WM 2022: Brasilien zieht spät ins Achtelfinale ein - Casemiro knackt Schweizer Bollwerk mit Traumtor

Brasilien hat sich dank eines 1:0-Erfolges gegen die Schweiz den Einzug ins WM-Achtelfinale in Katar gesichert. Die Seleção biss sich am Montagabend lange Zeit am gegnerischen Abwehr-Granit die Zähne aus und trug letzten Endes dank eines Traumtores durch ManUnited-Star Casemiro den Sieg davon (83.). Die Schweiz muss nun am letzten Spieltag gegen Serbien um das Weiterkommen kämpfen.

Casemiro: "Es war manchmal bisschen langweilig für uns"

Quelle: MagentaTV

Auf Seiten des Titelanwärters aus Brasilien musste Coach Tite zwei Mal verletzungsbedingt rotieren. Auf der rechten Verteidigerposition begann Éder Militão für Danilo und Fred startete für Superstar Neymar, der mit Knöchelblessur ausfiel. Die "Nati" wechselte hingegen auf einer Position: Talent Fabian Rieder ersetzte Xerdan Shaqiri, der vorerst auf der Bank Platz nehmen musste.
Das Topspiel ums vorzeitige Weiterkommen in Gruppe G versprach zunächst mehr, als es halten konnte. Beide Teams begannen sehr vorsichtig und verhalten, leisteten sich auch ungewöhnlich viele Konzentrationsfehler im Aufbau.
Die Seleção übernahm von Beginn an die Kontrolle, wusste diese jedoch gegen eine stabile Schweizer Defensive nicht in Chancen umzumünzen.
In der 27. Minute mussten die Eidgenossen dann das erste Mal kräftig durchatmen, als Vinícius eine Flanke von Raphinha per Volley eigentlich im Tor hätte unterbringen müssen - Sommer konnte aber mit tollem Reflex parieren. Darauffolgend tat sich weiterhin wenig.
Beide Mannschaften gingen bei weitem nicht das letzte Risiko, verschleppten häufig das Tempo und so endeten enttäuschende erste 45 Minuten torlos.
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Brasilien tat sich gegen die Schweiz äußerst schwer

Fotocredit: Getty Images

Die zweite Hälfte begann dann allerdings flotter. Die Intensität erhöhte sich maßgeblich, beide Teams nahmen auch im Offensivspiel mehr Tempo auf. Doch man hatte weiterhin das Gefühl, dass sowohl Brasilien als auch die Schweiz nicht in die Vollen gingen.
So kam der Treffer von Vinícius, der im Nachhinein aufgrund einer vorangegangen Abseitsstellung von Richarlison aberkannt wurde, aus dem Nichts (65.). In der Folge drängten die Brasilianer auf den Führungstreffer und erlösten sich spät: Erst in der 83. Minute kam Casemiro nach tollem Zusammenspiel von Vinicius Junior und Rodryo zum Abschluss und nagelte die Kugel per Vollspann ins rechte Toreck. So steht der Rekordweltmeister trotz müder Leistung vorzeitig im Achtelfinale.

Der Tweet zum Spiel

Kurios: Kurz vor der Halbzeitpause geht im Stadion 974 das Flutlicht aus.

Die Stimmen zum Spiel

Tite (Nationaltrainer Brasilien): "Heute hat das Team gewonnen, das sich in den letzten vier Jahren entwickelt hat. Es hat alle seine Fähigkeiten eingesetzt. Es war ein schwieriges Spiel, die Schweiz hat eine tolle Verteidigung, wir mussten alles geben. Wir haben gescherzt, dass es eine Art Schachspiel ist, man muss jede Figur genau analysieren, bevor man die Züge machen kann."
Murat Yakin (Nationaltrainer Schweiz): "Der Matchplan ging sehr lange auf. Wir haben den Gegner gut kontrolliert mit einer intensiven Laufleistung. Es ist ein trauriger Moment, dass wir das Spiel aus den Händen gegeben haben. Es hat offensiv ein wenig der Mut gefehlt. Mit ein bisschen mehr Glück wäre sicher mehr drin gewesen. Aber wir haben es weiter in unserer Hand."
Casemiro (Brasilien): "Wir haben geduldig gespielt. Es sind keine schönen Spiele, das ist klar. Die Mannschaften neutralisieren sich, das sind Kleinigkeiten. Im Endeffekt macht dann einer das Tor, das war heute ich. Ein ganz tolles Tor (lacht)."
Yann Sommer (Schweiz): "Wir haben es in großen Teilen des Spiels gut gemacht, haben gut verteidigt und waren kompakt. Wir haben nicht viel zugelassen außer das Abseitstor. Mit Ball haben wir die Bälle leider zu früh verloren, wir konnten für kaum Entlastung sorgen. Dann wird es irgendwann schwer."

Die Zahl zum Spiel: 8

Durch den zweiten Sieg im zweiten Spiel zieht die Selecao bereits zum achten Mal in Folge zieht Brasilien ins Achtelfinale einer WM ein und untermauern damit ihren Titelanspruch. Eine beeindruckende Statistik des Teams aus Südamerika.

Das fiel auf: Neymar fehlt - oder auch nicht?

Man merkte der brasilianischen Offensive heute an, dass ein gewisser Funke Kreativität fehlte, die klassischen Zaubermomente der Seleção blieben aus. Das liegt mit Sicherheit im Fehlen von Superstar Neymar begründet, der an einer Knöchelverletzung laboriert. Doch trotz dieses Ausfalls gaben sich die Brasilianer keine Blöße und entschieden die Partie nach langem Anlaufen für sich. Zwar war das nicht zwingend Joga Bonito, aber die Favoriten traten als Einheit auf, spielten mit Leidenschaft und Herzblut und gewannen so am Ende verdient. Also geht es vielleicht auch ohne Neymar?
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Müller lobt seinen Ersatzmann: "Füllkrug gibt der Mannschaft Energie"

Quelle: MagentaTV

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