Ecuador droht Aus für WM 2022 in Katar: Verband soll falsche Spieler-Identität vertuscht haben

Der ecuadorianischen Fußball-Nationalmannschaft droht die Disqualifizierung für die im Winter anstehende Weltmeisterschaft in Katar. Berichten der "Daily Mail" zufolge soll der Fußballverband von Ecuador bewusst die falsche Identität des Nationalspielers Byron Castillo vertuscht haben. Der englischen Zeitung liegen Dokumente sowie eine Audio-Aufnahme vor, die dies bestätigen sollen.

Byron Castillo

Fotocredit: SID

In einem vor rund vier Jahren aufgezeichneten Gespräch, das "Daily Mail" veröffentlichte, gab der Außenverteidiger gegenüber einem Leiter der Untersuchungskommission des FEF (Ecuadorianischer Fußballverband) seine wahre Identität preis.
Er nannte seinen vollständigen Namen Bayron Javier Castillo Segura, der mit den Angaben einer existierenden kolumbianischen Geburtsurkunde übereinstimmt und nicht mit dem Namen Byron David Castillo Segura, der auf der ecuadorianischen zu finden ist.
Er bestätigte außerdem, dass er 1995 geboren wurde und nicht 1998, wie es in seinem ecuadorianischen Pass eingetragen ist. Ferner lieferte der Nationalspieler eine detaillierte Beschreibung darüber, wie er Kolumbien in Richtung Ecuador verließ, um dort seinem Traum, Fußball-Profi zu werden, nachzugehen.
Trotz der Erkentnisse, die aus der Untersuchung hervorgingen und unter anderem auch dem Präsidenten des FEF vorgelegt worden sein sollen, entschied der Verband 2019 offiziell, dass der Außenbahnspieler ein Staatsbürger Ecuadors sei.

Chile darf weiter auf WM-Teilnahme hoffen

Bereits von April bis Juni in diesem Jahr ermittelte die FIFA gegen Castillo, weil der chilenische Fußballverband eine Beschwerde darüber einreichte, dass dieser ein illegaler Einwanderer aus Kolumbien sein soll.
Der Weltverband wies die Klage Chiles ab mit der Feststellung, dass Castillo in Ecuador geboren sei. Das aufgezeichnete Gespräch lag der FIFA zum damaligen Zeitpunkt jedoch noch nicht vor, weshalb die Publizierung der Aufzeichnung eine entscheidende Rolle spielen und für einen Umschwung sorgen könnte.
Ecuador trifft im Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft am 20. November auf Gastgeber Katar. Sollte Ecuador die Teilnahme entzogen werden, könnten Chile auf eine Teilnahme hoffen.
In einem Präzedenzfall wurden Bolivien 2016 wegen des Einsatzes von Nelson Cabrera vier Punkte in der WM-Qualifikation entzogen, weil dieser zuvor für die Nationalmannschaft Paraguays auflief. Die damaligen Gegner Chile und Peru, gegen die der Spieler im Einsatz war, bekamen jeweils einen 3:0-Sieg zugesprochen.
Chile, das in zwei Spielen nur einen Punkt gegen Ecuador holte, würde bei ähnlicher Regelauslegung auf den vierten Tabellenplatz in der WM-Qualfikationsgruppe springen.
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Quelle: Perform

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