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WM 2022 in Katar: Deutsche Nationalmannschaft kassiert Pleite zum Start gegen Japan - doppelter Schock für Flick-Team
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Publiziert 23/11/2022 um 15:59 GMT+1 Uhr
Die deutsche Nationalmannschaft ist mit einer Niederlage in die WM 2022 in Katar gestartet. Das Team von Bundestrainer Hansi Flick unterlag Japan zum Start der Gruppe E trotz langer Führung mit 1:2 (1:0). Ilkay Gündogan brachte Deutschland per Foulelfmeter in Front (33.). Die beiden Bundesliga-Legionäre Ritsu Doan (75.) und Takuma Asano (83.) drehten die Partie zugunsten der Japaner.
Flick analysiert Niederlage: "Wut ist nicht angebracht"
Quelle: MagentaTV
Nach starker Kritik aufgrund des Rückziehers rund um die "One Love"-Binde, antwortete die deutsche Nationalmannschaft mit einem stillen Protest im Vorfeld des Spiels. Beim Mannschaftsfoto des Teams hielten sich die Spieler ihre Münder mit vorgehaltener Hand zu und protestierten damit die "Zensur" der FIFA.
Auf dem Platz machte zunächst die japanische Auswahl auf sich aufmerksam. Nach acht Minuten traf Mittelstürmer Daizen Maeda nach Flanke von der rechten Seite ins deutsche Tor. Allerdings stand Maeda bei Ballabgabe deutlich im Abseits, sodass der Treffer richtigerweise aberkannt wurde. Nach dem ersten Aufschrei im Stadion übernahm dann aber Deutschland die Spielkontrolle. Die Gefahr rund um den Strafraum der Japaner stieg minütlich an. Antonio Rüdiger (17.) und Ilkay Gündogan (28.) hatten die besten Tormöglichkeiten.
Nach etwas mehr als einer halben Stunde bediente Joshua Kimmich dann David Raum auf der linken Seite punktgenau. Der Außenverteidiger wurde nach Ballannahme und Körperdrehung per Grätschsprung von Japans Schlussmann Shuichi Gonda am Fuß getroffen und zu Fall gebracht. Folglich gab es Elfmeter für die DFB-Auswahl. Ilkay Gündogan verwandelte den Strafstoß souverän in die Mitte (31.).
Kurz vor Pausenpfiff durfte die Mannschaft von Bundestrainer Hansi Flick kurzzeitig erneut jubeln. Kai Havertz hatte nach Vorlage von Serge Gnabry den Ball zum 2:0 über die Linie gedrückt. Nach Überprüfung der TV-Bilder wurde der Treffer aber aberkannt.
Im zweiten Durchgang zeigte Japan früh, dass man dieses Spiel noch längst nicht abgeschenkt hat. Das mit Bundesliga-Profis gespickte Team agierte in der Folge deutlich offensiver und mutiger. Dies führte wiederum zu Chancen für die DFB-Elf. Gündogan (60.), Jonas Hofmann (70.) und Gnabry (70.) ließen hochkarätige Tormöglichkeiten liegen - und das sollte sich rächen.
Die Japaner, die nun offensiv immer gefährlicher wurden, bestraften den deutschen Chancenwucher in Person des Freiburgers Ritsu Doan, der nach einer Parade von Manuel Neuer abstaubte und den Ball zum 1:1 im Kasten versenkte (75.).
Nur kurz darauf bot Nico Schlotterbeck seinem Gegenspieler Takuma Asano auf der rechten Seite nur Geleitschutz, der aus spitzem Winkel Neuer zum 2:1 überwand. (83.). In den Schlussminuten drückte Deutschland auf den Ausgleichstreffer, konnte sich aber nicht belohnen.
Am Ende steht die dritte Auftaktniederlage in Folge für die deutsche Nationalmannschaft bei einem großen Turnier zu Buche. Am Sonntag gegen Spanien steht man damit schon extrem unter Druck.
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Rüdiger ätzt: "Das 2:1 ist lachhaft"
Quelle: MagentaTV
Die Stimmen:
Hansi Flick (Bundestrainer Deutschland): "Das ist brutal enttäuschend. Wir hatten viel Ballbesitz, waren mehr als verdient in Führung. Dann hatten wir viele Chancen, die wir nicht gemacht haben - da hat uns Japan, was die Effizienz betrifft, klar geschlagen und deshalb das eine Tor mehr gemacht. Diese individuellen Fehler dürfen einfach nicht passieren. Das müssen wir abstellen. Wir müssen gewisse Dinge besser machen und gehen jetzt in die Analyse. Wir haben dennoch die Qualität, Spanien zu schlagen."
Ilkay Gündogan (Deutschland): "Wie die Gegentore gefallen sind, das war viel zu einfach. Vor allem das zweite - ich weiß nicht, ob jemals bei einer Weltmeisterschaft ein einfacheres Tor erzielt wurde. Das darf nicht passieren, wir sind bei einer WM. Wir haben das Spiel weitestgehend dominiert. Wir hatten unfassbare Möglichkeiten und haben das zweite Tor nicht gemacht. Wir spielen in den Positionen nicht schlecht, aber es fehlt die Überzeugung. Dass man den Ball hält, dass man sich bewegt, dass man sich anbietet. Man hatte das Gefühl, dass nicht jeder den Ball haben wollte."
Manuel Neuer (Deutschland): "Die liegengelassenen Torchancen und die nicht ausreichende Verteidigung waren die Gründe. Japan hat höher gepresst, da haben uns die Ruhe und die gute Positionierung gefehlt. Mit besseren Pässen und mehr Selbstvertrauen wäre es viel besser gewesen. Wir haben den Gegner stark gemacht. Wenn man keine Pässe mit Aussage macht, kommt irgendwann die Retourkutsche, das haben wir uns selbst eingebrockt."
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Neuer bedient: "Total frustriert und verärgert"
Quelle: MagentaTV
Thomas Müller (Deutschland): "Wir haben vom Gefühl her über weite Strecken ein gutes Spiel gemacht. Ein gutes Spiel zeichnet sich aber dadurch aus, dass man Chancen in Tore ummünzt. Aberwitzig, dass wir hier jetzt mit einer Niederlage dastehen. Wie wir die Tore kassiert haben, haben wir nicht unverdient verloren. Am Ende müssen wir uns die mangelnde Effizienz vorwerfen. Eine Niederlage zum Start ist genau das Gegenteil von dem, was du brauchen kannst. Das ist sportlich einfach zu analysieren, aber emotional schwer zu packen. Jetzt haben wir einen absoluten Nachteil. Gegen Spanien müssen wir fast schon gewinnen. Diesen Druck wollten wir uns eigentlich nehmen."
Tweet zum Spiel:
Vor dem Spiel setzte die deutsche Mannschaft mit einem stillen Protest ein Statement gegen die Beschränkungen durch die FIFA in der "One-Love-Debatte". Im Netz gab es dafür viel Lob.
Das fiel auf: Links ist Trumpf
Trotz der Niederlage kann die Nationalmannschaft viel Positives mitnehmen: Über die linke Offensiv-Seite konnte die DFB-Elf im ersten Durchgang immer wieder gefährlich werden. David Raum und Jamal Musiala kombinierten sich mehrfach bis in den Strafraum und sorgten für Gefahr. Auch der Elfmeter entstand durch einen Lauf von Raum in den Sechzehner der Japaner. Im "Endspiel" gegen Spanien am Sonntag könnte die Spielverlagerung auf die linke Seite ein probates Mittel sein.
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"Nicht gut genug!" Gündogan bemängelt fehlende Coolness
Quelle: MagentaTV
Die Zahl: 18
Mit gerade einmal 18 Jahren debütierte heute Youssoufa Moukouko für die deutsche Nationalmannschaft bei einer Fußball-Weltmeisterschaft. Damit ist der Dortmunder nun der jüngste DFB-Spieler, der je bei einer WM eingesetzt wurde. 64 Jahre lang hielt Karl-Heinz Schnellinger den Rekord.
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Verdiente Niederlage: Müller äußert sich selbstkritisch
Quelle: MagentaTV
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