WM 2022: Argentinien krönt sich nach Final-Drama gegen Frankreich zum Weltmeister - Lionel Messi am Ziel der Träume

Argentinien ist Weltmeister 2022. Die Albiceleste siegte in einem dramatischen Finale in Katar 7:5 (3:3, 2:2, 2:0) nach Elfmeterschießen gegen Frankreich und holte zum dritten Mal den Titel. Den entscheidenden Strafstoß verwandelte Gonzalo Montiel. Lionel Messi (23./FE, 108.) und Ángel di María (36.) trafen aus dem Spiel heraus für Argentinien. Kylian Mbappé (80./FE., 81., 118./HE.) schlug zurück.

Lionel Messi reckt den WM-Pokal in die Höhe

Fotocredit: Getty Images

Angeführt von ihrem Kapitän und Superstar Lionel Messi erwischten die Argentinier den besseren Start in das WM-Endspiel. Zwar verpasste der überraschend in die Startaufstellung gerutschte Ángel Di María nach Vorarbeit von Rodrigo de Paul in der 17. Minute noch das 1:0, die Südamerikaner aber waren in allen Belangen das bessere Team.
Wenig später war es erneut Altstar Di María, der mit seinem Dribbling links im Strafraum ein Foul von Ousmane Dembélé provozierte. Die Folge: Strafstoß für Argentinien. Kein Geringerer als Messi legte sich die Kugel zurecht und traf souverän rechts unten, während Hugo Lloris in die andere Ecke unterwegs war (23.). Es war Messis sechster Treffer im Turnier.
Eine Viertelstunde später erhöhte Argentinien dann sogar auf 2:0. Ein fein ausgespielter Konter über die rechte Seite von de Paul, Julián Álvarez und Mac Allister landete links im Strafraum bei Di María, der völlig freistehend nur noch einschieben musste (36.).
Didier Deschamps musste nun reagieren und nahm mit Olivier Giroud und Dembelé gleich zwei Topstars runter. Für die beiden kamen die Bundesliga-Stars Marcus Thuram und Randal Kolo Muani (40.). Ein Torschuss sprang für Frankreich allerdings nicht mehr heraus – Negativrekord in WM-Endspielen.
Auch im zweiten Durchgang war Argentinien die bessere Mannschaft, verpasste aber durch Álvarez (59.) und de Paul (60.) den dritten Treffer. Frankreich hingegen gelang lange Zeit wenig.
Erst in der Schlussphase schlugen die Franzosen plötzlich zurück. Nach Foul von Nicolás Otamendi an Kolo Muani gab es Strafstoß, den Kylian Mbappé links unten verwandelte (80.). Nur eine Minute später war der Superstar von PSG nach Kopfballvorarbeit von Thuram frei durch und traf sehenswert ins rechte Eck (81.) - der Doppelschlag zum Ausgleich.
Plötzlich war Frankreich oben auf, Argentinien hingegen schwanden merklich die Kräfte und musste wie schon im Viertelfinale gegen die Niederlande nach 2:0-Führung den Ausgleich hinnehmen und in die Verlängerung.
In dieser hatte der eingewechselte Lautaro Martínez gleich zweimal die Chance, Argentinien zurückzubringen. Dabei scheiterte der Star von Inter Mailand aber jeweils am stark verteidigenden Dayot Upamécano (105., 105.+1).
Kurz nach Wiederanpfiff lag der Ball dann aber doch im Tor der Franzosen. Nach einem starken Angriff scheiterte zunächst Lautaro Martínez aus fünf Metern an Lloris, den Abpraller brachte Messi aus kurzer Distanz über die Linie (109.).
Als Argentinien sich schon wie der sichere Weltmeister sah, gab es aber erneut Strafstoß für Frankreich. Der eingewechselte Leandro Paredes hatte einen Mbappé-Schuss mit dem Arm abgewehrt. Einmal mehr legte sich Mbappé selbst den Ball zurecht, einmal mehr traf er (118.). Kurz vor Abpfiff hätte der eingewechselte Frankfurter Kolo Muani die Franzosen in den siebten Himmel schießen können, scheiterte aber aus kurzer Distanz am unglaublich parierenden Emiliano Martínez im Tor der Albiceleste.
So kam es zum Showdown im Elfmeterschießen, in dem Argentinien am Ende das glücklichere Ende auf seiner Seite hatte und sich nach 36 Jahren endlich wieder zum Weltmeister krönte.

Die Stimmen:

Emiliano Martínez (Argentinien): "Wir haben wirklich gelitten. Wir hatten es am Anfang unter Kontrolle, erst am Ende der regulären Spielzeit haben wir es aus der Hand gegeben. Dann das 3:2, der Elfmeter. Gott sei Dank haben wir es dann doch noch geschafft. Es war ein unglaubliches Finale, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich denke immer an meine Kollegen, an meine Mannschaft, meine Jungs. Ich weiß, dass ich parieren muss. Ich komme aus einer sehr einfachen Familie, bin sehr jung schon nach England gegangen – deshalb widme ich diesen Sieg meiner Familie."
Lionel Scaloni (Trainer Argentinien): "Wir wissen noch gar nicht, wie uns geschieht. Wir genießen das gemeinsam mit den Menschen. Wir hatten schlechte Augenblicke, aber sind wieder zurückgekommen. Es war ein Verdienst der Mannschaft und ich bin sehr glücklich, ein einzigartiger Moment. Ich widme den Sieg meinen Eltern, sie haben mir diesen Lebensweg ermöglicht."

Der Tweet zum Spiel:

Ein Finale für die Fans.

Das fiel auf: Messi, der Unendliche

Natürlich muss es nach diesem WM-Endspiel um ihn gehen, um Lionel Messi. Er war der beste Spieler in einer aufopferungsvoll kämpfenden argentinischen Mannschaft, seine Genialität war quasi omnipräsent. 21 Torbeteiligungen sind mehr als jeder andere in der Geschichte der Weltmeisterschaft verbucht hat. Rekordspieler ist er mit 26 Einsätzen nun sowieso. Nach 36 Jahren holt Argentinien den Pokal also zurück. Damals war Diego Maradona der Über-Spieler dieser Mannschaft, diesmal ist es also Messi. Messi, der sich mit diesem Erfolg unsterblich gemacht hat.

Die Statistik: 4

Mbappé ist der erste Spieler, der vier Tore in Endspielen bei einer WM erzielt hat. Was für eine Statistik, die er mit gerade einmal 23 Jahren vorweisen kann. Der Superstar von Paris Saint-Germain hat vielleicht das Finale verloren, war aber quasi im Alleingang verantwortlich für das Comeback der Franzosen nach gleich zweimaligem Rückstand.
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