Drei Dinge, die bei Frankreich gegen Dänemark auffielen: Dembélé und Mbappé überragen - zuhause freut sich Tuchel
Frankreich hat das Top-Spiel der Gruppe D gegen Dänemark 2:1 (0:0) gewonnen und sich vorzeitig für das Achtelfinale der WM in Katar qualifiziert. Der Fluch des amtierenden Weltmeisters ist damit ad acta gelegt. Neben Doppelpacker Kylian Mbappé wusste aufseiten von Les Bleus vor allem Barça-Star Ousmane Dembélé zu überzeugen. Einen ehemaligen Trainer des Duos dürfte das besonders gefreut haben.
Spieler im Fokus: Kylian Mbappé - der Erbe von Messi und Ronaldo
Quelle: Perform
Kylian Mbappé gönnte sich einen kurzen Moment des Jubels. Beim Abpfiff riss der teuerste Fußballer der Welt die Arme hoch, danach peitschte er die vielen französischen Fans im 974 Stadium mit den Fäusten an.
Doch dieses 2:1 (0:0) gegen Dänemark, bei dem der Superstar beide Tore erzielte, soll ja nicht das Ende sein: Frankreich will zur ersten Nation seit Brasilien (1958 und 1962) aufsteigen, die zweimal in Folge Weltmeister wird.
"Es war ein hartes Spiel gegen eine starke Mannschaft. Nun ist es ideal für uns, vor dem letzten Spiel schon qualifiziert zu sein", sagte Nationaltrainer Didier Deschamps, "das gibt uns Ruhe". Die Ausgangsposition sei "parfait": perfekt.
Doch nicht nur Mbappé erwischte einen Sahnetag.
Drei Dinge, die uns auffielen.
1.) Zuhause freut sich Thomas Tuchel
Sollte Thomas Tuchel das hochspannende Duell zwischen Frankreich und Dänemark verfolgt haben, ihm dürfte das Herz aufgegangen sein.
Aufseiten der Équipe Tricolore wirbelte mit Mbappé nämlich nicht nur ein Spieler, den er aus seiner Zeit als PSG-Trainer bestens kennt, sondern mit Ousmane Dembélé auch ein alter Wegbegleiter aus Dortmunder Zeiten.
Wurde es gegen die kompakten Dänen gefährlich, war meistens einer von Tuchels ehemaligen Schützlingen beteiligt. Vor allem mit dem Tempo von Frankreichs Flügelzange waren die Außen der Skandinavier, Joakim Maehle und Rasmus Kristensen, regelmäßig überfordert. So auch in der 61. Minute, als Mbappé nach ansehnlicher Kombination mit Theo Hernández zum 1:0 für die Franzosen traf.
Noch auffälliger war allerdings Dembélé, der auf der rechten Seite 75 Minuten lang (dann wurde er von Kingsley Coman ersetzt) mit seinen Gegenspielern Katz und Maus spielte und diese mit seinen unnachahmlichen Haken zur Weißglut trieb.
"Es macht einfach Lust, ihm zuzuschauen", schwärmte "ARD"-Experte Thomas Hitzlsperger in der Halbzeitpause. Zu diesem Zeitpunkt war Dembélé bereits an fünf Torschüssen beteiligt gewesen.
Dass sich der Offensiv-Star des FC Barcelona im Gegensatz zu Mbappé, der in der 86. Minute auch noch zum entscheidenden 2:1 traf, nicht als Scorer auf dem Spielberichtsbogen eintrug, lag vor allem an seinen Mitspielern. Adrien Rabiot (21.) und Mbappé (40.) ließen gute Chancen nach feiner Vorarbeit des 25-Jährigen ungenutzt.
Ach ja, apropos Thomas Tuchel: Nicht nur aufseiten der Franzosen wussten ehemalige Spieler des derzeit vereinslosen Übungsleiters zu überzeugen. Für Dänemark erzielte Andreas Christensen den zwischenzeitlichen Ausgleich per Kopf (68.). Den 26-Jährigen hatte Tuchel in seiner Zeit beim FC Chelsea zum Weltklasse-Innenverteidiger geformt.
2.) Frankreich trotzt Fluch und Angstgegner
In Frankreich ging trotz des 4:1-Auftaktsieges gegen Australien vor dem Duell mit Dänemark die Angst um. Der Weltmeister-Fluch war – zumindest medial – ein Thema in der Grande Nation und hing wie ein Damoklesschwert über der Mannschaft von Didier Deschamps.
Mit Italien 2010, Spanien 2014 und Deutschland 2018 war bei den vergangenen drei WM-Endrunden der Titelverteidiger jeweils in der Gruppenphase gescheitert.
Ein Schicksal, das Les Bleus mit dem Statement-Sieg gegen Dänemark schon nach dem zweiten Gruppenspiel abgewendet haben. Das Achtelfinale ist sicher. Statt sich zu sorgen, kann Frankreich im letzten Gruppenspiel nun sogar gemütlich überlegen, ob es gegen Tunesien am Mittwoch einige Topstars schont.
"Ich muss mich korrigieren, heute war das schon absolute Weltklasse. Von der Teamleistung, aber auch von den Einzelspielern", lobte Sami Khedira, der vor Turnierstart ein Fragezeichen hinter den amtierenden Weltmeister gesetzt hatte. Auch aufgrund der vielen verletzten Topstars wie Paul Pogba und Karim Benzema.
Dass Frankreich die letzten Zweifel ausgerechnet gegen Dänemark beseitigte, hatte zudem einen besonders süßen Beigeschmack. Immerhin galt die Mannschaft von Kasper Hjulmand als so etwas wie der Angstgegner der Blauen. Die vergangenen beiden direkten Aufeinandertreffen in der Nations League hatten die Dänen jeweils gewonnen.
Diesmal lachte jedoch wieder Frankreich. "Hochverdient", wie Michael Ballack bei "Magenta-TV" befand: "Sie haben in beiden Spielen gut gespielt und ihre Ambitionen unterstrichen, auch hier wieder weit zu kommen."
3.) Dark Horse Dänemark in die Enge getrieben
Nicht nur aufgrund der beiden Siege gegen Frankreich in der Nations League wurde Dänemark vor dem Turnier in Katar als Geheimfavorit, als Dark Horse gehandelt. Schon bei der Europameisterschaft 2021, als die Hjulmand-Elf bis ins Halbfinale stürmte, wussten die Skandinavier mit diszipliniertem Defensiv- und schnellem Umschaltfußball zu überzeugen.
Genau diesen Ansatz verfolgen die Dänen auch in Katar - jedoch mit nicht ganz so durchschlagendem Erfolg. Bereits im ersten Gruppenspiel gegen Tunesien ließ der Geheimfavorit ungewöhnlich viel zu, konnte am Ende mit dem 0:0 sogar zufriedener sein als der Außenseiter.
Ähnliches Bild gegen Frankreich: Les Bleus kamen auf insgesamt 21 Abschlüsse, ließen neben den zwei Toren noch einige hochkarätige Chancen liegen. Dänemark, das dieses Mal in der defensiven Dreierkette auf Routinier Simon Kjaer verzichtete, wirkte nicht immer sattelfest. In der 20. Minute hatte Christensen nach einer Notbremse gegen Mbappé zudem Glück, dass er nur die Gelbe statt die Rote Karte sah.
Im abschließenden Gruppenspiel gegen Australien (3 Punkte) brauchen die Dänen (1) nun unbedingt einen Sieg, um doch noch das Achtelfinale zu erreichen.
Hoffnung macht dabei die Offensive, die im Gegensatz zum Auftakt gegen Tunesien diesmal deutlich agiler und gefährlicher wirkte, woran auch der in die Startelf rotierte Frankfurt-Star Jesper Lindström seinen Anteil hatte.
"Wir gucken nach vorne, am Mittwoch haben wir ein Endspiel und müssen gewinnen", zeigte sich Nationalcoach Hjulmand trotz der verzwickten Lage zuversichtlich: "Dafür werden wir alles tun."
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Quelle: SNTV
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