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WM-Eröffnungsspiel: Ecuador schlägt Katar zum Auftakt der WM 2022 - Enner Valencia tragischer Held
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Publiziert 20/11/2022 um 18:59 GMT+1 Uhr
Gastgeber Katar hat einen Fehlstart in die WM 2022 hingelegt. Die Auswahl des Wüstenemirats verlor das WM-Eröffnungsspiel in Gruppe A gegen Ecuador nach schwacher Leistung 0:2 (0:2). Enner Valencia war für La Tri zunächst per Foulelfmeter (16.) und später per Kopf (31.) erfolgreich. Allerdings verletzte sich der Angreifer von Fenerbahçe Istanbul am rechten Knie und musste ausgewechselt werden.
Enner Valencia jubelt über ein WM-Tor - Katar vs. Ecuador
Fotocredit: Getty Images
Feuerwerk zischte glühend in den nachtschwarzen Wüstenhimmel - doch dann folgte die ganz große Ernüchterung. Katar hat die umstrittenste WM der Fußball-Geschichte mit der ersten Auftaktniederlage eines Gastgebers überhaupt eröffnet: Das Emirat läutete sein Multimilliarden-Projekt nach einer pompösen Show mit einem sportlich schwer enttäuschenden 0:2 (0:2) gegen Ecuador ein und muss das frühe Aus befürchten. Das geheimnisvollste Team des Turniers präsentierte sich dabei nicht annähernd auf WM-Niveau.
Enner Valencia (16., Foulelfmeter/31.) wurde mit zwei Toren zum ersten WM-Star und dämpfte die durchaus spürbare Euphorie des Asienmeisters von 2019 im "Beduinenzelt-Stadion" Al-Bayt nördlich von Doha. Zuvor hatte es eine andere vielbeachtete Premiere gegeben: Die halbautomatische Abseitserkennung, neues Hilfsmittel für die WM-Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter, führte zur Aberkennung eines früheren Valencia-Treffers in der 3. Minute.
Da jubelten die meisten der 67.372 Zuschauer noch, doch sie sahen ihre Mannschaft überfordert und fahrig - und verließen schon vor dem Schlusspfiff in Scharen das Stadion. Kaum eine Passfolge gelang, Katar lief ständig hinterher und wusste sich häufig nur mit Fouls zu helfen. Torhüter Saad Al-Sheeb patzte mehrfach.
Katar hatte sich seit Monaten in Europa abgeschottet und eine viel akribischere Vorbereitung als alle anderen Nationen genossen - auch, weil alle im Kader in der heimischen Liga spielen. Doch von Klasse war nichts zu sehen. Valencia nutzte die Verwirrung nach einem Torwartfehler zum vermeintlich ersten Turniertreffer, der aber sogleich wegen einer Abseitsstellung zurückgenommen wurde.
Valencia war es dann auch, der elfmeterreif gefoult wurde und selbst lässig verwandelte. Der Stürmer von Fenerbahce Istanbul und nun älteste Torschütze in einem WM-Eröffnungsspiel traf später erneut, ein Comeback der Gastgeber erschien da bereits kaum noch vorstellbar: trotz einer ersten katarischen Großchance von Almoez Ali (45.+5).
Ecuador dominierte auch fortan, mit Piero Hincapie von Bayer Leverkusen in der Abwehr. Katar gelang es hingegen nicht, Druck aufzubauen, wodurch das Spiel in der Wüste arg dahin plätscherte. Das schlug auch auf die Stimmung im Stadion: Der organisierte katarische Support begann zu erlahmen, viele Plätze waren plötzlich verwaist - die rund 6000 Ecuadorianer blieben allerdings lautstark.
Die Stimmen:
Félix Sanchéz (Trainer Katar): "Wir wollten über den Kampf ins Spiel finden, aber der Gegner hatte etwas dagegen. Unsere Offensive hat nicht so funktioniert, wie wir es uns vorgestellt haben. Ecuador hatte die besseren Waffen. Wenn wir konkurrenzfähig sein wollen, müssen wir gut organisiert auftreten. Jetzt gilt es, unseren Spielern dabei zu helfen, um diese Aspekte in der nächsten Partie zu verbessern."
Gustavo Alfaro (Trainer Ecuador): "Enner Valencia ist der beste Torschütze in der Geschichte von Ecuador, dabei hat er zuletzt einige Kritik einstecken müssen. Diese Tore bedeuten ihm sehr viel. Er hat wie vier andere Spieler einen Schlag einstecken müssen, aber es gibt keine ernste Verletzung. Enner wird gegen die Niederlande spielen, da gibt es keine Zweifel."
Tweet zum Spiel:
Vor allem im ersten Durchgang der Partie konnte man das Gefühl bekommen, dass Katar noch gar nicht bei der eigenen WM dabei ist. Ecuadors Schlussmann Hernán Galíndez genoss einen sorgenfreien Start in die WM. Nach 90 Minuten stand Katar bei drei Schüssen, wovon keiner auf das Tor ging.
Das fiel auf: Katar muss noch lernen
Die Nationalmannschaft von Katar hatte in ihrer Vorbereitung auf die eigene Weltmeisterschaft wohl die besten Umstände aller Teams. Allerdings zeigte sich, dass die fußballerische Qualität des Asienmeisters mangelhaft ist. Der WM-Neuling steht im zweiten Spiel schon unter mächtig Druck und muss auf Sieg spielen.
Die Zahl: 1
Zum ersten Mal in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer hat der Gastgeber sein Auftaktspiel in der Gruppe verloren. Damit haben die Katarer immerhin einen eigenen Rekord aufgestellt.
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(mit SID)
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Quelle: Perform
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