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WM 2022 - Drei Dinge, die bei Argentinien gegen Saudi-Arabien auffielen: Nur Al-Dawsari macht Messi-Dinge
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Publiziert 22/11/2022 um 16:58 GMT+1 Uhr
Die WM 2022 hat ihre erste echte Sensation: Topfavorit Argentinien blamiert sich im Lusail Iconic Stadium gegen Saudi-Arabien (1:2). Während Lionel Messi in der entscheidenden Phase der Begegnung abtaucht, erzielt Salem Al-Dawsari mit einem absoluten Traumtor den Siegtreffer. In der Schlussphase enttäuscht die Albiceleste mit erschreckender Einfallslosigkeit. Drei Dinge, die auffielen.
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Quelle: MagentaTV
Die WM 2022 in Katar hat ihre erste Riesensensation: Topfavorit Argentinien blamiert sich beim 1:2 (1:0) gegen Saudi-Arabien und steht bereits vor dem zweiten Gruppenspiel unter Druck.
Während Lionel Messi nach seinem Strafstoßtor zum 1:0 weitgehend abtauchte, sorgte Salem Al-Dawsari für den ersten Geniestreich dieser Weltmeisterschaft.
Die Albicelste blieb derweil insbesondere nach dem 1:2 hinter ihren Erwartungen zurück.
Drei Dinge, die bei Argentinien gegen Saudi-Arabien auffielen:
1. Nur Al-Dawsari macht Messi-Dinge
Es war der Moment, der den Topfavoriten in einen kollektiven Schockzustand versetzte: In der 53. Spielminute pflückte der Zehner der Green Falcons den Ball im Strafraum herunter, wuselte sich durch das argentinische Star-Quartett aus Àngel Di María, Leandro Paredes, Rodrigo de Paul und Nahuel Molina hindurch und schlenzte die Kugel an Emiliano Martínez vorbei in den rechten Winkel.
Ein Traumtor und eine eindrucksvolle Vorstellung an die Welt. Gestatten: Salem Al-Dawsari, 31 Jahre alt und in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad unter Vertrag. 309 seiner 310 Vereinsspiele bestritt Al-Dawsari für Al-Hilal - nur während seiner Kurzleihe zum FC Villarreal im Mai 2018 stand er gegen Real Madrid für 33 Minuten zumindest im europäischen Schimmer. Eine Karriere, die an die saudische Fußballlegende Sami Al-Jaber erinnert.
Nun zauberte sich Al-Dawsari mit seinem Geniestreich vor den Augen von Lionel Messi ins globale Rampenlicht - und feierte seinen Galatreffer mit einer artistischen Flugeinlage. Ein Gesamtkunstwerk, das man eigentlich vor der anderen Nummer zehn hätte erwarten dürfen.
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Spieler im Fokus - Lionel Messi: Der letzte Tanz von La Pulga
Quelle: Perform
Doch die nächste Messi-Show blieb im Lusail Iconic Stadium aus. Zwar krönte La Pulga eine starke Anfangsphase mit dem Elfmetertreffer zum 1:0, doch in der entscheidenden Phase war der Kapitän der Albiceleste ohne Durchschlagskraft.
Im Gegenteil: Mit einem seiner 21 Ballverluste (zweitschlechtester Wert aller Spieler) leitete er den Ausgleich durch Saleh Al-Shehri (48.) ein und tauchte nach dem 1:2 weiter ab. Mit 65 Ballberührungen hatte er nur die sechstmeisten Aktionen der Argentinier. Einen Freistoß aus aussichtsreicher Position setzte er zehn Minuten vor dem Ende ähnlich weit über den Kasten wie 2014 in der Nachspielzeit des WM-Endspiels.
Der Mann, der am Dienstag zahlreiche Rekorde egalisierte, blieb beim Auftakt einmal mehr auf der WM-Bühne hinter den Erwartungen an einen siebenmaligen Ballon-dOr-Gewinner zurück. Messiesk war nur Salem Al-Dawsari.
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Erste WM-Sensation! Saudi-Arabien schockt Topfavorit Argentinien
Fotocredit: Getty Images
2. Argentinien verliert Mentalitätsduell
2010 sagte Bastian Schweinsteiger über die argentinische Nationalmannschaft: "Argentinien ist sicher nicht eine der fairsten Mannschaften." Was als Kritik gemeint war, konnte man auch als Kompliment für die Tugenden verstehen, die man seit Jahren mit der Albiceleste in Verbindung bringt: Intensität, Mentalität und Bissigkeit.
Doch am Dienstag ließ sich die Mannschaft um Messi von den grünen Falken den Schneid abkaufen. Gerade nach dem Doppelschlag in der zweiten Halbzeit blieb die zu erwartende Reaktion der Argentinier vollkommen aus.
Auch, weil Saudi-Arabien unheimlich diszipliniert verteidigte, das argentinische Spiel über die gesamte Zeit in höchstem Tempo störte und immer wieder zum ballführenden Spieler herausstach. Aufgrund des herausragenden Kettenverhaltens stellten die Saudis die Argentinier in der ersten Hälfte bei drei Treffern ins Abseits.
Symbolisch für die leidenschaftliche Defensivleistung: Nach 56 Minuten rettete Hassan Tambakti mit einer Monstergrätsche vor Messi.
Weil die Wüstensöhne die Räume im Zentrum verdichteten und mit 21 Fouls immer wieder den Spielfluss durchbrachen, entwickelte Argentinien gerade in der Schlussphase weder Kreativität noch Durchschlagskraft. "Wir haben das Spiel in fünf Minuten verloren. Nach dem Rückstand haben wir alles versucht, uns aber verzettelt", gestand Messi nach der Blamage.
Ausreichend Zeit hatten die Argentinier nach dem 1:2 zwar, mehr als einen Abschluss durch Nicolas Tagliafico (63.) nach Eckball und einem harmlosen Kopfball durch den Superstar (84.) brachten sie aber nicht zustande. Stattdessen schien in der 14-Minuten langen Nachspielzeit der Glaube an die Wende zu fehlen.
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Lionel Messi bei der WM 2022 in Katar
Fotocredit: Getty Images
3. Ein Topfavorit weniger
Mit 36 Spielen in Folge ohne Niederlage im Gepäck reisten die Argentinier als Topfavorit nach Katar, hatten die Chance, gegen Saudi-Arabien den Weltrekord von Italien (37) einzustellen.
DFB-Präsident Oliver Bierhoff bezeichnete die Mannschaft von Lionel Scaloni neben Brasilien als aussichtsreichsten Kandidaten auf den Weltmeistertitel. Acht Jahre nach dem verlorenen Finale gegen Deutschland hatte der zweimalige Weltmeister um Messi nur ein Ziel: Nach 1986 endlich den ersehnten dritten Stern in die Heimat zu holen.
Doch bereits nach 90 Minuten ist klar: Das nächste Finale kommt für Argentinier früher als erwünscht. "Wir haben noch zwei Endspiele", brachte es Lautaro Martínez nach der Begegnung auf den Punkt. Schon gegen Mexiko, das 2018 die deutsche Nationalmannschaft in der Gruppenphase ausschaltete, stehen die Südamerikaner unter Druck.
Mit Polen und Weltfußballer Robert Lewandowski wartet in Gruppe C danach eine weitere starke Mannschaft auf die Albiceleste. Wie schwer diese Aufgaben nach einer Auftaktpleite sein können, zeigte das deutsche Debakel vor vier Jahren in Russland.
Kapitän Messi läutete daher die Alarmglocken nach der Blamage gegen Saudi-Arabien: "Es ist lange her, dass wir in einer solchen Situation waren. Wir müssen mehr denn je zusammenhalten, um da rauszukommen." Aus der Favoritenrolle für den WM-Titel hat sich Argentinien aber schon nach dem ersten Spieltag verabschiedet.
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Lionel Messi (l.) schaut auf Salem Al-Dawsari
Fotocredit: Getty Images
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