WM 2022: Irans Nationaltrainer Queiroz fordert Klinsmann-Rücktritt aus FIFA-Gremium nach Kritik

Der iranische Nationalcoach Carlos Queiroz hat Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann nach dessen kritischen Bemerkungen über seine Elf zum Rücktritt aus der Technical Study Group (TSG) der FIFA aufgefordert. Dies verlangte der Portugiese via Twitter. Klinsmann hatte als "BBC"-Experte Aussagen getätigt, die in der iranischen Mannschaft nach dem 2:0-Erfolg gegen Wales empört aufgenommen wurden.

Jürgen Klinsmann

Fotocredit: Getty Images

Die große Mbappe-Show genoss Jürgen Klinsmann noch entspannt im Stadion 974 an der Küste von Doha, wenig später aber prasselte es auf ihn ein.
"Diese Bemerkungen über die iranische Kultur, die iranische Nationalmannschaft und meine Spieler sind eine Schande für den Fußball", twitterte Nationaltrainer Carlos Queiroz am Samstagabend erbost - und forderte den Rücktritt des Ex-Bundestrainers aus der Technical Study Group (TSG) des Weltverbandes FIFA.
Was war passiert? Klinsmann, am Samstag Augenzeuge beim französischen WM-Sieg über Dänemark, hatte in seiner Rolle als Experte der "BBC" Aussagen über die iranische Mannschaft getroffen, die beim Team von Queiroz nach dem 2:0 gegen Wales empört aufgenommen wurden. Zudem stellte der ehemalige Nationalspieler und Weltmeister von 1990 die Qualitäten von Queiroz in Frage.
Ein Teil der "iranischen Kultur" sei es, "dem vierten Offiziellen ständig in den Ohren zu liegen", sodass "man ständig seinen Fokus" verliere, hatte Klinsmann unter anderem gesagt. Queiroz, der seine Zeilen mit einem Foto von sich und Klinsmann versah, brodelte. "Ohne mich persönlich zu kennen, stellen Sie meinen Charakter mit einem typischen Vorurteil der Überlegenheit in Frage", schrieb der 69-Jährige.

Queiroz lädt Klinsmann ein - der reagiert

Queiroz lud Klinsmann, der in Katar Teil einer siebenköpfigen Analysegruppe der FIFA ist, dazu ein, die Sache von Angesicht zu Angesicht zu klären. Er sei jederzeit im Quartier des Iran willkommen - wenn er seinen Posten in der TSG aufgebe. "Wir versprechen Ihnen, dass wir keine Urteile über ihre Kultur, Wurzeln und ihren Hintergrund abgeben werden. Wir versprechen, dass Sie jederzeit willkommen sind in unserer Familie", so Queiroz.
Klinsmann zeigte sich am Sonntag gesprächsbereit. "Es gab Dinge, die aus dem Zusammenhang gerissen wurden. Ich werde versuchen, ihn anzurufen und die Dinge zu beruhigen", sagte er und betonte, "nie" Queiroz oder "die iranische Bank kritisiert" zu haben: "Ich habe nur ihr emotionales Verhalten beschrieben, das in gewisser Weise sogar bewundernswert ist. Die ganze Bank lebt das Spiel. Sie springen auf und ab, und Carlos ist ein sehr emotionaler Trainer, der ständig an der Seitenlinie steht und versucht, seinen Spielern seine ganze Energie" zu geben.
Auch der iranische Verband schloss sich den Forderungen seines Nationaltrainers an. Klinsmann solle sich "entschuldigen", hieß es in einem Statement des FFIRI, der außerdem die FIFA zur Klärung des Vorfalls aufforderte.
Auch der Verband lud den früheren Weltklassestürmer ins Trainingslager ein, dort könne er einen Vortrag über die "tausendjährige persische Geschichte" hören. Er werde, schrieb der Verband, auch nicht "nach seinen berühmten Schwalben" beurteilt.
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Messi: "Das soll keine Entschuldigung sein, aber ..."

Quelle: MagentaTV

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