten - auch wenn dieser Stein ein schwüler Streifen Sand ist." Mit diesen Worten beginnt CNN-Reporter Brandon Griggs seinen Bericht über eine Stadt, die noch keine ist.
Auf rund 35 Quadratkilometern am Persischen Golf entsteht für geschätzte 35 Milliarden Euro eine Traumstadt, die - geht es nach den Planern - im Jahr 2019 fertiggestellt sein soll.
Neben einer Lagune, vier Inseln, zwei Yachthäfen, einem großzügigen Einkaufszentrum, einem Krankenhaus, einem Zoo und zwei Golfplätzen soll auch ein WM-Stadion mit 86.000 Plätzen entstehen, "umgeben von einem Wassergraben und sehr wahrscheinlich Austragungsort des WM-Finales 2022", so heißt es in dem CNN-Bericht.
Dazu muss der Wüstenstaat das Turnier jedoch natürlich auch austragen. Die Endrunde in acht Jahren steht seit Monaten massiv in der Kritik. Auf den Baustellen am Persischen Golf waren hunderte Gastarbeiter ums Leben gekommen, zudem untersucht die unabhängige FIFA-Ethikkommission einen möglichen Korruptionsskandal im Weltverband im Zuge der doppelten WM-Vergabe an Katar und Russland (2018).
FIFA-Präsident Sepp Blatter lobte Katar zuletzt nach einem Treffen mit Emir Scheich Tamim Bin Hamad Al Thani in höchsten Tönen. "Es war großartig zu sehen, mit welchem Engagement er und ganz Katar die WM 2022 nutzen wollen, um für positive soziale Veränderungen zu sorgen und das Gastgeberland und die Region zu bewerben", sagte Blatter.
Katar nehme "seine Verantwortung als Gastgeber sehr ernst", zudem habe der 78-jährige Schweizer mit dem Emir "darüber gesprochen, wie wichtig es ist, den Fußball in der Region weiter zu fördern". Gesprochen worden sei auch über "weitere Reformen des Arbeitsrechts zwecks Wahrung des Wohlergehens von Arbeitsmigranten", schrieb die FIFA. Auch "kam der Emir auch auf bestehende Arbeitsbeziehungen zwischen dem Staat Katar und dem Weltfußballverband zu sprechen und erörterte Möglichkeiten, diese weiter zu verbessern."
Unabhängig davon wird am Planer-Traum Lusail weitergebaut, schließlich will man die ersten Teile der visionären Stadt bereits 2017 eröffnen - für das WM-Stadion blieben dann noch ein paar Jahre Zeit.
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