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WM 2022: Iranische Nationalmannschaft nach Hymnen-Protest offenbar von eigener Regierung im Iran bedroht
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Publiziert 29/11/2022 um 14:37 GMT+1 Uhr
Die iranische Nationalmannschaft wurde offenbar nach dem stummen Hymnen-Protest im ersten WM-Spiel gegen England (2:6) von der eigenen Regierung zum Rapport bestellt. Nach Informationen von "CNN" habe man den Fußballern bei weiteren Protesten mit Gefängnis und Folter für ihre Familien in der Heimat gedroht. Vor dem Sieg gegen Wales (2:0) sangen alle Nationalspieler schließlich wieder mit.
CNN headings : US soccer alters Iran flag on sociel media to support protesters
Quelle: Eurosport
Und auch im abschließenden Gruppenspiel gegen die USA erwartete das iranische Regime, dass sich die Spieler "benehmen", hieß es weiter bei "CNN". In der Tat sangen alle Spieler die Nationalhymne erneut mit.
Das Duell gegen die USA ist zudem politisch aufgeladen. Seit 1980 bestehen zwischen beiden Ländern keine diplomatischen Beziehungen mehr. Anders als vor dem Duell bei der WM 1998 gab es diesmal keine besonderen Gesten vor Anpfiff. Vor dem 2:1-Erfolg des Iran hatten die Teams damals Blumen ausgetauscht und für ein gemeinsames Foto posiert. Von der FIFA gab es den Fairplay-Preis.
Nachdem die iranischen Nationalspieler aus Unterstützung für die Proteste ihrer Landsleute gegen die aktuelle Führung im Iran bei der Hymne gegen England geschwiegen hatten, seien die Fußballer zu einem Treffen mit Mitgliedern des Militärischen Korps der Iranischen Revolutionsgarde (IRGC) gerufen wurden.
Darin habe man ihnen unmissverständlich harte Strafen angedroht, sollten sie nicht bei der Nationalhymne mitsingen oder anderweitig gegen das Regime in Teheran protestieren.
Angeblich falsche Iran-Fans ins Stadion geschleust
Schon gegen Wales hatten die Iraner wieder mitgesungen.
Laut "CNN" werden die iranischen Nationalspieler zudem von Dutzenden Mitgliedern des IRGC überwacht, da es ihnen nicht erlaubt sei, sich außerhalb der Mannschaft zu bewegen oder mit Ausländern zu treffen.
Zunächst wollte das Regime die Spieler offenbar mit Geschenken wie teuren Autos zum Gehorsam bewegen. Da diese Taktik aber nicht aufging, setzt die politische Führung im Iran nun angeblich auf andere, weitaus härtere Mittel. Schon gegen Wales soll das iranische Regime zudem Hunderte "Fans" ins Stadion gebracht haben, um ein falsches Gefühl der Unterstützung zu vermitteln. Gegen die USA sei ein ähnliche, aber größere Aktion geplant.
Seit dem Tod der 22 Jahre alten Mahsa Amini kommt es im Iran zu Massenprotesten gegen das herrschende Mullah-Regime, durch das harte Vorgehen der Polizei starben bereits mehrere Hundert Menschen.
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(mit SID)
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